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Schwerwiegende Traumaufzeichnungen

Traum:
Ein Fernsehmoderator betritt das kleine Studio. Er sagt, er habe mir eine positive Mitteilung zu machen und öffnet währenddessen den dicken Leitzordner, den er mitbrachte. Als ich den bedruckten Papierstoß darin sehe, wird mir sofort klar, wovon er spricht. Ich habe nämlich sogleich meine Traumaufzeichnungen erkannt! So wie es aussieht, sind es alle bisherigen Träume des Jahres 2007.
„Ihre Traumaufzeichnungen wurden ausgewählt, in der nächsten Sendung vorgestellt zu werden“ erklärt der Moderator. Es kommt nicht so überraschend, da ich vor kurzem deswegen angesprochen wurde. Ich freue mich jedenfalls, dass es tatsächlich soweit gekommen ist.

Der Moderator geht zu einem alten Nähmaschinenschrank, hockt sich davor, öffnet die Tür und legt mit den Worten „Zuerst muss ich aber noch abwägen, ob das Gesamtgewicht im zulässigen Rahmen liegt“ den Traumordner in den Schrank. Er wartet kurz ab, schaut auf das Ergebnis und stellt fest: „Oh, das ist deutlich zu schwerwiegend!“
Flugs nimmt er einen Kreuzschlitz-Schraubendreher und dreht die hinten rechts angebrachte Schraube – sie verbindet das Schrankbein mit dem Schrankboden – etwas loser. Daraufhin wägt er nochmals ab; wiederum mit dem Ergebnis, dass es immer noch zu schwer wiegt. So lockert er auch noch die Schraube des Schrankbeines vorne links. Diese Aktion hat zur Folge, dass sich der Schrankboden ein wenig verlagert, was wiederum einen gewissen Einfluss auf das Wiegeergebnis hat.

Tatsächlich wird dann auch ein Gewicht angezeigt, das im Rahmen des Erlaubten liegt. Ich äußere mein großes Erstaunen, denn niemals hätte ich gedacht, dass eine leichte Neigungsveränderung eine so deutliche Erleichterung nach sich zieht! Eine Frau an meiner linken Seite – ich bemerke sie erst jetzt, da sie spricht – sagt mit ernstem und erfahrenem Gesichtsausdruck: „Ja doch, das ist tatsächlich in einem größeren Umfang möglich. Durch das Lösen der Schrauben lässt sich eine Gewichtsreduzierung von bis zu 60% erzielen.“
Wow, das ist ja fast unglaublich?! Immerhin steht einer Veröffentlichung jetzt nichts mehr im Wege! Oh, das ist echt toll!

Mit wenigen Schritten bin ich beim Moderator und falle ihm vor Dank um den Hals. Sofort ist da eine immense körperliche Nähe und Wärme, die sich ausgesprochen angenehm anfühlt; so schmiege ich meine vor Wärme gerötete Wange in seine knuffig warme Halsbeuge. Dazu noch die Freude – ein wunderbares Gefühl breitet sich aus.

Inzwischen haben offenbar die Aufzeichnungen für die Fernsehsendung begonnen, denn der Moderator spricht über meine Schulter hinweg in ein Mikro. Da stört es nicht, dass ich ihn immer noch umarme, denn es ist schließlich nicht zum Nachteil, wenn die Zuschauer live miterleben, welch große Freude sie bei den Menschen auslösen. Nur mehr wie durch Watte höre ich, dass der Moderator von meinen Traumaufzeichnungen berichtet. Es ist dieses wunderbare Gefühl warmen Verschmelzens, worüber ich den eigentlichen Auslöser fast vergesse. Mit einer streichenden Bewegung verlagere ich den Kopf und drücke ihm einen langen weichen Kuss auf die Wange… Öhm, ja… Ich glaube, das war jetzt zu viel des Guten, denn ich spüre – wenn auch nur vage – eine Anspannung in seinem Körper, die bis eben nicht da war. Naja, na gut, das ist mir jetzt natürlich ein bisschen peinlich.

Notiz:
Das ist doch immer wieder das Gleiche mit mir…

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10 Antworten zu Schwerwiegende Traumaufzeichnungen

  1. Was ich ganz drollig finde, ist die Idee, dass die Veröffentlichung vom Gewicht deiner Aufzeichnungen abhängen könnte. Ich schreibe auch gerade an meinem nächsten 5- Kilo-Roman…;-))

  2. REPLY:
    so habe ich das ja noch gar nicht gesehen! Das stimmt mich jetzt schwer nachdenklich. ;-)

  3. zuckerwattewolkenmond

    fällt dazu der Begriff “leichte Unterhaltung” ein. Deine Traumaufzeichnungen scheinen doch etwas zu gewichtig zu sein. ;o)

  4. REPLY:
    sehe ich vor allem in jenen Träumen, die ich – wenn ich sie als Geschichte sehe – total langweilig und nichtssagend finde. *g* Nur habe ich ja nicht vor, meine Träume als 5-kg-Roman zu veröffentlichen. Mein Schwer-Punkt liegt bei der Vollständigkeit – zwecks Mustererkennung! Jawohl ja! :o)

  5. REPLY:
    Der Smiley ist ja allerliebst…und dann erst der Satz dazu…*lach*…und ausgerechnet heute habe ich wieder mit einem leichten Schaudern festgestellt, dass ich wohl wieder einmal von der Zukunft geträumt habe. Deswegen halte ich meine Träume fest. Ich wußte gar nicht, dass ich diesen Traum geträumt hatte, bis ich mein Traumarchiv heute etwas gelangweilt durchblätterte.

  6. REPLY:
    Ist doch spannend, wenn sich herausstellt, dass Träume wahr werden. *verträumtes Seufz*…
    Oder war es was Schlimmes? Ist der Traum irgendwo zu lesen? Gibt es einen Link? Gibt es eine Beschreibung des realen Ereignisses?
    Mit neugierigem Lächeln ;-)

  7. REPLY:
    Ich mach´s jetzt spannend und sag, dass ich dir eine Mail schicke. LG, WilderKaiser

  8. REPLY:
    Willst Du mich wochenlang warten lassen, bis Du eine Mail schickst?? ;-)

  9. REPLY:
    Nein, nein, Mail ist bereits unterwegs. :-)

  10. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    Sehr gut. Anders wäre es sehr schade, zumindest für mich, denn um es hier nochmals anzumerken – mir gefallen gerade deine belanglosesten Träume und die Art wie du sie beschreibst, am besten. ;o)