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Lange Leitungen

Traum:
Ländliches Umfeld. Der gedeckte Frühstückstisch steht direkt vor einem doppelten Fenster. Beide Fensterflügel sind geöffnet. Eine frühlingshafte Stimmung weht herein. Ich frage Moina, ob sie etwas frühstücken möchte. Da springt ein kleiner weißer Spitz durch das offene Fenster hinein und tollt auf dem Tisch herum. Ein drolliges Tier, jedoch will ich es nicht auf dem Frühstückstisch haben. Moina sucht Schutz bei mir, sie fürchtet, der Hund könne sie anspringen. Mit einem „Kzss kzss“ versuche ich ihn davon zu jagen, aber es stört ihn nicht. Mit einem „Runter vom Tisch!“ schiebe ich ihn in Richtung Fenster. Er sträubt sich, ich schiebe kräftiger! Oups, nun hätte ich ihn fast aus dem Fenster geworfen! So ein Schreck, das wollte ich nicht. Zum Glück ist es gut gegangen.

In einem anderen Raum treffe ich auf meine Nachbarin (die mich gestern wegen der Schafe ansprach) und deren Bekannte. Sie erfuhr gerade, dass ich jemanden zu mir eingeladen habe und sagt: „Ich werde mir zu Weihnachten das Leben nehmen, wenn ich allein zu Haus bleiben muss.“
„Aber nein“ sage ich, „das ist doch gar nicht nötig! Sie sind bei mir herzlich willkommen. Ab 20 Uhr bin ich daheim, spätestens um 21 Uhr!“ Die Nachbarin besinnt sich ihrer Freundin, und ich sage: „Ja klar, ihre Freundin kann auch zu mir kommen.“ Die Nachbarin schaut mich lächelnd an, aber auch etwas fragend, so als sei ihr etwas an mir unklar.

In den Räumen einer WG. Es gibt eine kleine Feier mit vielen Freunden. Barbara W. (Barbara W. …*grübel*) kommt gemeinsam mit einer Freundin hinzu. Ich sah Barbara seit vielen Jahren nicht mehr. Nun kommt sie auf mich zu, noch bevor sie ihre Jacke ablegt. Ihr Blick ist erwartungsvoll. Ich sage erfreut: „Hey hallo!!“ Sie wirkt abwartend, was mich kurz irritiert. Da antwortet sie: „Wie haben uns gestern bereits am Telefon gesprochen.“
A-haaa! Jaja, an das Telefonat erinnere ich mich, nur hatte ich mir zu der Stimme kein Bild von einem mir bekannten Menschen machen können. Barbara war es also! „Wie schön, dass wir uns schon gesprochen haben und uns jetzt wiedersehen!“ Ich versuche, ihr einen Kuss auf die Wange zu geben, was sich als etwas holprig darstellt, denn ich esse gerade eine Kleinigkeit. So bleibe ich ein wenig mehr auf Distanz als gewöhnlich. Kurz kommt mir in den Sinn, dass sie das falsch auslegen könnte und nun glaubt, ich wolle nichts mit ihr zu tun haben. Ist ja auch etwas peinlich, dass ich nicht wusste, dass ich gestern mit ihr gesprochen habe.

Dann stehe ich mit dem Rücken zu einigen Fenstern. Mein Blick geht durch den Raum hindurch und zu einem Fenster wieder hinaus. Im Nachbarhaus, durch ein geöffnetes Dachfenster, sehe ich meinen Ex stehen. Er schaut gerade zu mir her und ich winke vergnügt . Erfreut winkt er zurück und ich rufe ihm zu: „Los, komm doch auch rüber!“ „Nö“ lacht er, „die Musik ist bei euch noch viel zu laut. Ich warte bis sich das gelegt hat.“
„Ach was, das ist gar nicht so laut hier. Probier es doch mal aus!“, rufe ich, und fühle mich so unbeschwert und gut. „Ja bald!“ antwortet er lachend.

Ich sitze auf einem rustikalen Küchenstuhl, ganz nah neben der Spüle. Ein Bewohner sucht gerade etwas aus dem Oberschrank über der Spüle. Dabei rieselt Salz in die Spüle, und er sucht nun nach der Lösung dieses Problems. Problem? Aber das ist doch kein Problem. „Einfach etwas Wasser laufen lassen und gut ist es.“ Er antwortet ganz ernst und betroffen, dass das sicher keine gute Lösung sei. Unbekümmert antworte ich: „Aber das schadet doch nix!?“ Nun taucht aber doch eine gewisse Unsicherheit auf. Vielleicht setzt sich durch das Salz doch etwas im Rohr fest, was dann im Laufe der Zeit zu einer Verstopfung führt? Salz… hm… kann Salz zu hartnäckigen Verhärtungen führen??

Das Ex-Wohnzimmer, Raum der WG, liegt etwas ruhiger. Ich stehe vor dem Esstisch und telefoniere. Ein Anruf von Ring aus den Hütten im Busch. Ich spreche mit der Älteren, die mich aus bestimmten Grund anrief. Sie möchten mich so gerne wiedersehen. Und da ich heute gerade im Norden weile, wäre es doch schön, wenn ich auf eine Stunde zu ihnen käme.
Au ja, das ist eine wirklich schöne Idee; ich möchte gerne kommen!
Und während ich überlege, was sie zu diesem Wunsch bewegt – sie wollen vielleicht sehen, wie mir das Stadtleben bekommt, wollen sich davon überzeugen, dass sie mit ihrer Vermutung richtig liegen, dass mir der Abstand zum Herkunftsort gut tut und ähnliches – fällt mir ein, dass es über Nacht Schneefälle gab. Alle Straßen sind weiß. Es ist glatt, und wenn ich bedenke, dass ich noch Moina hinten auf dem Fahrrad mitnehme, dann ist das eine unsichere Sache. Ja, deshalb kündige ich an, dass ich zu Fuß kommen werde. Ich werde mich dafür mal von meiner Familie loseisen können. Hm, allerdings dürfte ich zu Fuß eine Stunde brauchen. Aber das macht nichts; sie sollen ja nur wissen, dass ich auf dem Weg bin.

'Efeu-Kirche' von Traumzeit Im Kellerraum eines neuen Nachbarn. Sonntagsgefühl. Die beiden Flügel des Kellerfensters sind geöffnet. Direkt davor verläuft ein ganz schmaler Weg, dahinter steht ein Zaun mit aufrechten Metallstreben, der von Efeu bewachsen ist. Dahinter wiederum beginnt der Garten des Nachbarn. Es gibt eine Lücke im Efeu und ich komme auf den Gedanken, an eben dieser Stelle einen Aushang abzubringen. Die Lücke bietet sich an, weil ich den Aushang dort ganz einfach an den Streben festbinden könnte, ohne dass mich der Efeu behinderte. Hier kommt viel Fußvolk vorbei, denen es gut ins Auge fiele. Einige würden es vielleicht lesen. Naja, andererseits wäre das Anbinden des Aushangs natürlich ein Eingriff in das nachbarliche Gebiet, da ich durch den Zaun greifen muss. Ich sollte doch lieber nach einer Erlaubnis fragen, ehe ich das mache.

Oh, da erscheint der Nachbar, dem dieser Kellerraum gehört. Ein junger Mann, der von außen an das Fenster tritt. Erst einmal sehe ich aufgrund meiner Perspektive natürlich nur die Beine. Er trägt Jeans. In diesem Augenblick führt er gerade einen schwarzen Wasserschlauch durch das Geländer hindurch und in das Kellerfenster hinein. Da mache ich mich lieber mal bemerkbar: „Achtung, bitte erschrecken Sie nicht! Hier ist jemand im Keller!“ Und setze grinsend hinzu: „Ich beiße nicht!“ Er registriert das mit einem Nicken. Ich biete ihm meine Hilfe an. Schnell ist der Schlauch in den Kellerraum gelegt. Ein dicker schwarzer Schlauch, wie ein Feuerwehrschlauch, aber von ganz weichem anschmiegsamen Material. Mein Blick bleibt am Schlauchende hängen, denn der ist etwas ungewöhnlich: Aus dem Schlauch ragt ein etwas dünnerer Schlauch hervor Das ist nicht nur eine zusätzliche Leitung, sondern er verstärkt den Schlauch dadurch innerlich. Der Nachbar hatte mir den Schlauch kurz überlassen und kommt nun zu mir in den Keller. Wir wollen den Schlauch am Wasserzulauf befestigen. Der Schlauch steht inzwischen ziemlich unter Druck, verselbständigt sich und wir haben Mühe ihn zu bändigen. Ich ahne, gleich im nächsten Moment wird sich das Ventil unter dem hohen Druck öffnen. Wir packen beide an, und da geht es auch schon los. Der Strahl ist scharf und ich achte darauf, dass es nicht ins Auge geht. „Nicht so schnell!“ sage ich zu ihm, dabei allerdings wissend, dass auch er nichts dagegen ausrichten kann. Aber los jetzt, mit aller Kraft und einem Ruck! Es ist schade, das Wasser zu vergeuden, wir wollen es zum Anschluss bringen, um es zu kanalisieren.

Notiz:
Inzwischen ist mir auch der Nachname von Barbara W. eingefallen. Tatsächlich beginnt der Nachname mit W.
Heute ist der Barbaratag.

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