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Drachenbootfahrt und Hotellabyrinth

Traum:

Mike, Moina und ich eilen durch die Gänge des Hotels. Höchste Zeit! Für heute ist nämlich eine Fahrt mit dem Drachenboot geplant. Vorfreude! Direkt vor dem Hotelgebäude verläuft ein natürlich gewundener Fluss mit hoteleigenem Anleger, wo auch die Fahrkarten erworben werden können.

Wir eilen die Treppen hinunter. Auf der mittleren Ebene ein kleiner Tresen am unteren Treppenabsatz. Dahinter ein Hotelfritze, der uns einen wichtigen Hinweis gibt: „Der für heute angekündigte Regen wird mit ziemlicher Sicherheit eintreten.“
So was Dummes, wir haben das Regenzeug auf dem Zimmer liegen lassen. Während Mike und Moina weiter in Richtung Anleger gehen, um Karten zu kaufen, laufe ich zurück, unsere Regenjacken holen.

Offenbar gibt es mehrere Wege durch das Gebäude, die in die obere Etage führen. Der bisher zurückgelegte Weg liegt mir etwas anders in Erinnerung. Inzwischen erklimme ich eine sehr steile, schmale Treppe aus roten Backsteinen mit einem schmalen gußeisernen Handlauf an der rechten Seite. Klar, jetzt, wo ich das hier so sehe, erinnere ich mich, eine so steile Treppe hinab gegangen zu sein. Aber war sie wirklich so steil? Die Treppe gleicht nun einer senkrechten Mauer; einzig der Handlauf gibt Halt und die Möglichkeit, sich nach oben zu ziehen. Das kostet Kraft – alles andere, die Höhe und so, bedenke ich dabei noch gar nicht. Der Aufstieg gelingt mir problemlos und fast mühelos. Nur finde ich mich nicht mehr zurecht. Hier oben sieht es anders aus. Überall schmale Wendeltreppen, die sich abwärts wie in ein Schneckenhaus öffnen oder noch weiter hinauf gelangen lassen – wie lauter kleine Krater. Ich habe die Orientierung verloren und mache mich, ehe ich auch das nicht mehr erinnere, auf den Weg zurück zum Anleger.

Kurz darauf gelange ich wieder auf die mittlere Ebene; dort, wo ich mich von Mike und Moina getrennt hatte. Rechts ein Tresen mit Heißgetränkeangebot zur Selbstbedienung. Stimmt, ich wollte für Mike und mich ja noch ein Tässchen Espresso mitnehmen. Als ich das dampfende schwarze Gebräu in die Tassen geben will, stoppt mich der Hotelfritze. Das Espressotässchen – jenes, das ich für mich angedacht habe; ein schmales, sichtlich handgefertigtes, mit heller Glasur überzogenes Tonröhrchen – hat einen kleinen Sprung. Dieses rührt daher, dass ich es kurz davor hatte fallen lassen. Er meint, ich solle es nicht verwenden.
„Ach, das macht doch nichts! Ich nehme es doch nur für mich.“ erkläre ich bescheiden; wegen mir möchte ich keinen Aufwand betreiben. Er sagt dann: „Wenn heiße Flüssigkeit hineinkommt, kann es zerspringen.“
Ach so, verstehe, ihm geht es darum, dass etwas erhalten bleibt. Klar, ich will ja nichts zerstören. Nehme mir ein anderes Tässchen und gehe weiter in Richtung Ausgang/Bootsanleger. Die Küche der Engelburger ist ähnlich einer Veranda am Hotel angrenzend – erstes Stockwerk. Aus dem Fenster habe ich einen guten Blick hinab zum Fluss. Doch zuvor fällt mein Blick auf ein kleines Pralinentellerchen und ein mit gelber Serviette ausgelegtes Brotkörbchen. Einige kleine Täfelchen Zartbitterschokolade liegen darin. Ich hatte sie mitgebracht und überlege nun, sie einfach hier zu lassen. Vielleicht freuen sich meine Gastgeber sogar darüber. Und ich bin sie los.

Drunten auf dem Fluss geht es lebhaft zu. Einige der breiten Drachenboote – es ist sind meterlange, sehr breite und flache Holzkähne, die an der linken und rechten Seite eine Reihe von Zweierbänken aufweisen. Plätze, die von einer grünen Zeltplane, die auf Holzstelzen befestigt sind, überdacht sind. Diese Boote werden von einem kräftigen Motor angetrieben, sind wie auf einer Achterbahn unterwegs. Zwei Wasserstraßen kreuzen sich direkt am Anleger. Eine Verkehrsordnung gibt es offenbar nicht und alle rasen nach Belieben über die Kreuzung. Das Wasser schäumt weiß und spritzt. Es gibt heikle Momente und mir kommt zu Ohren, dass es dabei bereits Unfälle mit tödlichem Ausgang oder Schwerverletzte gab.

Jemand versucht mich zu trösten, weil Mike und Moina ohne mich losgefahren sind und meint:
„Bestimmt macht ihr nachher noch eine Fahrt gemeinsam!“

Wenn ich das allerdings so sehe, bin ich gar nicht mehr so erpicht auf diese Fahrt. Im nächsten Augenblick sitze ich in einem dieser Drachenboote – kaum mehr als ein Holzbrett im Wasser. Ich spüre den Motorantrieb, der Fahrtwind drückt die Haare aus meinem Gesicht, ich spüre das aufspritzende Wasser auf der Haut. Mit beiden Händen halte ich mich an der Sitzbank fest, während wir den schlängelnden Fluss entlangtreiben. Mike und Moina kommen mir in einem Drachenboot entgegen. Wir winken uns vergnügt zu. Was für ein Heidenspaß das ist!

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