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Im Grünen See

Traum:
Ursprünglich gelegen der See – ein versunkener Ort; Frieden und Stille. Schlanke hohe Bäume mit üppigem frischem Grün. Das Seewasser von grünen Pflanzenstoffen durchtränkt; auf seiner Oberfläche treiben grüne Birkenblätter. Mit langsamen Schritten gehe ich in das Wasser, schwimme vorsichtig los, das Wasser sanft mit den Armen teilend, und gelange sogleich an eine alte Schleuse. Ein Wehr – von oben kommend, eine kammartige Skulptur voller Grünspan – verhindert das Weiterkommen oberhalb der Wasseroberfläche. Ich tauche ab – gleite durch Wasser, fischlebendige Blätter und fließendes Erinnern, wie durch eine längst vergangene Zeit. Hinter dem Wehr komme ich wieder hoch. So still das längst vergangene Lachen, so tief schweigend die verklungenen Stimmen.
'Grün' von TraumzeitBald liegt ein großzügig angelegtes Kneipp-Becken vor mir, integriert im See. Einige im Wasser liegende Steinstufen, grün von Plankton, führen tiefer. Am unteren Ende der Stufen hindert ein imaginäres Schleusentor am Weitergehen; es reicht, von oben kommend, bis ins Wasser hinein. Ich tauche ab – gleite durch das grüne Wasser mit all seinen schwebenden Teilchen – und komme jenseits des Tores wieder hinauf, wo bald einige Stufen aus dem tiefer gelegenen Bereich hinauf in das umgebende Gewässer führen. Es lässt sich nicht sagen, wie tief das Wasser ist – zu sehr ist es durchdrungen von all dem Grün. Zwischen Birkenblättern, die wie Seerosenblätter auf dem Wasser treiben, gleitet ein Körper durch das Wasser. Vielleicht ein oder zwei Meter unter meinem. Seine Konturen sind verschwommen, und wenngleich ich einen männlichen Leib sehe, so mutet dieser dennoch ein wenig wie ein Fisch an. Irgendwo, ganz tief in mir, spüre ich einen zarten Schmerz, der… – Ach, wenn ich mich traute, an diesem stillen Ort etwas zu sagen, dann würde ich ihn flüsternd bitten: „Zeig Dich! So tauch doch auf, damit ich Dich sehen kann.“ Die Begegnung geht vorüber, mit bedächtigen Zügen schwimme ich weiter. Alsbald finde ich mich in einer Art Taucherglocke wieder, die einige Meter über dem Wasser hängt. Die Taucherglocke ist wie eine Skulptur aus Stein. Wie von Zangen, die nach oben greifen, bleibt im oberen Bereich ein kammartiger Ausblick offen. Alles ist von Grünspan durchzogen. Ein Mann steht bei mir: bleicher Körper, triefnasse Haut, dunkle Badehose – der Taucher im See? Er gehört, so wie auch ich, zum archäologischen Forschungsteam. Wir sind der Teil einer Projektgruppe, die aktiv zu Versunkenem vordringt. Hier in der Taucherglocke findet eine kleine Besprechung statt. Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Erkenntnisse und Neuplanung des weiteren Vorgehens. Ich fühle mich während des ganzen Traumes in meinem Element.

Passender Link:
Bruno’s Art & Sculpture Garden

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