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Mit der Weberin in Berlin/Kaiserslautern

Traum:
Dass ich die ganzheitliche Weberin hier und heute treffe… na, das ist überraschend und erfreulich. Wir umarmen uns zur Begrüßung – Nähe und Vertrautheit. Nebenbei registriere ich, bei meinem nach links gerichteten Blick über ihre Schulter, einen Ablauf. Wir scheinen in einem offenen Bus langsam die Straßen dahin zu rollen. Durch ein großes Fenster sehe ich, dass wir gerade an einem eindrucksvollen alten Gebäude vorbeifahren. Begriffe wie Residenz, Preußen, Kutschen gehen mir durch den Kopf; schemenhaft tauchen Bilder auf: Männer in dunkelblauen Waffenröcken und Pickelhauben, auf schwarz gescheckten Schimmeln. Also, da sind wir wohl in Berlin! Und diese Straße ist die… Leopold… Irgendwas mit Leopold. Vielleicht Leopoldstraße. Vielleicht ist es später noch einmal von Bedeutung zu wissen, an welchem Ort ich mit der ganzheitlichen Weberin war. Es ist jedenfalls so, als weckte mich etwas aus dem Innern, um mich wach genug zu machen, dieses Aufmerken und Herantasten an einen Ort als Erinnerung zu speichern. Am Rande bemerkt, aber aus der Mitte ausströmend wahrnehmbar: die wohltuend warmherzige Präsenz eines offenen Mannes, der allerdings inzwischen gegangen ist.

Dann lösen wir uns aus der Umarmung, ich trete einen Schritt zurück, wir unterhalten uns. Fast unbewusst zuppelte ich nun hier und da an der vielfältigen Kopfbedeckung der Weberin. Erst als nur noch ein viereckiges Stück Plastikfolie auf dem Kopf liegt – von vier Klebebändern in Haubenform gehalten – merke ich auf. Von meinem Tun belustigt, greift sich die Weberin mit leise glucksendem Lachen an die Haube und sagt, spätestens jetzt müsse ich aber mit meinem Rumgefingere aufhören, sonst verlöre sie noch alles!
Oh ja, na klar!

Nochmals zieht der Hintergrund die Aufmerksamkeit auf sich, wobei der Blick nun eher nach rechts gezogen wird, wo es keinen Ausblick, rein gar nichts zu sehen gibt. Dennoch, oder gerade deswegen, drängt sich etwas in mein Bewusstsein, was ich erst einmal als unlogisch abwehre: Wir sind in Kaiserslautern. Es spielt keine Rolle, dass es mir vorkommt, als läge nun Kaiserslautern am Orte Berlins.

Wir machen uns auf den Weg in eine Buchhandlung. Mike ist auch dabei. Im Untergeschoss entdecke ich einen Ständer mit einer großen Auswahl Taschenbüchern aus der Reihe “Rororo Transformation”. In diesem Augenblick wird mir klar, dass ich in dieser Buchhandlung schon einmal war – vor längerer Zeit. Voller Begeisterung fällt mir ein, dass es hier eine große Auswahl sehr interessanter Bücher zu eher ausgefallenen Themen gibt und ich freue mich total, hier gelandet zu sein. Hei, das wird ein Genuss, hier zu stöbern und dabei so manches noch unbekannte Buch zu entdecken!

'Sacred Mirrors' von Traumzeit Während die Weberin unten bei den Büchern bleibt, gehe ich eine Treppe hinauf, denn ich will zur Toilette. Mike ist mir dicht auf den Fersen. Ja, ich meine sogar, dass er es ist, der mich drängend daran erinnert, immer wieder zur Toilette zu gehen! Auf dem Treppenabsatz, auf halber Höhe, verwehrt uns ein kleines Gartentor den freien Weg.
Ein paar schmale, aber großformatige Bände – darunter bemerke ich vage „Sacred Mirrors“ von Alex Grey – waren wohl gegen das Türchen gekippt und ließen sie zufallen. Wir steigen drüber weg. Eigentlich nichts Erwähnenswertes, aber dennoch von dem Gefühl begleitet, eine selbstbewusste Entscheidung getroffen zu haben. Anfangs zögerte Mike und war unsicher, ob das wirklich der richtige Weg ist.

Der kleine Toilettenraum ist erreicht. Es ist angenehm, die Ruhe, nachdem die Tür geschlossen ist, und hier nun für einige Minuten allein zu sein. Weniger schön finde ich den kleinen Mülleimer direkt neben der Tür. Er ist offen, quillt über – größtenteils von blutigen Monatsbinden, Tampons und zerknüllten Papiertüchern. Dann sitze ich auf der Toilette und stelle fest, dass sogar die ersten vier Blätter des Toilettenpapiers voller altem Menstruationsblut sind. Es ist Toilettenpapier aus ursprünglich sonnengelbem Frottee. Das ist ziemlich unappetitlich. Mit spitzen Fingern greife ich zum fünften Blatt vor und reiße die verschmutzten Blätter ab.

Notiz:
Ein Buch aus der Reihe “Rororo Transformation“ gab es im Traum „Das Hohe Lied und Anime“

Links:
Ein Helm der preußischen Landwehr

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