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Schattenlauf

Traum:
Am frühen Morgen. Meine Beine laufen. Gemächlich – ich könnte schneller. Bei jedem erneuten Bodenkontakt spüre ich meine muskulöse Körpermasse. Vor allem die Oberschenkelmuskulatur ist stark ausgeprägt. Mein ganzer Körper ist Muskelmasse. Ich trage einen enganliegenden Ganzkörperanzug aus dünnem schwarzen Stoff. Die Kapuze liegt eng über meinem Kopf. Ein Außenstehender würde mich aufgrund meines Outfits vielleicht für einen Eisschnellläufer in Laufschuhen halten. Deutlich spüre ich das Gewicht der Beine, wenngleich es für die Muskelkraft ein leichtes Spiel ist, mich voran zu tragen. Wenn nicht nur gemütliches Walken angesagt wäre, ich würde mühelos losrennen. Ich schaue mich um. Für einige Sekunden spüre ich meine durchdringenden Augen, die mühelos trotz Schattenlicht in die Ferne blicken. Mein Geist hellwach wie der eines Tieres. Dort hinten folgt ein weiterer Läufer – er ähnelt mir. Das Blöde ist, dass ich langsam umkehren müsste, um die Walkingrunde zu beenden. Dann käme ich aber dem anderen entgegen. Aus der Nähe würde dieser Mensch dann sicherlich erkennen, dass ich noch viel Kondition habe, fürs Walken auch zu schnell bin. Womöglich komme ich ihm sogar im Laufschritt entgegen – nur das scheint nicht erlaubt und man würde mich disqualifizieren. Kurz entschlossen kehre ich nicht um, laufe nicht die übliche Runde, sondern folge einem Impuls und laufe einfach weiter die Straße hinauf. Ich werde noch viele Kilometer laufen und dabei stets hoffen, dass niemand bemerkt, wie durchtrainiert ich bin.
Was mir im Traum nicht bewusst wird: ich bin ein Mann.

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