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Traumaufzeichnungsgerät

Traum:
Ich sitze in der Bahn. Die Fahrt geht durch Frankfurt(?), hauptsächlich durch ein weitläufiges Gewerbegebiet. Offene Lagerhallen, einfache Unterstände. Viele Meter hoch und lang sind die Stapel mit Bausteinen, die von abgerissenen Häusern herrühren, und nun hier von einem Unternehmen zur weiteren Verwendung gelagert werden. In Schwüngen fährt die Bahn um alle diese Einheiten herum – ich staune. Hinter meinem Rücken Stimmen… Ein Blick zurück: eine Gruppe von freizeitlustigen Frauen. Sie tragen kleinkarierte Hosen und Reitstiefel. An ihrer Kleidung ein kleines Abzeichen: VGF – das Kürzeln des Reitvereins.

Die Fahrt geht schaukelnd, und ich kann mich kaum fest auf dem Sitz halten. Mike sitzt übrigens ganz still neben mir. Hoppala! Da hat mich der Schwung vom Sitz gerissen und lässt mich auf einen Platz an der anderen Seite plumpsen. Mir wird ganz schwindelig. Inzwischen fiel mir mehrmals auf, dass teils an den Lagerhallen oder an den Baustoffen ebenfalls dieses VGF gestempelt oder sonst wie markiert wurde. All dies scheint also dem Reitverein zu gehören. Ich frage mich, welch ein Gefühl es für die Frauen hier im Zug sein mag, ein Emblem mit dem Kürzel dieses Reitvereins zu tragen und es überall wiederzufinden. Identifiziert man sich irgendwann mit dem Reitverein und bekommt dann das eigentümliche Gefühl, an all diesem Erreichten teilzuhaben? Fühlt man sich aufgrund eines solchen Abzeichens dazugehörig? Gibt es Stärke und des Selbstvertrauen in einem Maß, wie es dem Einzelnen in Wirklichkeit womöglich gar nicht innewohnt? Sind vielleicht vor allem jene dafür anfällig, die wenig innere Stärke und Selbstvertrauen vorzuweisen haben? Oder sitze ich einem Vorurteil auf? Mir wird ganz übel bei all diesen Gedanken.

Im Halbdunkel entdecke ich eine Anlage – schwarzglänzendes Gehäuse – mit Schlitz für Videokassetten. Ich versuche den Markennamen auf dem Kunststoffkörper zu entziffern: COM… Aha, Computer. COMAIF. Also ein Gerät für Audioaufnahmen. Noch einmal schaue ich hin, um mich zu vergewissern, dass ich mich nicht getäuscht habe. Dann drücke ich die Abspieltaste… Tatsächlich, ich höre mein leises Auflachen während der Unterhaltung mit dem Mann, der mich auf meine Offenherzigkeit ansprach. In mir entspannt es sich. Wie erleichternd, denn dann brauche ich mich ja nicht um eine Traumerinnerung zu bemühen. Ich brauche es nachher nur abspielen und schreibe es währenddessen auf. Herrlich, dann darf ich jetzt alles vergessen. Da durchfährt mich eine Erinnerung! Auf so etwas bin ich inzwischen mehrmals reingefallen?! Mal waren es Schriftstücke, dann wieder Tonaufnahmen, von denen ich annahm, darauf auch im Wachzustand Zugriff zu haben. Hallo, dieses Abspielgerät gibt es im Wachzustand nicht!! Höchst konzentriert und mehrmals wiederhole ich das in Gedanken, ehe ich es wirklich begreife: wenn ich diesen Traum erinnern will, dann muss ich mich jetzt(!) ganz bewusst erinnern, was bis jetzt geschehen ist – sonst ist alles futsch. Der Mann aus dem Vortraum sitzt an meiner linken Seite, schaut mich lächelnd an. Seine Gegenwart tut mir gut.

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