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Sonderbare Besprechung

Traum:
In einer höheren Etage – keine Ahnung, die wievielte, jedenfalls nicht Erdgeschoss – findet eine Besprechung statt. Einige Elternvertreter und ErzieherInnen sind bereits im Konferenzraum eingetroffen. Die Erzieherinnen räumen noch ein wenig hin und her. Ich möchte auch lieber mit anpacken als nur so herumzustehen. Vor mir stehen ein paar Stühle – je zu zweit gestapelt; jedes Paar weist die gleiche Polsterfarbe auf – beispielsweise kunstlerderrot und kunstledergrün. Ich frage eine der Frauen, ob alle Stühle so sortiert gestapelt werden sollen. Nein, gar nicht! Wir verteilen die Stühle am langen Konferenztisch.

Im Foyer. Wartend stehe ich im Foyer und schaue zu Moina, die vor meinen Füßen spielt. Seit einigen Minuten spüre ich etwas, das sich nun verstärkt und damit in mein Bewusstsein drängt: An meiner linken Seite ist es angenehm warm und ich spüre einen leichten Druck; eigentlich mehr eine Anlehnung. Ein Blick nach links. Ein Mann steht direkt neben mir, unsere Körper berühren sich. Er sieht dem Bildhauer Christoph Fischer total ähnlich; deshalb fühle ich mich durch seine Nähe auch nicht befremdet. Er schaut zu seinem Sohn, der vor seinen Füßen, also neben Moina spielt. Der Sohn hat ein paar verblassende Pickel an der Nase. Der Mann fragt mich, ob wir den Abend so gemeinsam verbringen wollen. Ach ja, das finde ich schön. Ich mag seine Nähe.

Über dem Konferenztisch ein großes Oberlicht – quadratisch mit gerundeten Ecken. Mit einem Male landet dort Thommy auf allen Vieren und grinst von oben durch die Scheibe. Möglich, dass er eine Sonnenbrille trägt. Wie meist in der Freizeit, trägt er weiß-schwarze Kleidung. Dennoch hat er in diesem Augenblick etwas von Spiderman, wie er dort so landet. Mike ruft zu ihm hoch: „Blödmann, verschwinde!“ Ich knuffe Mike mit dem Ellbogen in die Seite und sage: „Quatsch, das ist doch Thommy!“

Es ist recht ruhig geworden. Ich gehe an dem leeren Konferenztisch vorbei und trete in den Waschraum. Die Beleuchtung ist sehr gedämpft. Vor mir ein kleines Waschbecken. Ich putze meine Zähne. Da bemerke ich, dass Vigi links neben mir am Becken steht und ebenfalls die Zähne putzt. Merkwürdig, ich war noch nie auf die Idee gekommen, während einer Konferenz die Zähne zu putzen. Mache ich das nur, weil Vigi das tut?? Egal, ich fühle mich wohl neben Vigi und putze eifrig weiter, obwohl meine Zähne sich total sauber anfühlen. Also, nun ist mal genug. Mit einem Schluck Wasser spüle ich den Mundraum und spucke es ins Waschbecken. Ich bin echt froh, dass kein Blut im Wasser ist – das wäre echt peinlich! Inzwischen spucke ich ein weiteres Mal aus. Oje, das Wasser ist blutig, und wie! Schnell nehme ich einen weiteren Schluck Wasser, um damit das rote Wasser fortzuspülen. Vielleicht sogar schnell genug, damit Vigi es gar nicht erst sieht. Aber auch dieses Wasser ist noch hellrot. Zudem war die erste Ladung Zahnspülwasser derart dunkelrot, dass es nun gar nicht mehr vom Porzellan gespült wird. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Es hat deutlich Spuren im Waschbecken hinterlassen.

Als ich zu mir komme, stelle ich fest, dass ich völlig wegdöst war. Ich sitze am Konferenztisch. Mein Kopf pendelt noch haltlos hin und her, als ich nach rechts schaue. Vigi sitzt neben mir, wirkt aber auch seeehr entspannt. Ich bemerke dabei, dass ein Federbett und ein großes Kissen auf meinem Kopf liegen. Die Decke reicht über die Ohren bis zu den Schultern. Kein Wunder, dass ich weggepennt bin; bei der Kuschelwärme!

Rechts neben mir sitzt Elke, mit der ich ein paar Worte wechsele. Vor ihr auf dem Tisch liegt ein aufgeschlagenes Schreibheft; Lineatur 22. Auf dessen linken Seite liegt ein Kugelschreiber und verdeckt einen Teil des Geschriebenen. ‚Deutsch’ steht da, und ‚Flexionen’! Darunter einige Reihen Übungssätze. Langsam wird mir klar, warum Elke stets gute Noten bekam. Sie macht ihre Hausaufgaben und übt ausreichend. Hmm, aber eigentlich sind solche Übungen heute doch gar nicht mehr notwendig, oder?? Siedend heiß fällt mir ein, dass ich noch gar nichts gemacht habe. Morgen früh, noch vor Unterrichtsbeginn werde ich das nachholen. Vielleicht während der Bahnfahrt zur Schule. Hoffentlich ist die Zeit nicht zu knapp dafür.

Notiz:
Gestern trudelte die Einladung zur Regionalelternbeiratssitzung ein.

Links:
Worpsweder Dorfmusikanten von Christoph Fischer

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