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Koketterie und Strickwerk

Traum vom 11. November 2009

Vor dem gläsernen, weihnachtlich beleuchteten Eingangsbereich eines Einkaufszentrum. Amy möchte, dass ich Geschenke für sie besorge, die sie ihren Lieben zu Weihnachten schenken kann. Ich bitte darum, sie möge mir doch gleich sagen, welche Vorstellungen sie hat, damit ich gleich alles besorgen kann. Weihnachten ist nicht mehr so fern und ich würde es gerne rechtzeitig erledigt haben. Doch Amy rückt mit ihren Wünschen nicht heraus, was mich etwas frustriert.

Später stehe ich – immer noch am gleichen Platz, am Eingang einer offenen Passage und gleichzeitig vor dem gläsernen Eingangsbereich – mit zwei hessischen Frauen und unterhalte mich. Ein etwa vierzigjähriger Mann – ein Freund einer der Frauen, der gerade zu Gast bei ihr ist – steht auch dabei. Um mich interessant zu machen, kokettiere ich ein wenig damit, Norddeutsche zu sein, die einen hessischen Begriff nicht kennt: „Erkläre doch mal, was es bedeutet!“ fordere ich eine der Frauen lachend auf „ich weiß wirklich nicht, was gemeint ist!“
Das stimmt, ich weiß es wirklich nicht. Aber ich habe eben auch so meine Freude daran, bin ich doch so ein ganz klein wenig etwas Besonderes – zumindest bilde ich es mir gerade ein. Allerdings wecke ich damit nicht das Interesse des Mannes, so wie ich es mir erhofft hatte. Naja.

Etwa zwanzig Minuten später sitzen wir in eine der Räume hinter dem Eingangsbereich an einer kleinen Tafel. Im Zwielicht. Die eine Hessin sitzt mir gegenüber, sowie der interessante Mann. Bereits während wir uns setzten, drehte sich unsere lebhafte Unterhaltung auch um das Thema Träume und Traumarbeit. Auf diesem Weg konnte ich auch ganz beiläufig durchblicken lassen, dass ich ein Buch über Traumarbeit geschrieben habe. Zwar hatte ich nichts forciert, um auf dieses Thema zu kommen – ja, mir war eigentlich gar nicht gegenwärtig, dass ich dieses Buch geschrieben habe – aber nun, da es indirekt zur Sprache kommt… Auch gut! Auch damit lässt sich schließlich ein wenig kokettieren. Gleichzeitig amüsiert mich diese Situation ziemlich, und ich kann mich nicht so richtig ernst nehmen. Es ist eben alles ein Spaß heute. Wie auch immer, auf die Sache mit dem Buch reagiert der Mann auch nicht mit Interesse. Er scheint mich zwar zu bemerken, aber das war’s auch schon.

Es ist dann ruhiger geworden. Die Frau häkelt unterschiedlich große Quadrate aus Strick in dunklen Farben zusammen. Inzwischen ist ein recht großes Stück zusammengewachsen. Ich weiß, dass es mal ein sehr großes Teil werden wird. Nämlich eine Hülle für mich, so eine Art Raum, der mich umgibt und mein Reich sein wird. Wie? Wozu? Nee, eigentlich ist das ja Quatsch… Ein Raum aus Wolldecke ist ja etwas, das es gar nicht gibt. Sonderbar… es ist aber trotzdem Tatsache. Na, vielleicht verstehe ich da gerade etwas nicht ganz richtig. Ich will jedenfalls mit daran arbeiten, beginne mit schwarzem Wollgarn ebenfalls Strickquadrate zusammenzuhäkeln. Halte das Teil hoch, damit die Hessin schauen kann, ob ich es richtig mache. Ich denke, ich mache es richtig.

Der Mann – bis zu diesem Augenblick las er in der großen aufgeschlagenen Tageszeitung – nimmt nun eine Häkelnadel und will mit weißem Baumwollgarn die kleinen gehäkelten Rosetten – sie sind weiß mit rosa Rändern, aus edel gestärktem Garn gehäkelt – zu einem großen Teil verbinden. „Oh, das ist für Anfänger aber viel zu kniffelig und schwierig! Besser, Sie machen erst einmal grobere Arbeiten!“ empfehle ich dem Mann, der mich zum ersten Mal mit vollem Interesse anschaut und belustigt ausruft: „Ich mache und mache, aber nichts geschieht!!“

Ach, nun verstehe ich! Er wartet die ganze Zeit darauf, dass ich Interesse an ihm signalisiere?! Lachend schiebe ich meine Hände unter die Zeitungslagen. Er macht es mir nach und wir ergreifen sie im Schutz des Papiers und schütteln sie glücklich. Wir alle wissen, dass ich verheiratet bin. So ist es besser, ein Techtelmechtel ganz verstohlen unter einer Zeitung zu beginnen. Ein schönes, lustiges Spiel. Eine gewisse Freude und Aufgeregtheit sind nun auch dabei – hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, mit dem Mann in Kontakt zu kommen.

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