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Traumnähe

Traum:
Mein Freund Valerin ist überraschend zu Besuch gekommen. So sitzen wir bereits eine ganze Weile zusammen auf der Couch, als mir bewusst wird: ich sitze noch im Nachthemd und den schwarzen Samtsocken da, bin ungewaschen und ungekämmt. Valerian und ich sitzen nah zusammen, sehr nah. In diesem Augenblick liegt sein Kopf zwischen meinen wirren Haaren in der Halsbeuge. Ja, es ist kuschelig und angenehm ofenwarm. Wärme und Nähe verbinden uns schon länger – allerdings bisher nicht auf körperlicher Ebene. Sein anschmiegsames Entgegenkommen wundert mich, wenngleich ich das Wundern zurückhalte, damit ein zu großes Wundern ihn nicht zurückschrecken lässt.

Da er gerade hier ist, möchte ich ihm gerne einen Film zeigen, der eher zufällig durch ein Aneinanderreihung einzelner Traumbilder entstand, die wiederum mit einzelnen Szenen aus Star Trek hinterlegt wurden – alles nicht beabsichtigt! Am frühen Morgen also hatte ich diesen Film entdeckt und habe selbst noch gar nicht alles ansehen können. Nun möchte ich Valerian die besten Szenen zeigen. Mein Laptop steht vor uns auf einem Couchtisch und ich spule das Filmchen vor und zurück; bin mir des ganzes Ausmaßes, seiner ganzen Länge nicht bewusst, was es etwas schwieriger macht. Aha, da eine längere Szene mit Darth Vader – eigentlich meine ich Star Wars – im Untergrund! In einem unterirdischen Maschinenraum kämpfen einige futuristisch aussehende Sonderlinge, geben raubtierähnliches maschinensurrendes Knurren ab. Jedenfalls ist eine tolle Energie spürbar – kraftgeladen, entschlossen und auf ein Ziel konzentriert. Immer wieder dazwischen meine Traumbilder – alles in allem wie eine homogene Masse, die linear betrachtet einen faszinierenden Film ablaufen lässt. Als der Film an einigen Stellen in zwei- oder auch vierfacher Geschwindigkeit abläuft, erinnere ich mich, dass ich vorhin hier und da vorgespult hatte. Nichts davon ahnend, dass der Film daraufhin in diesen Geschwindigkeiten abgespeichert würde! Vermutlich hätte ich es dann unterlassen. Schade, aber naja, nun ist es so.

Valerian zeigt sich am Film interessiert, ist an körperlicher Nähe aber mindestens ebenso stark interessiert. Es ist herrlich, so zärtlich gestreichelt zu werden. Mich wundert es nach wie vor, denn unsere Freundschaft war immer rein platonisch. Und selbst jetzt habe ich nicht den Eindruck, als wolle einer von uns etwas daran ändern. Moina kommt hinzu, schaut vergnügt zu uns her und spielt dann mit ihren Spielsachen. Sie wundert sich jedenfalls über nichts. Als Mike dann nach Hause kommt, gehen wir alle zusammen hinaus. Auf einen Marktplatz, der inmitten einer felsigen Natur liegt. Ich stehe auf einem hohen Felsen. Dicht hinter mir steht Valerian am Geländer gelehnt. Durch den dünnen Stoff meines Nachthemds hindurch spüre ich es hart und heiß, sachte drängend, zwischen meinen Pobacken pulsieren. Einen Moment lang genieße ich es, bis wir unseren Weg fortsetzen. Mike ist schon unten angelangt. Ich werde jetzt den Sprung vom Felsen wagen. Uih, das geht doch ziemlich tief runter. Mike kletterte die Felsen hinab und schaut etwas besorgt zu mir, als er mein Vorhaben erkennt. Mit solch einem Sprung würde ich Knochenbrüche riskieren. Ob ich Hilfe in Anspruch nehmen sollte? Ich sehe niemanden, der sie mir anböte. Da reiche ich einfach einem der Männer, die noch hier oben stehen, die Hand. Der Unbekannte greift sie fest und ich springe… Die Landung ist sanft und ein Aufatmen unter den Menschen ist spürbar.

Später bin ich mit mir allein – in einem nahezu dunklen Raum. Ich besinne mich der Erlebnisse, spüre den Begegnungen mit der Weberin und Valerian nach. Wackele dabei gedankenverloren an meinem hintersten Backenzahn (rechts unten). Oh, der ist ja ganz locker?! Ach ja, das ist wohl das Alter. Ich ruckele noch etwas, und mit einem süßen Weh spüre ich es reißen – so wie wenn man etwas Verwurzeltes aus lockerer Erde zieht. Den Zahn habe ich mir gezogen. Schön anzusehen ist es nun nicht, aber es zieht ein angenehmes Gefühl der Befreiung nach sich. So, nun kann ich meinen Weg fortsetzen.

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