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Kraftplatz im Wald

Traum:
Ich betrete einen kleinen Laden; halte Moina an der Hand. Der Laden ist eine Fitnessbude und ein Tanzstudio zugleich. Bis vor kurzem stand noch eine wuchtige, blassgelbe Ledercouch in diesem Studio. Die Inhaberin – es ist die iranische Bäckermeisterin – hat diese Couch nun von ein paar muskulösen Männern hinaustragen lassen. Als sie nun die Musikanlage einschaltet, sind die Klänge total voll und raumfüllend – so klar und… einfach phantastisch!! Eine gigantische Klangfülle wie beispielsweise in einer Pyramide. Ich bin richtig baff, finde aber bald die Worte wieder und drücke der Bäckermeisterin gegenüber meine große Begeisterung aus. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Couch derart dämpfend war!“ Sie ignoriert mich völlig, lässt mich einfach stehen. Noch während ich mit Moina hinausgehe, schaue ich ihr nach. Sie geht forschen, hüfteschwingenden Schrittes an den Männern vorbei über die Tanzfläche. Die Blicke der Männer folgen ihr; genauer gesagt, folgen deren Blicke ihrem wohlgeformten Arsch. Sie ist eine kleine zierliche Person, dabei sehr weiblich gerundet. Ich bin ziemlich verwundert darüber, dass ihre kurzen Haare blond sind! Hatte sie nicht eigentlich dunkles Haar??

'Backofen - Grasdorf' von Traumzeit Szenenwechsel. Die iranische Bäckermeisterin und ihre Tochter machen sich zügigen Schrittes auf den Weg in den Wald. Der Wald wirkt etwas geheimnisvoll, liegt ganz still. Mutter und Tochter wechseln temperamentvolle Worte. Vielleicht haben sie einen kleinen Streit. Ich folge ihnen, noch unauffällig, möchte aber bald auf sie zu gehen. Als ich die Beiden fast erreichbare, beobachte ich etwas, das mich innehalten lässt. Die Tochter steht mit einem Reisigbesen da und schaut zu Boden. Die Mutter spricht verärgerte Worte und schaut ebenfalls zu der Stelle. Die Tochter hat einen kleinen Platz vom Laub befreit. Ein kleines Halbrund, gepflastert aus handbehauenen Steinen in verschiedenen Rottönen. Es ist ein Kraftort der Großmutter. Vielleicht stand dort auch mal ein alter Steinofen. Es ist ein magischer Ort und die Bäckermeisterin wollte nicht, dass dieser Platz freigelegt und sichtbar wird. Die Tochter allerdings überlegt, diesen Ort wieder zum Leben zu erwecken. Daraufhin wird der Streit immer lauter und mir ist es unangenehm, mich jetzt zu zeigen. So kehre ich unauffällig um und hoffe, sie haben mich gar nicht bemerkt. Kurz vor dem Waldrand kommt mir ein dunkelhaariger Mann – Mitte 30, Spanier – entgegen. Er ist auf den Weg zu den beiden Frauen im Wald. Ach, dann gehe ich doch mit ihm mit!

Wir gehen zu den Frauen, finden vor einer nach vorne offenen Bretterbude – vielleicht eine alte Wurfbude vom Jahrmarkt – zusammen und ich sage beruhigend zu ihnen: „Ich habe nichts von dem verstanden, was Sie hier gesprochen haben. Ich spreche kein Spanisch.“ Die Frau fragt mich etwas argwöhnisch, woher ich wissen wolle, dass sie wirklich spanisch spreche. Darauf antworte ich ehrlich: „Ach, das weiß ich doch gar nicht so genau. Falls Ihr Wortschatz nur wenige Worte umfassen sollte, Sie diese wenigen Worte aber zu immer neuen Sätzen variieren, so fiele es mir nicht auf. Mir ist die spanische Sprache fast völlig fremd, ich kann nicht heraushören, ob sie aus einem ähnlich großen Wortschatz schöpfen, so wie es Ihrer Tochter möglich ist.“
Die Bäckermeisterin hört mir interessiert zu. Und ich spüre nebenher: Nun, da der Spanier hier im Wald ist, könnte sich die ganze Dynamik völlig verändern!

Notiz:
Gestern hörte ich Concierto de Aranjuez von dem spanischen Gitarristen Paco de Lucia.
Der Traumwald von der Stimmung her an den “Augenbaum”.

Bei den Großeltern

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