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Frau – Öl auf Leinen

Traum:
Eine Frau – etwa 35 Jahre, honigblonde, leicht gewellte Haare, nackt – tritt in das Schlafzimmer. Mike hat sich gerade angekleidet und schaut seiner Frau liebevoll dabei zu, wie sie so zielstrebig und entschlossen hereingestürmt kommt. Sie geht auf ein Leinentuch zu, das an der Wand hängt. So wie die Frau darauf zugeht, könnte man meinen, dort hinge ein Spiegel und kein Leinentuch. Das Leinentuch zeigt Abdrücke und teils Umrisse ihres Körpers – Ölspuren, die sie vermutlich zurückgelassen hat, als sie mit dem Tuch in körpernahe Berührung kam. Wenngleich die Frau direkt vor dem Leinentuch steht, so schenkt sie dem natürlich keinerlei Beachtung. Schließlich hängt es ja schon länger da. Dennoch geht ihr Blick in Richtung es Tuches – so als wolle sie in einem Spiegel ihre aufrechten Haltung überprüfen. Dabei sagt sie zu Mike mit fester Stimme und aufrechtem Rückgrat, wie sehr es darauf ankäme, seiner Stimme all die Kraft mitzugeben, so wie sie innewohnt. Es sei entscheidend, der eigenen Stimme die volle Klangkraft und dem Körper eine selbstbewusste Haltung zu verleihen, wenn man ein klares und selbstbestimmtes Leben führen wolle. Während ihrer Worte wird der Tonfall immer nachdrücklicher. Und nun – nicht nur beispielhaft – bittet sie Mike mit bestimmter Freundlichkeit das Sanddornöl zu nehmen und sie damit einzureiben. Mike macht das gerne, ganz selbstverständlich. Ja, er freut sich darauf, es jetzt zu tun. Es scheint tatsächlich so, als habe seine Freude auch etwas mit ihren eindeutigen und klaren Worten zu tun, so dass er aufgrund dessen gar nichts anderes als Freude oder dergleichen empfinden kann. Er verreibt einige Tropfen des Öls zwischen den Handflächen. Kaum reibt er davon etwas auf ihren Oberarm, da springt sie davon und sagt abwehrend: „Viel zu viel Öl!!“ Rasch greift Mike einen Lappen, will damit das überflüssige Öl von ihrem Körper nehmen, aber sie lässt sich nicht darauf ein und entschwindet mit eiligen Schritten in den angrenzenden Raum. So als befürchte sie, ihre Haut könne unter zu viel Öl regelrecht ertrinken.

Notizen:
Die Frau erinnert an das Bild „Caucasian Woman“ (übrigens auch Öl auf Leinen) von Alex Grey

Beim ersten Erinnern des Traumes fiel mir das Turiner Grabtuch ein. Das Leinentuch im Traum weist allerdings frische, goldgelbe Ölflecken auf.

Als ich dann in der Küche den Rest Quarkstrudel sah, wurde mir sogleich die alltägliche Ebene des Traumes klar: Ich hatte gestern nämlich den gebackenen Quarkstrudel zum Ausfetten auf ein Stück Küchenkrepp gelegt. Das gab auch reichlich Ölflecken.

Links:
'Sanddorn' von Traumzeit
Sanddorn – Beschreibung

Die Geschichte des Grabtuch von Turin (Zusammenfassung)
Forschungsprojekt Turiner Grabtuch
Das Turiner Grabtuch – Diplomarbeit von Mag. Arabella Martínez Miranda

Rezept Topfenstrudel

Sanddorn in einem anderen Traum:
Im Mandala-Dom

Bildquelle: Stock.xnchg/ Karunakar Rayker

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