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Herr Twoblog und Herr Baron

Traum:
Wieder beim alten Job. Mit Eifer und vor Freude geröteten Wangen bin ich dabei – ja, es ist fast etwas weihnachtsfeierlich. Vor dem Tresen sehe ich meine Chefin gehen. Eine attraktive reife Frau mit braunen Augen und Kurzhaarschnitt. Eine Kundin kommt hinzu. Auch sie eine attraktive Frau fortgeschrittenen Alters. Ihre schwarzkringeligen Haare glänzen und wippen. Ein Mann kommt von links hinzu, spricht die Frauen an, wirft ihnen anerkennende Blicke zu. Sein ganzes Verhalten ist wie ein Kompliment an die Frauen. Eine Kollegin fragt mich, wie ich mit der Arbeit zurecht komme. „Ja, gut! Es geht so selbstverständlich von der Hand, als sei gar keine Pause dazwischen gewesen“, freue ich mich. Daraufhin kommt eine etwas nüchterne Reaktion meiner Kollegin; womöglich auch mich ernüchternd.

Als ich den Tresen verlasse, um eine Tätigkeit am kalten Büffet auszuführen – es gibt eine Feier mit erlesenen Gästen – spüre ich eine ungebrochene stille Heiterkeit in mir. Ich fühle mich unkompliziert, unbelastet, mittig.

Das Büffet liegt verlassen. Einzig Herr Twoblog sitzt gedankenversunken davor – in Denkerpose im Panamastuhl. Als ich komme, schaut er mich nachdenklich an und meint: „Eigentlich passen Sie ja nicht hierher, …“
„Sie meinen, ich sei etwas zu schlicht und ungehobelt und…?“
Herr Twoblog steht auf, nimmt seinen Mantel und ist im Begriff, sich auf den Heimweg zu machen. Inzwischen ist der Herr Baron hinzugekommen und meint freundlich zur mir: „Er hat Sie angesprochen… das ist Antwort genug.“

Ergänzung (vom 30.11.2007): Die Bemerkung des Herrn Baron sollte mich anregen, meinen Blickwinkel zu verändern, was einen gewissen Aha-Effekt mit sich brachte.

Verwandter Traum:
Sonnenaufgangsstuhl

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4 Antworten zu Herr Twoblog und Herr Baron

  1. ich finde ihren traum höchst interessant. trotz meiner erfahrung mit IHM kam ER bisher nicht in meinem träumen vor.

    ja, es gibt ja schon jetzt genug weihnachtsfeierliches. und er ist ein mann, der gerne feiert. allerdings mit einer gewissen pedanterie. so gibt es eine tischordnung, die er selbst entwirft und ausdruckt. er druckt sogar auf die tischkarten die fotos der gäste, die er immer wieder mit seiner leica abgelichtet hat. die nennt er kleinfein, wie er mich früher auch immer meine kleinfeine genannt hat. so klein bin ich nun auch wieder nicht. 1,74 – würden sie mich da kleinfeine nennen?

    in wahrheit ist er der kleine, mit seiner glatze wirkt er noch kleiner. er geht auch leicht vorgebeugt. ich hab ihn früher immer gewarnt: schultern nach hinten, brust heraus. als ausgebildete schauspielerin werde ich wohl wissen, wie eine gerade haltung nicht nur einen starken lebenswillen ausdrückt, sondern auch die gelenke schont und kraft gibt.
    mir gefällt an ihrem traum dieses gefühl der ungebrochenen stillen heiterkeit. dass sie sich von der anwesenheit von männern nicht irritieren lassen. dass sie aus sich heraus leben, ohne auf männerurteile zu achten.

    der letzte satz: „Er hat Sie angesprochen… das ist Antwort genug.“ ist sehr bedenklich. wenn ein mann aus der sog. denkerpose heraus aufsteht und sich dann entfernt, ohne sich näher auf ein gespräch einzulassen – das würde ich als hochnäsig und anmassend bezeichnen. wenn ihn dann noch derjenige, der sich wie sein diener verhält, für sein rüdes verhalten entschuldigt, dann umgeben sich beide mutwillig mit einem heiligenschein.

  2. REPLY:
    unter uns gesagt: ich finde hochnäsige Männer ziemlich erotisch. ;-)

  3. REPLY:
    unter gewissen umständen. aber wie finden sie deren diener? erscheinen ihnen diener auch öfter als barone oder gar grafen? also anmassende diener, was spielen die für eine rolle?

  4. REPLY:
    ich Ihr Blog richtig einordne (wow, beneidenswerte Besucherzahl für ein zwei Tage altes Blog), dann geht es Ihnen nicht um meinen Traum, sondern um Herrn Twoblog. :-(