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Unbefriedigendes Techtelmechtel

Traum:
Im Eingangsbereich einer weiträumigen Kindertagesstätte. Hier warte ich gemeinsam mit Moina. Bald erscheint der Betreuer, der gleichzeitig ein mir bekannter Erwachsenenlehrer ist. Es ist noch nicht lange her, da hatten wir ein einmaliges Techtelmechtel, was ich in sehr angenehmer Erinnerung habe. Als er durch die Eingangstür kommt, nutzt Moina den Augenblick, um durch diese hindurch zu gehen, wobei sie „Aaah!!“ ausruft, so als habe sie jetzt etwas Entscheidendes begriffen.

Der Betreuer ist ausgesprochen guter Laune, summt oder pfeift leise ein Lied vor sich hin, während er mit weit ausholenden Schritten in die nächsten Räume der Einrichtung hinüberschreitet. Es entlockt mir ein leises Schmunzeln, als ich einen breiten hellrosa Lippenstiftabdruck auf seiner Wange entdecke. Daher also diese gute Laune! Die Frau, mit der er heute Morgen zusammen war, wird recht volle Lippen haben. Und so wie es aussieht, hat sie ihm den Kuss mit einem breiten Lächeln aufgedrückt. Der Mann bemerkt ganz offensichtlich nichts von der hinterlassenen Spur.

Ach naja, eigentlich hatte ich gedacht, wir würden uns noch einmal treffen. Aber wenn da jetzt diese andere Frau ist, dann… kann ich mir das wohl abschminken. Ich atme tief durch und fühle mich danach unbeschwerter.

Nur wenig später kommt dieser Mann doch noch auf mich zu. An seiner geröteten Wangenhaut erkenne ich, dass er sich den Kussmund inzwischen abgerieben hat. Wir begeben uns, wie bereits beim letzten Mal, an einen öffentlichen Treffpunkt. Dort angekommen, machen wir es uns unter eine Wolldecke gemütlich. Wenn ich mich richtig erinnere, war der Mann beim letzten Mal zugewandter und zärtlicher. Heute liegt er einfach da, während ich mit vielen Küssen seinen warmen nackten Körper erkunde. Das ist etwas ernüchternd und ich komme nicht so recht in Stimmung. Da bemerke ich, dass auch er nicht erregt ist. Von der Wärme und vom Duft angelockt, schmiege ich meine Nase unter seinen weichen Sack. Das fühlt sich total gut an. In diesen wenigen Augenblicken ist seine Männlichkeit prachtvoll angewachsen und ich genieße den Anblick einer außergewöhnlich schön geformten Eichel. Sanft umfahre ich sie mit dem Finger und bekomme Lust auf ihn. Jedoch sind so viele Menschen um uns her, wir sind nicht ungestört und er bleibt passiv. Zu einem befriedigenden Ergebnis wird es hier nicht kommen. Mit der aufkommenden Frustration über alles schwindet dann auch wieder die Lust.

So krabbele ich bald unter der Decke hervor und lehne meinen Kopf an seine Schulter. Was ich schon immer wissen wollte, seitdem ich hier in Frankfurt lebe: „Gibt es hier eigentlich so eine Art Mittwochszeitung? Okay, ich kenne dieses Werbeblatt – komme nicht auf die Namen Blitztip und Äppler - die einmal wöchentlich in den Postkästen liegen. Darin sind ja auch einige Stellenangebote, Verkaufsinserate und dergleichen. Das meine ich aber nicht, sondern mir schwebt da etwas Inhaltsreicheres vor.“
Der Mann antwortet, so etwas gäbe es nicht; und wirkt dabei verwundert. Etwas eingeschüchtert, entschuldige ich mich für mein Unwissen und sage mit leiser Stimme: „Ähm, ich komme aus einem… einem 10 000 Seelendorf. Da ist manches anders.“
Ich weiß, dass Worpswede – soweit ich weiß – noch keine 10 000 Einwohner hat. Da ich aber nicht weiß, wie weit die Einwohnerzahlen gestiegen sind, rundete ich die Zahl auf. Überlege nun, ob ich das auch noch erklären sollte, damit ich nicht noch einmal dumm dastehe, falls er die genauen Zahlen kennt.

Seinen Arm um mich gelegt, streichelt er leise meinen Arm und so keimt Hoffnung in mir auf, doch noch auf meine Kosten zu kommen. Inzwischen wirkt er interessierter und so gelangen wir, uns mitsamt der Decke voran wühlend, zu einem Podest. Ein kleiner Junge hat dort viele Lego-Fahrzeuge – überwiegend aus schwarzen Steinen – aufgebaut. Er erzählt, dass auch Fahrzeuge seines Freundes darunter seien; deshalb parkten hier so viele. Wir schieben die Autos etwas zusammen, und ich hoffe, wenigstens meinen Kopf auf dem Podest ablegen zu können. Das gäbe mir eine stabilere Position, wodurch bewirkt würde, dass ich durch mein Umfeld weniger beeinflussbar wäre. Außerdem wären wir hier nicht so den Blicken der guten Bürger ausgesetzt. Der Rest wird sich schon finden.

So ist es dann leider doch nicht! Wir sind noch eine ganze Weile zusammen, ohne dass es zur erlösenden Vereinigung käme. Irgendwann steht er auf um zu gehen. Sonderbar und etwas enttäuschend ist, dass er nicht fragt, ob wir diesen Ort zusammen verlassen wollen – wir waren ja auch gemeinsam gekommen. Aber vermutlich sehe ich das viel zu eng. Mit tiefem Durchatmen entspanne ich mich und spüre wieder Unbeschwertheit. Da wirft er noch einmal einen Blick zurück zu mir und sagt: „Du weißt, ich helfe Dir jederzeit sehr gerne!!“ (Damit spricht er auf die Sache mit der Zeitung an.) Seine Worte sind wie die eines Freundes, sein Lächeln zugewandt und sein Blick liebevoll; damit hatte ich nicht gerechnet. Nebenbei bemerkt: sehen seine Zähne heute nicht etwas anders aus als beim letzten Mal?!?

Er ist fort, und auch ich mache mich auf den Weg hinaus. Das Schlupfloch nach draußen findet sich in einem eher abgelegenen Raum. Alles liegt menschenverlassen. Wie durch einen Schacht muss ich krabbeln. Muss aber zuvor die von mir errichtete Klappvorrichtung aus Holz beiseite tun, damit ich hindurch komme. Gleichzeitig darauf achtend, dass die Klappvorrichtung auch noch von außen erreichbar bleibt, damit diesen geheimen Zugang unauffällig verschließen kann.

Von mir unbemerkt weitete sich dieser Schacht zu einem kleinen Lagerraum. Cleo ist da, sortiert in den weißummantelten Drahtkörben das Werkzeug und die Kleinteile. Zwischendrin fand sie einen großen angeknabberten Brezel aus Schaumzucker, mit Schokoglasur ummantelt und mit bunten Zuckerstreuseln dekoriert. Sie fasst ihn mit spitzen Fingern und reicht mir den Rest. Ich verstehe ihr angewidertes Gehabe nicht, denn es ist doch klar, dass der Mann von vorhin daran naschte. Ich greife herzhaft zu und überlege, etwas davon zu naschen.

Später begegne ich diesem Mann nochmals in Begleitung seines Kumpels. Die Situation ist anders als vorhin. Sachlicher, aber auch spürbar interessierter. So erzähle ich den beiden Männern den Traum mit den Tellern und frage nach ihrer Meinung dazu. Sie sehen das Folgendermaßen:
Wenn die Teller tatsächlich in meinen Einkaufskorb passten, dann müsste man sie mir auch verkaufen – das steht mir zu. Allerdings solle ich eines dabei bedenken: Ob die Teller wirklich in den Korb passen, ist auch eine Frage meiner Sichtweise! Mag sein, dass die Teller aus meiner Sicht in den Korb passen, aber ich müsste meine Sichtweise auf jeden Fall hinterfragen! Denn vielleicht passten die Teller ja nicht wirklich in den Korb?!

In mir macht sich leise Empörung breit. Also, das ist ja… !
Gehe dann aber auf Distanz zu mir und muss zugeben, dass Empörung auch immer ein Zeichen dafür ist, dass etwas Wahres an einer Aussage dran ist. Ich halte die Abwehrreaktion einen Moment aus, entspanne und werde mich jetzt mit Hilfe der Männer an eine Analyse machen. Vielleicht finde ich heraus, was an meiner Sichtweise noch korrigiert werden müsste.

Notiz:
In eine ähnliche unbefriedigende Richtung ging es kürzlich schon einmal.

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