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Der Schultag beginnt mit leeren Händen

Traum:
In einem großen Schulgebäude. Ich gehe einen breiten Korridor entlang, fühle mich ausgeschlafen und durch irgend etwas belebt. Als ich an einem Spiegel vorbei komme – er hängt rechts von mir – werfe ich rein zufällig einen Blick hinein und sehe, dass ich meinen orangeroten Pulli trage. Öhm… nanu? Als ich an mir herunterschaue, trage ich meinen dunkelblau-weiß melierten Pulli. Das ist aber merkwürdig. Ein Schritt zurück und der Blick in den Spiegel bestätigt das Gesehene. Ich kann mir das nur so erklären, dass ich den orangeroten Pulli unter dem melierten trage. Ja, der orangerote Pulli schaut vielleicht an Saum und Halsausschnitt ein wenig hervor, so dass der Spiegel den ganzen Pulli zeigt.

Ich nähere mich dem Klassenzimmer, was mich nun unausweichlich daran erinnert, dass ich kein Schreibzeug, keine Hefte, keine Schulbücher bei mir habe. Ich habe nichts bei mir – rein gar nichts! Ich komme mit leeren Händen. Mich wundert das alles ja auch etwas. Normalerweise kenne ich es so, dass es Hausaufgaben aufgibt, die dann alle Schüler machen müssen. Hier an dieser Schule gibt es keine Hausaufgaben. Es gibt überhaupt keine Aufgaben, die mich in eine dieser unangenehmen Situationen bringen könnten, in denen man sich schlecht vorbereitet oder dumm fühlt. Auch die Tatsache, dass ich kein Schreibzeug dabei habe würde mich normalerweise ziemlich bedrücken! Aber an dieser Schule… alles kein Problem. Da leihe ich mir halt Bleistift und Papier vom Tischnachbarn – macht ja nix!

Als ich das Klassenzimmer betrete und meine Mitschüler betrachte, stelle ich fest, dass unser Unterricht noch gar nicht begonnen hat. Denn an den Tischen sitzen lauter Senioren und Seniorinnen. Aha, eine andere Klasse. Fein, dann habe ich noch etwas Zeit bis zum Unterrichtsbeginn. Ich gehe also den Korridor wieder zurück. Ganz langsam, weil noch Zeit ist, aber auch, weil es hier vollkommen dunkel ist. Nach wenigen Schritten spüre ich warme Tierleiber um meine Beine herumwuseln. Ich spüre nach und „sehe“ vier Hunde: zwei kleine weiße Hunde, einen mittelgroßen und einen großen dunkelbraunen Hund. Sie zu spüren ist angenehm und ich stelle erstaunt fest: ich verspüre keine Angst! Da geht das Licht an! Ich betrachte die Hunde, und sehe tatsächlich das, was ich im Dunkel gespürt hatte.

Ich betrete einen Klassenraum, der nicht für den alltäglichen Unterricht genutzt wird, sondern eher für bestimmte Projekte oder auch als Lagerraum. An einer Seite steht ein zweistufiges Podest. Dort oben sitzen Maurin und seine Frau. Ziemlich mittig im Raum steht ein fast mannshoher Pappkarton, der mit einem großen Plastiksack gefüllt ist, der eine große Ladung Bauklötze aus naturbelassenem Holz enthält. Auf Zehenspitzen stehe ich vor diesem Karton, greife hinein und nehme mal diesen mal jenen Bauklotz zur Betrachtung in die Hand. Hinter meinem Rücken höre ich Maurin und seine Frau leise miteinander sprechen. Es geht um eine Mail von mir, die beide gelesen haben. Sie hatte mir darauf unter seinem Namen geantwortet. Na, das ist ja interessant zu hören… Ich kann das noch gar nicht richtig glauben. Gerade sagt sie zu Maurin: „Sie (also ich) hat mir darauf geschrieben, ich sei inzwischen viel offener geworden!“ So auf die Schnelle könnte ich mich nicht erinnern, in letzter Zeit bei jemanden eine zunehmende Offenheit bemerkt zu haben?

Inzwischen hole ich ein Paar Zimbeln zwischen den Bauklötzen hervor; sie sind in einen Plastikbeutel verpackt. Mike nimmt die Zimbeln an sich und beginnt damit zu spielen. Es klingt wunderbar! Maurin klatscht ganz begeistert im Rhythmus mit und lässt sich von Mikes vergnügten Stimmung mitreißen. Ich finde es toll, sehe aber – da die Zimbeln immer noch in meiner Hand sind – dass Mike die Zimbeln nicht aus dem Tütchen nahm. „Nimm sie doch heraus, dann wird Dein Zimbelspiel noch viel schöner“, ermuntere ich ihn.

Die Tür öffnet sich und ein Imker in Schutzkleidung aus naturweißem Papier betritt das Klassenzimmer. In einer Hand trägt er einen mit Drahtgitter bespannten Rahmen, auf dem ein ganzes Bienenvolk sitzt! Er fächelt mit dem Gitter, damit die Bienen losfliegen. So ist es dann auch, sie schwirren in alle Richtungen. Aber hey, muss so etwas denn sein? Schließlich tragen wir nicht so einen Schutzanzug, könnten vielfach gestochen werden. Es ist beunruhigend! So beobachte ich sorgenvoll den Flug der Bienen. Einige umschwirren mich ganz nah. Ich kann sogar die entspannt hängenden Beinchen sehen, ihre Körper… es hat etwas Rührendes. Schnell spüre ich, dass keinerlei Angriffslust von ihnen ausgeht und so kann ich sie gut sein lassen. Mehr noch, ich habe die Bienen im gleichen Augenblick liebgewonnen. Es ist wirklich etwas wundersam, aber ich verspüre keine Angst mehr.

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