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In Vergessenheit geratene Berufstätigkeit

Traum:
In der derzeitigen Küche. Die Wandoberfläche, samt der daran hängenden Gegenstände, hat sich um 90° nach rechts verlagert. Die Uhr hängt an der Wand mit gegenüber. Mein Blick glitt beiläufig darüber und… Oh nein!!! Die Uhr zeigt 9:40 und 9:50 – je nachdem mit welchem Auge ich die Uhr fokussiere – und auch wenn ich nicht weiß, welche Uhrzeit die genaue ist, so ist eines klar: Ich bin zu spät! Ob in zehn oder zwanzig Minuten, ich schaffe es nicht bis um 10 Uhr. Ach und sowieso, um 8:00 Uhr hätte ich am Arbeitsplatz sein müssen! Wie konnte ich nur vergessen, dass ich berufstätig bin? Für heute kann ich das vergessen. Fünf Stunden Fahrzeit bis Worpswede – wo mein derzeitiger Arbeitsplatz ist. Da brauche ich dann gar nicht mehr hingehen. Heute ist Montag, da habe ich am Nachmittag eh frei. Na gut, da brauche ich mich heute nicht mehr dieser unangenehmen Sache stellen – ganz gut, da wird mir leichter. Aber morgen muss ich das alles erklären – sehr unangenehm! Ja, mir scheint, ich könne mich meiner Berufstätigkeit wirklich nur in Schreckmomenten erinnern! Das ist ja ganz furchtbar! Mike steht neben mir, spricht beruhigend auf mich ein: es werde sich schon alles klären lassen. So etwas könne doch mal passieren. Hilft ja nix, da muss ich durch – ich atme tief durch.

Mike bringt mich bis zum Bahnsteig. Die Bahn steht bereits da und ich öffne gedankenverloren die erste Tür zum erstbesten Einstieg. Als ich den schmalen Tritt bemerke und dann erkenne, dass die Lokführerin in einem eng begrenzten Raum sitzt, bemerke ich erst, dass ich die falsche Tür öffnete. Der Blick der Frau ist überrascht und tadelnd. Mit einem „Oh sorry, das ist ein Versehen!“ schließe ich die Tür. Währenddessen bleibt mein Blick nochmals am Tritt hängen. Echt, so schmal… Das ist sicherlich nicht angenehm für den Fahrer, hier ein- und auszusteigen. Mit eleganten Pumps beispielsweise, dürfte die Trittfläche nur wenig Standfestigkeit geben. Aber naja, als Lokführerin steigt man ja nicht an jeder Station ein und aus. Vielleicht ist es doch gar nicht so unangenehm wie ich jetzt denke.

Zwei Türen weiter. „Ach, ich rauche vor dem Einsteigen noch eine“ sage ich zu Mike. Der meint, ich solle es doch lieber bleiben lassen. Sein Einwand hat etwas so Sanftes und Liebevolles, dass ich selbst es so erlebe, dass es etwas Überflüssiges wäre. „Na, vielleicht beim nächsten längeren Halt?“ Mike sagt nichts, er hält es für besser, gar nicht mehr zu rauchen. Die nächsten Stunden – also während der Bahnfahrt – kann ich mir frei einteilen. So ein bisschen fühle ich mich wie Dame ‚von Welt’ – sozusagen Herrin meiner kleinen Welt. Ich freue mich auf diese Freiheit.

Notiz:
Mit dem Rauchen war es gestern Abend so: Mike wollte noch eine rauchen und ich sagte gleichmütig, es sei doch gar nicht nötig. Als er dann tatsächlich nicht mehr rauchte, war ich total überrascht. Dann verriet er mir: Weihnachten sei es für ihn an der Zeit, es aufzugeben.

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