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Echsenkot

Traum:
Märchen liegen auf der geöffneten Hand; erinnerungssymbolisch wie ein goldbarrengroßes Stück zusammengepresste, mit etwas Stroh vermischte Ausscheidungen. Sie sollen zerdröselt, analysiert und entmystifiziert werden. Dagegen steht (m)ein nicht hinterfragter Widerwillen, der sich einstellt, sobald es um irgendeiner Form der Entmystifizierung von Märchen geht. So kamen wir die ganze Traumnacht an diesem Punkt nicht weiter – meinem Empfinden nach.

Der weitere Weg führt mich an einen von der Ex-Älteren gedeckten Tisch. Dieser Tisch ist symbolisch gleich einem Sandstrand. Denn hinter dem Tisch beginnt das Dunkel, also das Meer. Das Gefühl also, am Meer angekommen zu sein. Vier Gedecke. Vier Eierbecher mit einem Zeitungsfetzen abgedeckt. Gleich wird es soweit sein, also nehme ich schon mal das Zeitungspapier herunter. In jedem Eierbecher ein paar Stückchen Zucker-Lakritz-Konfekt. Ich gehe ein paar Schritte zurück; warten auf den Rest der Erwarteten. Die Ex-Ältere deckt die Eierbecher sofort wieder zu. Womit mir klar wird: es war nicht richtig – vielleicht noch zu früh – was ich tat.

Zwei Personen stehen dann da. Ein unbekannter Mann der Ex-Familie und die Ex-Mütterliche(?). Sie stehen im 90°-Winkel zueinander, einander nah. So nah, dass sich zwischen ihnen, in Bauchnabelhöhe, ein weißer Stoff von den Maßen eines großen Taschentuches spannt; rundum von wie neu glänzenden Spiralfedern gehalten. Der 90°-Winkel lässt zu, dass diese Spannung erhalten bliebt.

In Wirklichkeit stehen sie einander gegenüber. Anfangs hält die Mütterliche eine Echse – sie ähnelt einem schwarzen Zwergwaran – in den Händen, die just in diesem Augenblick ein lakritzstangenähnliches Stück am Hinterteil absondert. Finde ich nicht gut, nee, finde ich echt nicht gut! Der unbekannte Mann übernimmt die Echse. Auch in seiner Hand geschieht nochmals das Gleiche: ein lakritzschwarzes Kotstängelchen landet auf dem weißen Tuch. Innerliches Kopfschütteln darüber, dass die Beiden dies so zulassen, ohne sich darüber zu beschweren.

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