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Notizen

zum Traum Behinderter Geist.

((eventuell offline stellen?))

Den hier aktiven, als minderbemittelt eingestuften Anteil finde ich leicht in mir wieder, da er gestern durch den Beitrag „Geist ist geil“ berührt wurde. Vielleicht hat mich das Gefühl des geistigen Minderwerts zum Zeitpunkt des Lesens wirklich noch nicht gekratzt. Wahrscheinlich sogar, sonst würde der Traum es nicht so spürbar in Szene setzen.

Meine geistige Behinderung verstehe ich hier im Sinne von „etwas behindert meine Denkfunktion“. Ich erlebe es so: mir fehlt das Minimum an Basiswissen, das ein gutes Grundgerüst bildete, wo schnell der Funke der Inspiration überspringen und wo Neues anknüpfen könnte. Ein Basisnetz quasi, das dicht genug geknüpft ist, um Basis für Weiterentwicklung zu bieten, und das verhindert, das sinnvolle alte und neue Informationen ins Vergessen rutschen. Zudem muss der Weg zum Sprachrohr frei sein. Meine „Kommentarphobie“ hängt damit auch zusammen. Ich mag nicht zeigen, wes Geistes Kind ich bin – minderbemittelt – so bleibt das Geistige eben unter Verschluss.

- >Das schwarze Körnchen unter dem Fingernagel
Da gibt es so Redewendungen wie:
„Etwas ist nicht mehr wert als das Schwarze unter dem Fingernagel“
„Etwas ist das Schwarze unterm Fingernagel nicht wert.“
„Jemanden nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen.“
Der Dreck unter dem Fingernagel steht somit für etwas Wertloses.
Bei wertvoll oder wertlos schwingt auch immer dieses mit: Bewerten!

Fragen:
Gönne ich meinem geistig behinderten Anteil das Schwarze unterm Fingernagel nicht, würde es am liebsten schweigend sehen? Warum kratzt mich das? Warum soll mich das nicht kratzen? Was ist so schön daran, mir im Gesicht herumzukratzen? Wegen der Kratzer im Image-Lack? Was will sie?
Bringt mich der Vergleich mit einer Katze, die ihre Krallen ausgefahren hat, irgendwie weiter?

Anderer Gedankengang:
Nach C.G. Jung gibt es vier Bewusstseinsfunktionen: Denken, Fühlen, Empfinden, Intuition
Ich habe jetzt mal einen kleinen Test gemacht – Ergebnis: INFP

Die Denkfunktion wäre laut diesem Ergebnis also inferior (aha, da haben wir das Minderwertige).
Mal abgesehen davon, dass ich diesen Schnell-Test nicht so ernst nehmen mag, bin ich auch ansonsten skeptisch, was theoretischer Einordnungen anbelangt, die doch immer ein Gefühl der Enge hinterlassen. Dann kam im Falle dieses Tests noch hinzu, dass ich die Fragen ja meiner Selbstwahrnehmung entsprechend beantwortete, was natürlich zu einem entsprechenden Ergebnis führen musste. Deshalb wundert es nicht, sich im Testergebnis wiederzufinden. Der Test kann nur das ausspucken, was ich an Zutaten hineingegeben habe: Subjektives. Wirklich spannend und bereichernd wäre jedoch ein objektives Ergebnis, das es ermöglichte, dunkle Flecken zu erkennen.
Naja, aber es hat zumindest Spaß gemacht und es war hinsichtlich des Traumes auch anregend.

Das schwarze Körnchen (der blinde Fleck, ein Körnchen ungeliebter Wahrheit?), die Vier, die Fenster lassen das Johari-Fenster in den Sinn kommen. Habe im Moment keine Lust Zeit, mich damit weiter zu befassen.

Noch mehr Schein:
Walhalla-Nacht
Stichologie
Traumloser Walhalla-Blog

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11 Antworten zu Notizen

  1. Alleine was Sie hier in Ihrer Traumkladde an Gedanken äußern, und die Tatsache, dass sie dabei, in Träumen und Gedanken, über sich selbst nachdenken, liebe Frau Traumzeit, ist um Längen geistreicher als so manches, was ich von Leute kenne, die neben einem ‘Basisnetz’ von Wissen auch eine Menge allgemeines wie hochspezielles Wissen aufgehäuft haben, mit Brief und Titel und allem Drum und Dran.

    Es ist freilich sicher gut, sich mit solchen erlebten Anteilen zu befassen (die man/frau eben genau so erlebt, wie man/frau sie eben erlebt; bzw. sich selbst eben so erlebt – ob’s nun stimmt oder nicht; ob einem andere Leute noch so viel positives Feedback geben).

    Ich selbst hätte da durchaus auch den einen oder anderen Teil anzubieten …

  2. REPLY:
    irgendwie auch naheliegend, wenn ich an den Traum denke.
    Danke für Ihre Sichtweise, ich fühle mich verstanden und freue mich natürlich so Positives zu lesen! Manchmal braucht es diese Schubser im Außen… wenn im Innen die Zeit dafür reif ist, wird es seine ersten zarten Wurzeln schlagen können und vielleicht nach und nach, ganz langsam zu etwas Eigenem werden können. Ich sage ganz leise “Dankeschön”.

    (Kaum zu glauben, dass auch Sie den einen oder anderen Teil anzubieten haben… – aber ich glaube es Ihnen aufs Wort.)

  3. zuckerwattewolkenmond

    ich Herrn Books und More nur zustimmen. Und Denken ist auch nicht gleich Denken. Es gibt zwar Leute, die wissen super viel und haben einen brillianten Verstand, denen fehlt es aber dafür an emotionaler Intelligenz.

  4. REPLY:
    Du stärkst mir immer wieder den Rücken. Vor wenigen Tagen dachte ich noch, dass es Kommentare gibt, die eine nachhaltige Wirkung haben. Wenn ich da nur an die “Konfrontationstherapie” bezüglich meiner “Kommentarphobie” denke – es bröckelt langsam, aber es bröckelt.

  5. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    daran, daß mir deine Bedenken und Hemmschwellen, sowie die starken selbstkritischen Tendenzen sehr vertraut sind, nur mit dem Unterschied, daß ich weniger drüber schreibe oder rede und im Internet schon etwas mehr davon abgelegt habe, während ich im realen Leben nur langsam Fortschritte mache.

  6. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    Ich habe bei dem Test übrigens genau dasselbe Ergebnis und ich finde, es klingt gar nicht schlecht. ;o)

  7. Das Gute am Kommentieren ist, finde ich, dass man doch in hohem Maß ohne Erwartungszwang oder Zeitdruck ist. Anders als beim Chatten (was ich nicht so mag); da sitzt man dann unter Umständen ein wenig ideenlos da und denkt, na jetzt sollte ich eigentlich aber mal endlich … der/die wartet jetzt … (Brr).

    Beim Kommentieren schreibt man eben, (a) wo und (b) wann einem was einfällt, und auch (c) nur soviel, wie einem gerade einfällt. Und (d) wenn nicht, dann nicht. Sieht ja keiner, dass Sie mitlesen :-) Ich finde das extrem entspannend.

    Mir zum Beispiel fällt jetzt nichts mehr ein und ich wünsche den Damen eine gute Nacht und schöne Träume! Ich häng’ jetzt höchstens noch meine Lichterkette ans Reh (Frau Zucker kann Ihnen das erläutern ;-)

  8. REPLY:
    zwar habe ich im Realleben auch diese Hemmungen, aber wenn ich erst einmal warm gelaufen bin, sprudele ich wie ein Wasserfall. Ich glaube, der Knackpunkt ist hier, dass Geschriebenes immer wieder abrufbar ist.
    Aber nee, mir fallen auch genug Situationen im Realleben ein, wo in meinem Kopf das Licht ausgeht und auch aus bleibt – Blackout.

  9. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    Realleben herrscht in meinem Kopf eigentlich fast ständig Blackout. Dafür gelte ich aber als besonders gute Zuhörerin. ;o)

  10. REPLY:
    auch nicht so mein Fall. Alles muss in relativ kurze Sätze gepresst werden und ich finde, die Zeit ist nicht gut genutzt. Eine Stunde Chat – in der Zeit hätte ich in aller Ruhe weit mehr und auch Durchdachteres schreiben können. Außerdem fällt es mir schwer, mich während eines Chats richtig einfühlen zu können. Ach, es spricht noch mehr dagegen – vor allem der Perfektionismus (der will ja nie fehlen, der Arme.)

    Sie finden das Kommentieren extrem entspannend? Also so etwas Gegensätzliches… da muss ich jetzt laut lachen. Klasse!

    Von Ihrem erleuchteten Reh habe ich bereits gelesen und mich gefragt, ob die Lichterkette wohl blinkt? *g*
    Ihnen auch eine wunder-volle Nacht!

  11. REPLY:
    Alles eine Frage des Blickwinkels – yep!
    :-))