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Das mache ich alles im Schlaf

Traum:
In einem hellen Schlafraum. Zwei Betten mit weißer Bettwäsche und eine Schlafstelle – ebenfalls in Weiß – für meinen kleinen Sohn. Mein Sohn ist sieben Monate alt; ein sehr lebhaftes Kerlchen. Kaum dass ich ihn schlafen legte, macht er sich schon wieder auf die Wanderschaft. So muss ich immer wieder nach ihm schauen. Rieke sagt, dass er mit seinen sieben Monaten ja wohl sprechen könne! Oh ja, bestätige ich, er spricht bereits Zwei-Wort-Sätze. Beispielsweise sagt er: „Ich fordere.“ Ich weiß nicht, ob das Rieke zufrieden stellt, wahrscheinlich hätten ihr schlechtere Nachrichten eher bestätigt, dass sie Recht hat.

Die Nacht ist unruhig; an Schlaf ist kaum zu denken. Immer wieder muss ich nach meinem kleinen Jungen schauen, der manchmal hellwach der Dinge harrt oder aber auf Entdeckungsreise ist. Gebe ich ihm nicht das, was er fordert, so holt er es sich eben selbst. Das ist nicht unbedingt ungefährlich.

Zwischendrin versuche ich dennoch immer wieder Schlaf zu finden. Gerade jetzt will ich mich erneut hinlegen. Da kommt Rieke daher und sagt, sie wolle bei uns schlafen. Okay. Ich weise lahm und müde auf ein frisch bezogenes Bett – es steht nur wenige Meter von meinem Bett entfernt. Zwar stehen auf der Matratze noch zwei Glasscheiben, die mittels Magnete aneinander fixiert sind, aber sie wird es sich schon richten, gell. Natürlich ist es frech, mich nicht mehr um die alte Dame zu bemühen, aber ich bin echt müde.

Kaum liege ich unter der Decke – mit dem Rücken zu Rieke, um Ruhe zu finden – höre ich die Stimmen zweier alter Damen; Freundinnen Riekes. Sie wollen etwas mit ihr besprechen, das ich auf keinen Fall hören soll. Ich ahne, dass es dabei um eine Erbschaftsangelegenheit geht. Die beiden Damen treten nun also erst einmal an mein Bett um zu überprüfen, ob ich auch wirklich schlafe und somit nichts höre. Blöd, ich schlafe noch nicht! Wenn sie es bemerken, dann wird es erneut Unruhe geben, ich werde aufstehen und das Zimmer verlassen müssen. Aber ich will schlafen, endlich schlafen! Also beschließe ich, mich schlafend zu stellen. Da die beiden Frauen so schnell sind, bleibt mir nichts anderes übrig, als in der momentanen Bewegung zu verharren. Den angewinkelten Arm erhoben, mit einem Deckenzipfel zwischen zwei Fingerspitzen. Eine unnatürliche Haltung für eine Schlafende, aber ich muss das jetzt glaubhaft durchziehen. Das Dumme ist, dass es mir nicht gelingen will, meinen Augen zu schließen. Jeder Versuch endet damit, dass die Augenlider zuckend und flatternd wieder aufklappen! Das gibt es ja wohl nicht! Vielleicht mit noch mehr Anstrengung und Willenskraft?!! Nein, es gelingt nicht, meine Augen flattern auf und auf und auf. Hoffentlich glauben die Beiden trotzdem, dass ich schlafe. Aber sie wirken sehr misstrauisch. So flüstere ich monoton murmelnd, nämlich wie im Schlaf:
„Das mache ich alles im Schlaf. Das mache ich alles im Schlaf. Das mache ich alles im Schlaf. Das mache ich…“
Hoffentlich ist das überzeugend, und sie lassen mir endlich meine Ruhe!

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