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Busstopp an der Deutschen Nationalbibliothek

Traum:
Ich fahre in einem hellen modernen Bus mit – er folgt der Linie der U5. Wir halten an der Kreuzung Deutsche Nationalbibliothek – stadtauswärts. Der Bus ist rappelvoll. Sogar im vorderen Einstiegsbereich stehen die Fahrgäste. Der Bus kommt nicht weiter, die Straßen sind von Verkehrsteilnehmern aller Art vollkommen überlaufen. Die Fahrgäste hinter mir im Bus beginnen zu meckern, und drängen immer nachhaltiger den Busfahrer sofort weiterzufahren, was ihm ja nicht möglich ist. Bald steht der Busfahrer auf, schüttelt mit dem Kopf und sagt: „So geht das nicht.“ Mir wirft er einen bedauernden Blick zu, der sagen will: ‚Nein, dieses Mal lasse ich mich nicht von Ihner Freundlichkeit zurückhalten.’ Als wir das letzte Mal in dieser Situation waren, konnte ich ihn besänftigen und zur Umkehr bewegen. Heute ist sicher: er wird den Bus nicht weiterfahren.

Ein junger Mann aus den hinteren Reihen stürmt nach vorn und übernimmt das Steuer. Er gehört zu denen, die am lautesten kritisiert hatten. Ihm kommt es gelegen, dass der Busfahrer gegangen ist. Der Bus fährt los, biegt – entgegen der üblichen Richtung – nach rechts in Richtung Marienkrankenhaus ab. Es ist klar, der junge Mann fährt zum ersten Mal einen so großen Bus. Aber er fährt langsam und gewissenhaft, da gibt es nichts zu meckern. Zwar bin ich etwas in Sorge, da es ihm an Erfahrung mangelt, aber ich gewinne dann doch Vertrauen.

Zum zweiten Mal in dem hellen Bus, der an der Deutschen Nationalbibliothek hält. Alle Fahrgäste sind ausgestiegen, und ich stehe nun auch auf, um den Bus zu verlassen: „Na, dann will ich auch mal…“
Als ich die Stufen hinunter gehe, sagt der Busfahrer: „Wir hätten zu zweit sein können…“
Und ich antworte: „Schade ja, es wäre vielleicht schön gewesen.“ Dann bin ich aus dem Bus raus und denke etwas erschrocken: ‚Aber was sage ich denn da! Es könnte ja als Annäherungsversuch ausgelegt werden.’ Ich werfe einen kurzen Blick über die Schulter zurück. Der Busfahrer hält inne, und – so kommt es mir vor – freut sich über meine Antwort.

Ich betrete ein öffentliches Gebäude direkt am rechten Straßenrand – vielleicht eine Art Wärmestube. Bald sitze ich an einem Tisch und lege Karten mit einem neuen Tarot-Deck. Es sind I Ging Karten – weißer Hintergrund mit schwarzen Tuschezeichnungen. Ich zog vier Karten und notierte meine Gedanken mit schwarzer Tinte direkt auf den gezogenen Karten. Erst als ich die vierte Karte – sie trägt die Nummer 15, weist vier Blöcke und eine menschliche Gestalt auf – beschrifte, kommt mir in den Sinn, dass das etwas unbedacht ist. Womöglich möchte ich die Karten noch einmal verwenden. Dann würden die heutigen Notizen stören. Währenddessen bemerke ich den wohlgesonnenen Blick des Busfahrers, der aus dem Bus zu mir her schaut.

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