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Neuer Job und vier CDs

Traum:
Vor einigen Stunden habe ich den Job als Kellnerin wieder aufgenommen. Es ist ein weitläufiger, großer Betrieb, den die Bio-Chefin leitet. Es ist nicht so leicht, wieder reinzufinden. Mir ist auch nicht klar, welche Tische ich zu bedienen habe – es gibt hier keine zugeteilten Reviere. Schnell begreife ich, dass es nur darum geht, die Gäste möglichst schnell zu bedienen. Egal, wer das macht.

Besser vorbereitet fühle ich mich, nachdem ich einige Tagesmenü-Zettel und Notizzeug in mein Servierschürzchen steckte. Nun kann ich mich ohne Hin und Her um die Wünsche der Gäste kümmern. Es kommt auch zu keinen Konflikten mit den Kolleginnen. Leider fehlt mir immer noch der Überblick – ich kann nicht abschätzen, wie viele Räume, Tische, Gäste es gibt! Hinzu kommt, dass ich immer wieder mit mir beschäftigt bin. Einmal finde ich mich im elterlichen Bad vor dem Waschbecken wieder – Waschzeug ordnend, als die Chefin hinzukommt. Dann stehe ich vor der Spüle in der Anna-Küche und versuche Moina vom Wasserhahn loszukriegen. Sie lässt viel zu viel Wasser laufen! Immer wieder strebt sie zum Wasser. Die Chefin steht da und schaut zu. Es kommt mir vor, als habe sie erst jetzt Verständnis dafür, dass man von seinem Kind immer wieder abgelenkt wird und dass es viel Aufmerksamkeit braucht, die dann für die Arbeit nicht zur Verfügung steht. Eines ist mir klar, ohne Konsequenz und Entschlossenheit bringe ich Moina nicht vom Wasser weg. Es gelingt mir und…

…während ich meiner Tätigkeit nachkomme, erscheint ein Mann und zieht mich in einen Nebenbereich. Ich erfahre sogleich, dass ich im Moment bei meiner Chefin entschuldigt bin, da die nun folgende Besprechung sehr wichtig für mich ist. Der Mann wirkt wie ein Priester in Alltagskleidung. Er hat vier CDs für mich mitgebracht – alle in Folie gebündelt. Er nimmt eine CD heraus, tippt mit dem Finger auf den Titel und fragt, was ich angesichts meiner Situation dazu sagen würde. Der Titel enthält die Worte „… unendliche Weite der amerikanischen Staaten“. Ich schüttele den Kopf und sage spontan: „Ich finde die Weite nicht unendlich.“ Der Mann zeigt keine offene Reaktion, aber ich spüre dennoch, dass meine Antwort nicht ganz angemessen ist. Er zeigt mir die weiteren CDs. Eine hat den Titel „Möiren“, eine weitere enthält Musik von Bruckner, wobei der Name zwischen Brückner und Bruckner changiert. So sehr ich auch versuche, den korrekten Namen zu erfassen, es gelingt mir nicht. Ein anderer Mann tritt hinzu. Er hatte die CDs gesehen und zeigt starkes Interesse. Er sagt, er würde die CDs gerne erwerben. Aber der Mann bei mir sagt, sie seien nicht käuflich zu erwerben. Es sei ein Maßnahme-Paket, das extra für mich zusammengestellt worden sei, um mir zu helfen.

Der heutige Ansturm in dieser Lokalität geht dem Ende zu. Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. Ich sitze mit ein paar Leuten an den Gästetischen. Auf der Empore arbeitet ein Kollege. Er arbeitet sehr zügig und kraftvoll. Ein riesiger gelbgrüner Plastikschlauch/Müllbeutel verläuft von dem Service-Bereich bis hin zu einer Wand. Alles Zusammengekehrte, Essensreste oder sonstige Müll und Dreck kommt hinein. Erstaunlich, wie dieser Mann nach einem solch langen und anstrengenden Arbeitstag hier noch wirkt! Langsam dämmert mir etwas… Ich hatte angenommen, einen Arbeitsplatz gefunden zu haben, an dem die Arbeitsbedingungen recht freundlich sind. Dem Gesichtsausdruck meines arbeitenden Kollegen entnehme ich, dass er doch stark unter Leistungsdruck steht. Während er so wild fegt, serviert eine Kollegin kalten Kaffee, den sie von den Tischen zusammen sammelte – das, was die Gäste nicht austranken. Sehr lecker ist das nicht. Und der Mann auf der Empore wirbelt eine Menge Staub und Straßendreck auf, das zu uns herunter rieselt. Oder? „Seht ihr das nicht?“ frage ich mit leiser Stimme die anderen am Tisch.

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Möiren lässt an die Moiren denken.
Aber auch an Memoiren oder Möhren – wie sagte die Ärztin: “das Brustinnere könne man sich wie gerapselte Möhren vorstellen.”

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