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Versuchungen

Traum:
In unbenennbarer Begleitung schaue ich mich in den unteren Räumen der Wohngemeinschaft um. Mir gefällt der gemütliche Essplatz in der Küche. Toll finde ich vor allem, dass die Lampe nicht direkt über dem Tisch hängt, sondern dahinter. Dabei ist die Lampe so weit zum Fußboden herabgelassen, dass sich nur indirektes Licht durch den orangeroten Lampenschirm verströmt. Genau die richtige Beleuchtung für lange Plauderabende am Tisch. Es ist so bemerkenswert, dass ich die Person an meiner Seite darauf aufmerksam mache. Diese Idee mit der Lampe will ich mir unbedingt merken, um es später auch in meiner Wohnung umzusetzen. Deshalb werfe ich noch einen zweiten Blick zum Küchentisch; und stelle etwas enttäuscht fest, dass in der Verkleidung, nah über dem Tisch, doch noch ein Leuchtkörper verborgen ist. Jemand schaltet das Licht ein – oje, das auch noch! Aber man könnte das Licht auch ausgeschaltet lassen, oder? Ich kenne die Antwort darauf und ich verspüre ein unangenehmes Gefühl mit dem Wissen, dass es klüger ist, das vorhandene Licht auch einzuschalten.

Auf der Arbeitsplatte neben der Spüle liegt ein großes aufgerissenes Vollkornbrot auf dem Holzbrett. Ein ganz frisches, noch feuchtes Brot aus dem Bioladen. Die WGler haben bereits davon gegessen. Um dem Brot etwas von der Feuchte zu nehmen, und um es bekömmlicher zu machen, streuten sie geröstete Haferflocken in den offenen Laib. Wir greifen mit den Fingern zu und rupfen uns etwas von dem Brot heraus. Die gerösteten Flocken schmecken wie gerösteter Sesam – es ist lecker. Da so reichlich von dem Brot vorhanden, habe ich keinerlei Bedenken dabei, mich einfach zu bedienen.

Vielleicht war es meine Bewegung, vielleicht auch nicht. Mit einem Male fällt jedenfalls ein Haufen Silbergeld vom Küchentisch. Ich drehe mich um und mache mich dran, das Geld wieder einzusammeln. Oh wow, es ist ein recht großer Haufen. Da würde es kaum auffallen, wenn ich mir zwei oder drei von den silbernen Euros nehme?! Noch während ich innerlich mit mir kämpfe – soll ich, soll ich nicht? – kommt der junge Mann aus der WG hinzu und sammelt sein Geld ein. Er lächelt mir freundlich und wohlgesonnen zu. Das finde ich umso sympathischer, da ich stark vermute, dass der Mann deutlich spürte, mit welchen Überlegungen ich mich gerade herumtrage. Da hat er sich bestimmt gedacht: ‚Sicher ist sicher, sammele ich mein Geld doch lieber selber ein; dann führe ich sie auch nicht in Versuchung.’ Das ist echt nett.

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