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Wahl der schönsten Mutter

Traum:
In der Wohnung einer Mutter, die ich während der Schwangerschaft kennenlernte – real kenne ich sie nicht; die Wohnung erinnert von der Aufteilung her an meine letzte Wohnung in Worpswede. Ein Treffen mit anderen Müttern aus dem damaligen Kurs. Gleich wird es Essen geben. Zuvor wollen sich alle umziehen, denn das Mittagessen soll in Bikini oder Badeanzug eingenommen werden. Nach dem Essen soll noch eine Wahl unter uns stattfinden, wer die Schönste von allen ist. Ich zögere, ziehe langsam mein Kleid aus – eher abseits von den Müttern. Nachdenklich und voller Melancholie trete ich an die Fenster und schaue gedankenverloren hinaus. In Bikini, sich zeigen, mich ums Schönsein bemühen, ohne es wirklich sein zu wollen… So ein Schwachsinn. Warum tue ich mir das an? Warum bin ich nicht schon längst gegangen? Ich blicke an meinen Körper hinab. Die Farben meines Bikinis mag ich: Sonnengelb mit weißen Blüten, die ein schwarzen Mittelpunkt haben. Es ist ganz okay so, auch wenn ich sicherlich keine gute Figur mache. Die Wahlen sollen zudem nach dem Essen stattfinden, wo der Bauch voll und rund ist. Es wundert mich, dass sich die anderen Frauen nicht daran stören, dass ihre Bäuche weich und gewölbt sind. Die Gastgeberin sitzt auf der Couch und fühlt sich, trotz drei Speckröllchen am Bauch sichtlich ungehemmt. Nur eine der Frauen hat eine Elfenfigur – sie ist wirklich schön und wird sicherlich die Wahl gewinnen. Wozu eine Wahl, wenn es doch von vornherein klar ist? Ich finde nur eine Erklärung dafür: die Frauen haben Spaß an einer solchen Sache – echt unglaublich. Ich fühle mich damit nicht wohl und entschließe mich, gleich ganz unauffällig meine Sachen zu nehmen und zu gehen. Die Frauen sollen mein Vorhaben erst dann bemerken, wenn ich mich verabschiede – dann lasse ich mich nicht mehr aufhalten. Ich bin auf dem Weg, da tritt der Hausherr mit einem Telefonhörer in den Raum: „Ein Anruf für Sie – Ihr Mann!“ Voller Sorge und Verständnis schaut er mich an. Er ist sicher der Einzige, der bemerkt hat, dass ich gehen werde. Vielleicht bedauert er es. Der Hausherr reicht mir das Telefon, ein Stück Küchenkrepp mit goldflüssigem Butterfleck. Ich halte es an mein rechtes Ohr, höre Mike zu, ohne jedoch den Sinn seiner Worte zu verstehen. Mich beschäftigt im Moment nur der günstige Umstand, dass ich nach diesem Anruf einfach werde gehen können. Alle werden denken, es sei etwas dazwischen gekommen – keine wird versuchen mich aufzuhalten und ich muss keine ermüdenden Erklärungen abgeben. Ja, ich fühle mich ja jetzt schon unsäglich müde.

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