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Moorexpress in Frankfurt

Traum:
Frankfurt. Gleich wird ein Erntedankumzug stattfinden. Mike und ich sitzen auf der Ladefläche eines parkenden alten Jeeps aus der Lindenallee. Wir sitzen gemütlich – alles ist mit weichen Decken ausgelegt. Da fährt ein Zug ein. Er hält direkt vor unserer Nase. Ich sehe die vanillegelbe und rote Lackierung. Vanillegelb, rot?! Hey… das ist ja der alte Moorexpress aus Worpswede! Dann sehe ich durch die Fenster, erkenne erste Gesichter… Unter den Fahrgästen befinden sich einige meiner Klassenkameraden aus der Grundschulzeit! So eine Überraschung – ich bin baff. Die ersten steigen aus, und wir lächeln uns wiedererkennend zu.

Ismaels Bruder und seine dunklen Männer aus dem Senegal kommen hinzu. Alle Anwesenden verteilen sich, so dass es ein buntes Miteinander gibt. Djembés werden verteilt, manche habe eine eigene Trommel mitgebracht. Eine wundervolle Trommel-Session beginnt. In Ermangelung einer eigenen Djembé trommele ich auf meiner schwarzen Ledertasche. Natürlich klingt das nicht so gut. Zudem bin ich etwas enttäuscht, weil ich nicht so variationsreich trommeln kann, wie all die anderen rund um mich her. So lasse ich es bald bleiben. In der Menge wird es unruhiger – es kommt zu einer Umformierung.

Ein junger Mann – Methadon runtergestuft, kurz vor Zwangsentzug, mit leicht psychotischen Zügen – steht vor mir. An seinen Fingern haftet Kot. Einen Teil davon rieb er bereits in seine Kleidung. Ich spreche ihn an: „Du musst Dir die Hände waschen.“ Er realisiert nicht, worum es geht. Da er nicht reagiert, lege ich ihm eine Hand auf den Rücken und schiebe ihn sanft in Richtung Toiletten; darauf bedacht, nicht selbst in die Scheiße zu greifen. Nun, da er in Bewegung gesetzt ist, geht er von allein und ich bin sicher, er wird seine Hände reinigen. Ich kehre um und überlege, dass es besser gewesen wäre, mir ebenfalls die Hände zu waschen. Irgendetwas hindert mich daran, womit ich mich allerdings nicht wirklich wohl fühle.

Ich muss pinkeln. Die Leute haben sich inzwischen verstreut und es sollte sich in den Räumen ein ruhiges Plätzchen finden lassen. Mit einem Kindertöpfchen in der Hand mache ich mich auf den Weg. Dort hinten, wo es zu den Jungs-Umkleideräumen geht, vermute ich einen geeigneten Ort. Im Halbdunkel bemerke ich einige pyramidenförmige Bettlakenberge. …

Bald darauf in freierer Natur. Ein Fußweg – vermutlich nahe der Hamme – der in weite Wiesen führt. Einige Frauen; mindestens zwei große Hunde ohne Leine. Das Fell der Hunde lässt an dickes dunkles Leder denken. Anfangs befürchte ich, sie könnten mich mit ihren Zähnen verletzen. Vor allem ihr lautes Gegrunze ist beunruhigend bis erschreckend. Dann aber legt sich die Furcht und ich streife direkt zwischen den beiden Grunztieren hindurch – der Weg wird freier, offener…

Notiz:
Letztes Jahr zu Weihnachten träumte ich auch vom Moorexpress:
Kinderbahn im Moorexpress

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