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Posteingang (93) im Kirchenfenster

Traum:
Wilder Kaiser berichtet in seinem aktuellsten Beitrag von einer Entdeckung bei einem Blognachbarn: „Giorgio hat ein großes Fenster und viel Post bekommen!“
Mir stellt sich die Frage, warum Wilder Kaiser etwas zu wissen scheint (viel Post), was Giorgio womöglich noch gar nicht mitbekommen hat? Neugierig folge ich dem angegebenen Link und lande auf Giorgios Blog. Uih, ein beeindruckendes Layout. Der Bildschirm ist mit dem oberen Bereich eines Kirchenfensters gefüllt. Eierschalenweißer Hintergrund mit Tintenblau und Wollbraun. Das Menü folgt, von links kommend bis nach oben, fächerartig dem Rundbogen. Und tatsächlich findet sich hier der Punkt Posteingang (93)
Ein Link gewährt Zugang zum Posteingang – eine sehr belebende Idee!
Dreiundneunzig Mails sind allerdings nicht ohne.
Ansonsten zeigt sich das Fenster bisher verschlossen. Es gibt noch keinen Beitrag. So zieht die wundersame Oberfläche die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Wie mit hauchfeiner Kristallschicht bedeckt, die von unzähligen haarfeinen Brüchen durchzogen ist. Ein genaueres Hinsehen lässt erkennen, dass die Oberfläche an einigen Stellen ganz eingerissen ist. Aus dem Inneren dringt an diesen Stellen das Licht durch die Oberfläche hindurch! Ein wenig schräg und leicht hin und her tänzelnd, wie die Sonne durch das kahle Gestrüpp der Bäume, wenn der Frühling erwacht. Es hat so etwas ruhig Lebendiges und zart Verheißungsvolles. Dieses Licht… dieses Licht… es lässt mich so nachdenklich zurück. Bei all dem ist spürbar: Giogio hat seinen inneren Frieden gefunden.

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5 Antworten zu Posteingang (93) im Kirchenfenster

  1. REPLY:
    Dein Traum gefällt mir, weil er am Schluss das Moment des Neuanfangs und der Hoffnung – eingefangen im Licht des Frühlings – mit einem tiefen inneren Frieden verbindet. Dieses Bild des hindurchschimmernden Lichts ist tatsächlich eine Momentaufnahme, die ich zeitlich nicht mehr genau einordnen kann (vor 5 Jahren?), aber wirklich verblüffend exakt mit dieser Stimmung verbunden ist. LG, WilderKaiser

  2. Der Name “Giorgio” erinnert mich an Don Giorgio alias Georg Gänswein, den Sekretär des Papstes, der ja sehr ausdauernd, aber erfolglos von Elsa angehimmelt wird. Wahrscheinlich sind die 93 Mails Vehrererinnenpost von Elsa…*gg*…aber so wie du es schreibst, erinnert mich der Posteingang auch sehr stark an das Webinterface meines Google-Postfachs. Und die Oberfläche des Fensters verweist auf das Craquelee, das mir in meinem Kunstgeschichtsstudium im Zusammenhang mit einem Referat über Porzellan begegnete. Nun gut, das sind meine spontanen Assoziationen und der Traum spricht mich sehr stark an…aber du hast bestimmt ganz eigene und sehr viel persönlichere. LG, WilderKaiser

  3. REPLY:
    Vorhin hatte ich mir schon ersponnen, dass Du mir vielleicht einen Tipps zu diesem Giorgio geben kannst. Hey Mann, das klappt ja echt! Elsa nimmt es mir hoffentlich nicht krumm, wenn ich jetzt über Deine Idee mit “93 Mails Verehrerinnenpost” laut lachen muss.

    Ich habe übrigens auch an mein Postfach bei Google-Mail denken müssen und gleich in der Früh nachgesehen. Aber nee, nix mit 93 Mails von irgendwelchen Verehrern. Irgend etwas mache ich falsch! ;-)

    Und ja, das Craquelee kommt der Oberfläche tatsächlich ziemlich nah, wenngleich es im Traum irgendwie viel schöner war. Fein, nun habe ich gleich eine schöne Bezeichnung gelernt, die mir lange Umschreibungen spart! Toll – danke!

  4. REPLY:
    Mich beschäftigt noch die Frage, inwiefern Dich dieser Traum so anspricht.
    Ob Du diese Bemerkung als Feststellung oder Frage liest, sei Dir überlassen. ;-)

  5. REPLY:
    Deine Gedanken brachten mich nun auf die Idee der Aufbruchsstimmung. Einerseits finde ich den Aufbruch im Aufbrechen der Oberfläche wieder – so wie eine Schale (Eierschalenweiß) aufbricht und ein Küken herausschlüpft. Der Frühling ist ein Aufbruch der Natur, wenn alles neu zu wachsen beginnt. Der innere Frieden ist dabei ein schöner Aspekt, da er auch die Geduld mit sich bringt, die Dinge so wachsen zu lassen, wie sie von Natur aus wachsen wollen. Zufriedenheit mit der Entwicklung, unabhängig davon, ob sie schnell oder langsam voranschreitet.
    Vielen Dank, dass Du mit Deiner Antwort ein weiteres Licht auf meinen Traum geworfen hast. Ich muss zugeben, dass mich die Träume der letzten Zeit auch etwas bedrückten. Nicht nur, aber ich machte mir manchmal doch ziemlich schwere Gedanken. Immer dieses Licht… ich kam auf die Idee, dass es meinen baldigen Tod ankündigen könnte. Also, ich meine, natürlich werden wir sterben. Nur müsste das, wenn es nach mir ginge, noch nicht so bald sein. Gerade jetzt, wo ich wirklich gerne lebe, wäre das echt schade.
    Wo ich also bisher immer wieder an das Ende dachte, zeigst Du mir auf, dass es ein Neuanfang sein könnte. Das Licht der Hoffnung. Schönes Bild.