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Liebesglück und Meeresfrüchteparfait

Traum:
In einem Restaurant. Ein Tisch ist reserviert. Darauf steht eine Platte mit einem Meeresfrüchteparfait. Eine exquisite Leckerei, die Teil des Dinners ist, das ich bei einer Verlosung gewonnen habe. Die anderen Gäste am Tisch werden eine einfache Mahlzeit einnehmen. Es ist Glück, ein Luxusessen zu gewinnen – so dringt es in mein Bewusstsein. Allerdings habe ich im Moment nur wenig Appetit. Mit einem Teelöffel streiche ich etwas von der Speise und nippe daran. Gleichzeitig haben die Gäste den ersten Gang eines Menüs gegessen. Mike und ich nutzen die darauf folgende Pause für kleine Zärtlichkeiten. Ich nippe bald darauf an einem zweiten Teelöffel mit Meeresfrüchteparfait. Die übrigen Gäste am Tisch essen den nächsten Gang. Es folgt die nächste Pause und ich setze mich zu Mike auf die Sitzbank, auf seinen Schoß – Küsse… mmh. So geht es weiter. Jede Pause nutzen wir für Nähe und Zärtlichkeiten. Mehr im Off ist mir bewusst, welch ein Glück es ist, dieses anhaltende Glück mit einem Mann zu spüren.

Nach einer weiteren Pause kehren die väterlichen Männer zurück. Sie sind mir bekannt seit Kindertagen. Im Büro der Werkstätte setzen wir uns an den Esstisch. Die Mienen der Männer wirken ernst. Aus der Ferne dringen unverständliche Rufe eines Mannes zu uns. Es ist jener Mann, den die väterlichen Männer in der letzten Pause aufsuchten. Offenbar konnten sie ihm nicht helfen. Besorgt frage ich: „Was werdet ihr jetzt tun?“
Ein Väterlicher hebt die Schultern, lässt sie wieder fallen und sagt voller Bedauern: „Wir sind zu alt, um jemandem hinterherzulaufen, der nicht konkret sagt, was er sich von uns wünscht.“

Das finde ich verständlich, wenngleich es mich überrascht, dass ich das so akzeptiere. Bisher hätte ich eine solche Aussage der Männer als hartherzig empfunden und hätte behauptet, es mangele ihnen an Mitgefühl. Zum ersten Mal im Leben empfinde ich es anders und ich spüre Mitgefühl mit den väterlichen Männern. Irgendwann wird man es müde, mittels Einfühlen herauszufinden was ein Mensch möchte, wenn dieser es nicht selbst begrifflich macht. Es kostet viel Kraft. Kraft, die man für sich selbst braucht, um die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu übernehmen. Die Männer übernehmen die Verantwortung für ihre eigenen Bedürfnisse, legen die unnötig belastende Verantwortung für den rufenden Mann ab. Und indem sie das tun, geben sie ihm seine Verantwortung für sich selbst wieder zurück. Eine Chance für alle.

Notizen:
Die Rufe des Mannes erinnern an den Jungen im Traum Rhabarber und Blutbad.

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