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Zauberalgen und Bluthusten

Traum:
Mit Moina an der Hand erreiche ein Hafenbecken; es liegt in schemenhaftem Dunkel. Wie erwartet, hat das Passagierschiff inzwischen angelegt und die ersten Passagiere kommen von Bord. Moina hat ein großes gelbes Plastikei in der Hand – ein teilbares Ei, das mit einer Überraschung gefüllt ist. Sie ist im Begriff es samt dem Inhalt ins Wasser zu werfen. So soll es auch sein; es ist nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht!
Mir widerstrebt es dennoch. Über die Köpfe der Menschen und über das Schiffsdeck hinweg ein Plastikei ins Wasser zu werfen… – ist es nicht so ähnlich, als entsorge man seinen Müll hier?
Im Außen, von allen Seiten, ermuntern mich stumme Stimmen es zuzulassen. Ich gebe mir einen Ruck und Moina wirft das Ei. Es versinkt im Wasser. Am Meeresgrund angekommen, wird es langsam seine Schale öffnen, und aus dem Innern wird eine Zauberalge emporwachsen. Na gut, eine ganz schöne Vorstellung; falls überhaupt was dran ist.

Während ich die Schiffsreisenden an Land gehen sehe, spüre ich ein vages Fernweh. Ein Gefühl der Freiheit schwingt mit, wenn ich mir vorstelle, immer wieder Neuland zu betreten, um dann wieder zu neuen Ufern aufzubrechen und die Welt entdecken. Fast möchte ich die Menschen hier beneiden. Zwischen den entgegenkommenden Passagieren ist auch eine Frau, die eine andere Frau im Rollstuhl schiebt. Ja, für diese beiden ist die Freiheit sicherlich eingeschränkt. Die Frau, die den Rollstuhl schiebt, sagt: „Was nicht zu sehen ist; im Innern ihrer Brust sammelt sich immer wieder Blut, das sie in Abständen aushustet.“ Dabei zeigt sie auf die Frau im Rollstuhl
Oje, da braucht sie viel Fürsorge und Pflege. Beiden Frauen bleibt gar nicht viel Zeit zum unbeschwerten Genießen. Nein, ich beneide sie beide nicht!

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