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Nackt und verdächtig

Traum:
Mit dem Auto unterwegs. Mike lenkt den Wagen vergnügt durch dörfliche Straßen. Er freut sich total darüber, dass ich wieder nackt bin. Ich fühle mich auch gut damit. Die Temperaturen sind ja auch wohlig und da die Rückenlehne weit zurück gestellt ist, ist es echt entspannend. Durch die gute Laune beschwingt, gibt Mike mal wieder seine Phantasie zum besten und imitiert mit knarrender Stimme ein Gespräch als Krimineller, der gerade einen neuen Coup plant. Amüsiert höre ich zu. Da bemerken wir zwei alte, stumpfgrüne Polizeiautos am linken Straßenrand. Die Ostblock-Polizisten sind bereits ausgestiegen, und werden uns ja wohl nicht anhalten wollen? Ich bin nicht angeschnallt. Zu blöd, dass der Gurt so weit vorne angebracht ist und die Polizisten durch das Seitenfenster sehen könnten, dass ich den Gurt erst jetzt anlege! Den Gurt auf die nackte Haut zu spannen ist irgendwie mit einem eindrücklicheren Gefühl verbunden. Dabei werde ich mir nochmals meiner Nacktheit bewusst. Aber ich denke doch, die Einsicht und der gute Wille zählen! Man wird deshalb hoffentlich darüber hinwegsehen, dass ich versäumt hatte, der Anschnallpflicht nachzukommen. Zumindest rede ich es mir ein und hoffe, dass wir ungetadelt davon kommen.

Die Polizisten wollen unser Auto beschlagnahmen, da wir wegen krimineller Handlungen verdächtigt werden. Was wir nämlich nicht wussten: die Polizisten hatten eine Abhörwanze im Auto deponiert. Jetzt, wo ich davon weiß, sehe ich es das Ding zwischen Windschutzscheibe und Außenspiegel baumeln. Es sieht eher wie ein kugelrunder Kordelstopper aus; deshalb hatten wir es nicht bemerkt. Klar, da haben sie Mikes kriminelles Gefasel gehört und das natürlich für bare Münze genommen.

Was auch immer sich daraufhin ergeben haben mag, wir fahren inzwischen mit unserem Auto weiter. Irgendwann erreichen wir ein abgelegenes, etwas heruntergekommenes Gebäude und fahren in den unterirdisch liegenden Bereich hinein. Uih, hier wimmelt es von tschechischen oder polnischen Polizeibeamten. Wieder sehe ich diese dunkelgrünen alten Polizeiautos mit dem stumpfen Lack. Langsam rollen wir daran vorbei, ohne dass wir angehalten werden. Dann kommen wir an und steigen aus. In dem ungemütlichen Lagerraum liegt eine Menge Zeug herum – ich kann es nicht erkennen/benennen. Vielleicht Hehlerware? Wir treffen auf eine Großfamilie. Alles Tschechen oder Polen, alle ärmlich gekleidet. Sie halten sich sowohl im Lagerraum als auch im Eingangsbereich meines Wohnraumes auf. Als ich bei mir ankomme, stelle ich mit angenehmen Gefühl fest, dass in diesem Raum alles aufgeräumt ist. Eine lange Bücherwand zur linken Seite. Dem gegenüber eine Wand mit Panoramafenstern. Ich bin dafür, jetzt erst einmal das Abendbrot für alle zu richten. Dabei werde ich auf alle Fälle drauf achten, die Ordnung zu bewahren.
[…]
Eine große Kiste frisches Gemüse wird geliefert. Ich nehme sie in Empfang und rieche die würzigen Düfte.
[…]
Nicht mehr lang, da wird die Polizei zur Hausdurchsuchung erscheinen. Sie stehen bereits in der offenen Tür. Eine gewisse Ordnung zu bewahren, könnte den Ablauf günstig beeinflussen. Dann kommen sie, stellen ihre Fragen und überschauen die Situation. Es ist gut.

Frau Pfeil steht neben mir und ich sage zu ihr: „Dies ist mein Raum.“ „Ah ja“, antwortet sie mit geringem Interesse. Klar, wen interessiert es schon. Nur weil ich denke, auf ein aufgeräumtes Zimmer stolz sein zu können?
[…]
Später stehe ich mit einigen Frauen zusammen, in einem Hinterraum mit vielen großen Fenstern zum Meer. Sie alle tragen Badekleidung, und warten darauf, dass wir losgehen. Ich bin nackt. Mike hatte sehr darauf geachtet, dass ich garantiert keinen Badeanzug mit auf die Reise nehme. Möglich, dass er ihn sogar wieder aus dem Reisegepäck nahm. Er mag es viel lieber, wenn ich nackt bin. Es sei vor allem für mich wichtig, möglichst viel nackt zu sein – das betont er immer wieder. Mich amüsiert nun diese Situation. Nacktheit ist an diesem Ort und in Gegenwart dieser Frauen nicht angemessen, aber da mir kein Badeanzug zur Verfügung steht, kann ich ja nix dafür. Mit zurückhaltendem Lachen drücke ich mir ein Stück Sackleinen – es ist zu einem U geformt, fühlt sich sehr rau und hart auf der Haut an – vor die Brust und sage amüsiert zu den Frauen: „Ich muss heute nackt bleiben!“ An und für sich gefällt es mir eh besser, aber als einzige Nackte unter Bekleideten fühle ich mich dann doch unangenehm nackt.

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