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Altern und Blogbocken

Traum:
'Hütchenspiel' von Traumzeit
Anna Kaleri und ich spielen eine eigensinnige Art von Federball. Sie steht vor dem Fenster und wirft das Hütchen gegen den vorgezogenen Vorhang. Meine Aufgabe ist es, ihr dabei zuvorzukommen, indem ich vorhersehe, wo ihr Hütchen im Vorhang auftreffen wird, ihr mit meinem Hütchen zuvorzukommen, so dass ihr Hütchen in meinem Hütchen landet. In einem solchen Falle würde ich punkten. Anna steht direkt vor dem Fenster, so dass sie gar nicht werfen muss, sondern das Hütchen gleich mit der Hand zum Vorhang bringt. Die Zeit des Fluges entfällt und ich habe keine Chance, einen Treffer zu landen. Frustriert und leicht ärgerlich gebe ich auf und verlasse das Zimmer. Annas Freund kommt mir entgegen und ich teile ihm kurz mit, warum ich nicht mehr mitspiele. Er sagt, er wolle gleich mit ihr darüber sprechen.

Früher Feiertagsabend – Wismar-Stimmung. Rechts von mir nehme ich das Meer wahr. Nach links führt ein Weg an einem Kanal entlang. Am gegenüberliegenden befestigten Ufer sehe ich eine Gruppe von sehr vergnügten Studenten, die ausgelassen und recht lautstark ihren Studienabschluss feiern. Einige von ihnen fahren mit weißen Motorbooten im Kanal auf und ab, pflügen das Wasser hochschäumend auf. Einer der Studenten ist noch draufgängerischer als alle anderen; sein Boot hebt ab, dreht sich in der Luft und landet kopfüber im Wasser und begräbt zwei andere Boote unter sich. Die jungen Männer in den Booten sind reaktionsschnell und springen geschmeidig beiseite, so dass niemand zu Schaden kommt. Dennoch bleibt bei diesem Anblick ein leicht unbehagliches Gefühl in mir zurück.

Ich gehe weiter, überquere nach etwa fünfhundert Metern den Kanal und mache mich auf der anderen Uferseite auf den Rückweg. Nach wenigen Schritten treffe ich auf zwei Studenten, die sich von den anderen etwas abgeseilt haben. Beide wirken sehr nett. Ich lege meinen Kopf an die Schulter des Mannes, der mich am meisten anspricht, und genieße mit geschlossenen Augen, mich bei ihm anlehnen zu können. Ja, wohl auch zu dürfen, denn ich spüre keine Abwehr von ihm ausgehen. In der Ferne nehme ich die ungestümen Studenten und die Motorboote wahr. Die beiden Männer an meiner Seite schauen mir offen und neugierig ins Gesicht. Wohlig entspannt und mit murmelnder Stimme erkläre ich ihnen, was ich hier mache: „Bockmog-Blog, Bockenheim, …“ Dabei spüre ich, dass beim ‚og’ und ‚ock’ ein gewisser Druck im Mundinnenraum entsteht und wiederhole es. Wie ein Kind amüsiere ich mich über das pralle Gefühl in den Backen, das sich immer wieder durch meine o-förmig geöffneten Lippen entlädt.

Oh!! Mit einem Male wird mir etwas bewusst: In den Augen der Studenten dürfte ich mit meinen 46 Jahren eine alte Frau sein! Wieder mal hatte ich völlig vergessen, dass ich ja doch schon etwas älter bin. Meine Annäherung dürfte mindestens sinnlos bis wenig erfolgsversprechend sein, wenn nicht sogar ein wenig lächerlich?! Umso angenehmer dann das, was ich sehe, als ich in die Gesichter der Männer blicke. Neugierig und wohlwollend lächeln mich beide an. Sie machen den Eindruck, als versprächen sie sich noch interessante Worte oder Taten meinerseits.

Notiz:
Die Erfüllung heimlicher, uneingestandener Wünsche???
Altern scheint ja doch nicht so einfach zu sein, wie ich mir wünsche.

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2 Antworten zu Altern und Blogbocken

  1. Copilotin (Gast)

    :-), seit ich den Link gesehen habe bin ich nun das dritte Mal hier und lesen den Text immer wieder … Träume sind etwas völlig kurioses, andere Welt

  2. REPLY:
    Hallo Copilotin, Träume sind tatsächlich manchmal eine amüsante Ergänzung unserer Wachwelt. Dieses kindliche Vergnügen – wie beispielsweise mit dem ‘og’ und ‘ock’ – kommt mir im Alltagsleben viel zu oft abhanden. Allerdings, wenn ich Ihr Blog nun lese, denke ich manchmal dran und dann ist es wieder da, dieses Gefühl in den Backen. ;-)
    Vielen Dank für den Besuch und lieben Gruß!