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Zollhäuschen in Winternacht

Traum:
Winternacht. Langsam dämmert der Morgen. Seit geraumer Zeit parke ich am Rande einer einsam gelegenen Landstraße. Es ist kühl und klamm. Etwa 25m weiter, an der linken Straßenseite, steht ein kleines Zollhäuschen aus Fachwerk – vermutlich war das früher hier ein Grenzgebiet.
Ich sitze auf dem Beifahrersitz mit meinem Laptop auf den Beinen, und lese einen aktuellen Beitrag von Svarupa – ein Word-Dokument in Weblayoutansicht. Mir kommt dabei in den Sinn, dass Svarupa im Zollhäuschen weilt – ein Treffen mit Gesinnungsfreunden – und dort wichtige Erfahrungen macht. Es könnte sein, dass sie bald heraus kommt, hier vorbeigeht und einen Blick ins Fahrzeuginnere wirft, wobei sie im Dunkel gleich erkennen könnte, dass ich ihren Beitrag lese. Ja, ich würde sie erfreut grüßen und mich ihr vorstellen. Ich weiß nicht, ob sie Wert darauf legte, aber mein Angebot käme aus Freude. — Svarupa kommt nicht.

Ich sitze im Zollhäuschen am Fenster. Der kleine Raum ist voller vieler Menschen, die einander zugewandt sind – eine dichte und warme Atmosphäre. Das Geschehen nehme ich nur verschwommen wahr – womöglich ist auch nur die Erinnerung an den Traum so verschwommen. Ich fühle mich an diesem Ort aufgehoben und geradezu eingebettet, ohne in das Geschehen einbezogen zu sein. So ist es gut. Vor mir auf dem Tisch steht mein Laptop und zeigt nach wie vor Svarupas aktuellen Beitrag an.

Am frühen Morgen kehre ich in mein Hotelzimmer zurück. Darin sitzt ein Mann auf einem Hocker. Er sitzt reglos, sein Blick geht an mir vorbei zur Wand. Äußerlich reagiert er nicht auf mein Erscheinen, wobei er nicht desinteressiert wirkt. Das am Rande bemerkt. Als erstes stürme ich auf das kleine runde Tischchen zu und nehme das darauf liegende Protokoll/Manuskript (Form und Inhalt ähneln dem zuvor Gelesenen) auf, um schnell einen Blick hineinzuwerfen. Ob meine Arbeit von Oben abgesegnet wurde? Drei Dokumente, oben rechts mit einer Heftklammer verbunden – eindeutig das von mir Geschriebene. Ein Blick auf die letzte Seite. Am ehesten hätte ich erwartet, dass die untere Hälfte des letzten Blattes unbeschrieben ist, aber sie ist bis zur letzten Zeile gefüllt! Ich bin überrascht, suche mit Blicken die Lücke weiter oben im Text, ohne diese mit Sicherheit entdecken zu können. Wie auch immer – ich bin erleichtert, die Absätze neu geordnet und alle drei Papiere zusammengeklammert vorzufinden! Damit wird mir das Okay von Oben signalisiert! Ich finde es erfreulich, dass der Mann zufällig im Hotelzimmer weilt und dies miterlebt, denn mir ist es wichtig, dass er darum weiß. Im Nachhinein würde ich es ihm nämlich nicht erzählen, weil es nach Angeberei aussähe.

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