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Röhren und Rosinenbrot

Traum:
Ein weich getünchtes Kellergewölbe – alt, fast wie eine Höhle. Endlich habe ich mich aufgerafft und mit der Arbeit begonnen, die seit längerem wartete. Eigentlich sollte diese Arbeit längst verrichtet sein. Mit einem Malerpinsel streiche ich die wunden runden Wände. Meine Arbeitsweise ist nachlässig. Mir waren die Krater entgangen; eigentlich sind es Öffnungen, die sich rüsselartig in Wand in Boden ziehen. Hier und da flatschte ein Klecks Farbe auf einige der Öffnungen. Ich glaube, es ist nicht gut, wenn diese Poren verstopfen; werde also Acht geben und sorgfältiger arbeiten. In einer runden Nische liegt eine dicke Schicht Kalkstaub. Das bemerke ich erst, als der Pinsel keine Farbe verstreicht, sondern stattdessen den Staub mit seiner Farbe aufnimmt. So geht es nicht, ich muss wirklich erst einmal saubermachen.

Im Erdgeschoss suche ich die Küche auf, um Handfeger und Kehrblech zu holen. Ein portugiesischer Installateur kommt mir aus dem Bad entgegen und macht sich emsig am Abflussrohr in der Küche zu schaffen. Dort liegen einige Krümel und ich frage ihn, ob ich nicht erst einmal kehren soll, ehe er sich da hinkniet. Nein, meint er, das sei nicht nötig.
Ach, ich hätte eher mit diesen Arbeiten beginnen sollen, dann wäre ich jetzt fertig. Das wäre gut gewesen, denn in der Küche sitzen einige Frauen beisammen. Sie brechen jetzt auf. Oje, ich hatte der griechischen Intellektuellen doch noch ein Rosinenbrot anbieten wollen! Schwuppdiwupp bestreiche ich eine Scheibe Rosinenbrot mit Butter und lege es zusammengeklappt in eine klarsichtige Brotdose. Blöd, die ist zu groß. Ich nehme eine kleinere Dose, eine gelbe. Die Griechin ist schon los, ich laufe ihr mit dem Brot hinterher. Andere Frauen sagen zu mir, es sei doch nicht nötig. Aber doch, ich möchte es gerne! So eile ich im abendlichen Dunkel die Straße entlang. Und bemerke nicht, dass ich mit der Kuppe meines rechten Daumens immer wieder aufgeregt auf dem Deckel der Brotdose herumdrücke. Nehme nur vage wahr, dass darin eine Rille eingeprägt ist, die die Oberfläche nachgiebig macht, so dass sich der Deckel überhaupt eindrücken lässt. Ich gebe die Suche auf. Die Brotdose hat inzwischen nur noch die Größe einer Briefmarke. Die Griechin ist nicht mehr zu sehen.

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