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Alter VW-Käfer und hungrige Straßenkinder

Traum:
Einen alten beigefarbenen VW-Käfer fahrend, erreiche ich bald den Bahnhof und bin im Begriff, die Auffahrt zum Bahnsteig zu nehmen. Die Unterführung ist voller Menschen; ich taste mich vorsichtig voran. Die Auffahrt liegt freier und wenn ich nun Gas geben kann, schaffe ich sie mit einem Schwung hoch. Jedoch geht vor mir eine Frau, die ihr Fahrrad schiebt. Sie bemerkt mich und ich denke, sie geht ein Stück beiseite, damit ich freie Fahrt habe. Aber nein, was macht sie?! Sie drängt sich sogar noch davor und winkt mich mit dem Arm, so als wolle sie mich freundlicherweise einweisen, und mir den Weg bereiten! So ein Quatsch, wenn sie nicht vor mir wäre, hätte ich bessere Sicht und freie Bahn, und könnte den notwendigen Schwung nehmen. Dass sie diese Möglichkeit verhindert ist vor allem deshalb blöd, weil ich vor wenigen Minuten bemerkte, dass sich das Gaspedal nicht weit genug durchtreten lässt. Es ist, als sei dort ein Hindernis. Ich erreiche nur maximal die halbe Antriebskraft!

'Käfer' von Traumzeit Oben am Bahnsteig angekommen, werfe ich einen Blick in den Fußraum und sehe, dass eine aus Sperrholz gezimmerte Vorrichtung über den Pedalen angebracht wurde. Na ja, das Auto ist alt, und vielleicht ist es notwendig, die Pedale zu unterstützen. Nun aber hat sich dieses Holzgestell gelockert und ist verrutscht, weswegen sich die Pedale verkeilen.

Oje, die Abfahrt ins unterirdisch liegende Parkhaus liegt vor mir. Die Bremse lässt sich genauso mangelhaft wie das Gaspedal betätigen. Vielleicht ist es etwas fahrlässig, mich auf diese Abfahrt einzulassen, schließlich möchte ich, dass kein Mensch zu Schaden kommt! Eine Frau, die kurz an der Beifahrerseite auftaucht, macht mir Mut, es zu tun. Die Bremskraft sei ausreichend, ermuntert sie mich. Der Druck auf das Bremspedal reicht tatsächlich gerade so eben, um das Auto rechtzeitig zum Halten zu bringen. Die Frau neben mir ist fort.

Als der Wagen steht, mache ich mich sofort an die Arbeit; versuche die Holzvorrichtung ordentlich aufzubauen, damit alles wieder reibungslos funktioniert. Inzwischen ist ein Polizist in das Parkhaus gekommen. Hoffentlich zieht mein Gewurschtel im Fußraum nicht seine Aufmerksamkeit auf sich. Ziemlich sicher würde er dieses Auto aus dem Verkehr ziehen.

Zwar versuche ich mich unauffällig zu verhalten, aber inzwischen haben zwei Straßenkinder die Beifahrertür geöffnet – aus Neugier, und vielleicht um zu schauen, ob es hier etwas zu holen gibt. Es sind ein Junge und ein Mädchen; beide um die zwölf Jahre alt. Sie haben schwarze Haare und Augen. Ihre Haut ist blass. Das zurückgebildete Zahnfleisch ist entzündet und am Übergang zu den Zähnen bereits schwarz. Ebenso ihre schmalen Lippen: gerötet und ein trockener Rand in der Mitte kohleschwarz. Vermutlich Mangelernährung.

Aber nun mal weiter mit dem Holzgestell. Dort hängt eine goldene Kette, vielleicht ist das aber auch ein Kunststofffaden, und eine Uhr mit braunem Armband. Möglich, dass die Kinder es darauf abgesehen haben. Allerdings ist es weniger das, was mich nervös macht, als vielmehr ihre immer wieder wahllos ins Fahrzeuginnere greifenden Finger! Das lenkt einerseits von der Arbeit ab, andererseits könnte es die Aufmerksamkeit des Polizisten auf sich ziehen. Mir ist unbehaglich bei dem Gedanken, die Kinder könnten Kunststofffaden, Kette oder Uhr entwenden, da ich all dies brauche, um das Gestell zu festigen. So passt mir die Aufdringlichkeit der Beiden im Moment gar nicht! Immerhin gelingt es mir letztendlich, das Holzgestell korrekt wieder anzubringen. Und der Polizist unterhält sich nach wie vor mit zwei Passanten. Vielleicht habe ich Glück und komme unbemerkt davon.

Bildquelle:
Stock XCHNG/Showmaker

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