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Kalender und Kuckucksuhr

Traum:
Ich stehe im Halbdunkel direkt vor einer Wand. Ein Mann steht nah hinter mir und beobachtet schweigend mein Tun. Vor mir hängt eine Jahresübersicht, die aus einzelnen schwarzen Zettelchen mit Monatsübersichten besteht. Drei Reihen á vier Monate. In der oberen Reihe eines Monatszettels stehen weiß gedruckt die Wochentage. Aus diesen Wochentagen ragt jeweils ein farbiger Zwirnsfaden hervor, der bis zum jeweiligen Datum in der untersten Reihe reicht. Ich ziehe nun nach und nach aus jedem Wochentag einen solchen Faden heraus. Ganz vorsichtig, bis er das unterste Datum des jeweiligen Monatserreicht. Für den Januar klappt es ganz gut. Da hängt nun ein roter, ein blauer, ein gelber Faden, und so weiter. Beim Februar beginnen die ersten Schwierigkeiten, denn wenn ich den Faden weit genug nach unten ziehe, kann es sein dass der vorherige Faden sich wieder zurückzieht; also nicht mehr bis nach unten reicht. Die Fäden scheinen alle miteinander verbunden zu sein. Es braucht viel Geduld und Fingerspitzengefühl, genau die richtige Zugkraft auszuüben, die für eine gleichmäßige Verteilung des Fadens sorgt.

Ich meine mich auch zu erinnern, dass ich es vor vielen Jahren schon mal so machte, allerdings die vergangenen Tage mit einem Kreuzstich überstickte. Ja, ich überlege, dass ich damals die Nadel immer am Faden hängen ließ, damit ich am nächsten Tag nicht danach suchen musste, wenn ich den zurückliegenden Tag mit einem Kreuz absticken wollte. Andererseits kann ich mir kaum vorstellen, dass ich immer eine Nadel am losen Faden vor dem Kalender hängen hatte. Okay, ich halte es für möglich, dass sich die Fäden bis April gleichmäßig herausziehen lassen; auch ohne den Faden mittels Kreuzstich zu fixieren. Aber wie das in den Folgemonaten werden soll… Das könnte echt schwierig werden.

Während der ganzen Zeit nehme ich vage etwas wahr, dem ich allerdings keine gesonderte Aufmerksamkeit schenke: etwa einen halben Meter über meinem Kopf schwebt etwas vor der Wand. Nichts greifbares, eher eine Art Fata Morgana: Eine urige, handgeschnitzte Kuckucksuhr, die an ein Rübezahl-Gesicht denken lässt. Zersauste dunkelgraue Haare umwehen diese Uhr – die Augenbrauen sind so lang, dass sie sich teils über die „Augen“ legen. Der lange Schnurrbart hängt zottelig über dem „Mund“. Die alte Zeit weht wie von sanftem Wind bewegt ganz leise hin und her.

Notiz:
Gestern vor dem Schlafengehen noch einige wichtige Termine in den Kalender eingetragen.

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