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Vom Gasgeben und vom Schnee vor Weihnachten

Traum:
Eine Doppelgarage. Ich parke mit meiner alten schwarzen Limousine parallel zu den beiden Toren, was mich während des gesamten Traumes nicht Sekunde irritiert. Ich lasse den Motor an und gebe Gas, um das Fahrzeug rückwärts aus der Garage zu setzen. Da sich das Fahrzeug nicht bewegt, trete ich mal mehr und mal weniger auf das Gaspedal. Alles in einem erträglichen Rahmen; also ohne Aufjaulen des Motors. Dabei registriere ich geradeaus oben an der Garagenwand einen roten Schalter (entweder Start oder Stopp steht darauf). Er leuchtet die ganze Zeit, was ich – ohne dem weiter Beachtung zu schenken – für ein positives Signal halte, für ein Zeichen allgemeiner Funktionstüchtigkeit. Nur das Auto bewegt sich nicht von der Stelle. Hm.

Irgendwann – nach vielen Minuten – bemerke ich endlich, dass ich auf dem falschen Dampfer bin. Hey, nicht Gas geben, sondern die Kupplung kommen lassen, Mensch!! Na also, nun geht ja doch was! Dennoch brauche ich geraume Zeit, bis ich endlich losfahre. Ein Blick zum Schalter an der Wand: das Leuchten ist erloschen. Warum bin ich nicht gleich gefahren? Jetzt ist es zu spät. Als ich aussteige, sehe ich, dass beide Garagentore geschlossen sind. Ich bekomme einen gehörigen Schreck! Sicherlich habe ich eine halbe Stunde Gas gegeben – war auch im sicheren Glauben, dass ein Tor offen war – und hätte mich hier fast vergast! Meine Güte, ein Funken hätte gereicht, um alles in die Luft zu jagen! Na, ist das denn zu glauben? Also, am klügsten ist es doch, wohl dosiert Gas zu geben und dann sofort loszufahren. Oder man lässt es gleich ganz sein.

Ich öffne das Garagentor und… staune… Draußen liegt Schnee! Reine weiße Schollen, schmelzend, das klare Wasser rinnt darüber hinweg wie ein Bergquell. Eine herrliche Frische und Klarheit und… ich spüre die Weihnachtszeit nahen… den Heiligen Abend. Es ist so viel stille Freude in mir. Ich fühle mich so heil und gesund mit einem Male. Na, das ist kein Wetter zum Autofahren – es ist sicherlich glatt. Fein, dann lasse ich das Auto gleich in der Garage stehen. Als ich den kleinen Weg zum Toilettenhäuschen gehe, kommt mir die Worpsweder Berufsschullehrerin mit einer Gruppe Kindergartenkinder entgegen. Alle kleinen Kerlchen sind gleich gekleidet: grünschwarze Hosen und Jacken und Pudelmützen. Als die Berufsschullehrerin mich bemerkt, schenkt sie mir ein freundliches Lächeln. Ich lächele erfreut zurück, da ich sie wiedererkenne. Sie aber hat mich so schnell noch nicht erkannt. Wahrscheinlich, weil sie mich hier – im Süden – nicht vermutet hatte. Ich lächele bei dem Gedanken, dass es ihr wahrscheinlich gleich auffallen wird. Sie verbringt hier mit den Kindern sicherlich eine mehrtätige Freizeit. Ich bin also sicher, dass wir uns noch mindestens einmal begegnen werden. Wir werden noch Zeit zum Reden finden.
Ich kann es nicht benennen… Der Schnee, als Zeichen des nahenden Heiligen Abends, die Wärme in mir, die erfrischende Kühle…ich spüre so ein feinzartes, und dabei so erfüllendes Glück in mir. So heil und frei von Last.

Notiz:
Ein besonderer Traum – die Stimmung lässt sich kaum in Worte fassen.
Eilig dahingeworfene Ansätze vor dem Schlafengehen:
Die Berufsschullehrerin… da war was mit ihrem Namen… Anna? Ihre Haare erinnern jedenfalls an Anna Kaleri. Anna Kaleri assoziiere ich mit ‘Heimat’. Die Berufsschullehrerin erinnert mich an meine Heimat (im Sinne von Herkunft/Wurzeln).

Am Vorabend, Trommelkurs, meinte Ismael lachend: “Beim nächsten Mal geben wir dann richtig Gas!” Au jaaa!

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