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Die Hütte nahe der Wassermühle

Traum:
Mike und ich haben einen neuen Weg entdeckt, der nur von wenigen gegangen wird. Ein abgelegener Weg der durch die abwechslungsreiche, ursprüngliche Natur eines Mittelgebirges führt. Es ist eine Freude, diesen Weg zu gehen; die erforderliche Anstrengung ist angenehm und wir spüren dabei unsere Stärke und Geschicklichkeit. Am Ende dieses Weges steht eine Hütte, in der wir immer wieder gerne für ein paar Tage Unterschlupf suchen.

Ich stehe in der Hütte und schaue durch eine Fensteröffnung hinaus. Mike machte sich zwischenzeitlich allein auf den Weg und ich erwarte seine Rückkehr. Unser Weg scheint im Moment nicht begehbar zu sein. Ein breiter Bach strömt den Weg herunter, schwillt immer mehr an, setzt auch die angrenzenden Wege etwas unter Wasser. Das sah ich bereits mehrmals und sehe einen Zusammenhang mit der Wassermühle, die gar nicht weit von hier steht. Immer dann, wenn dort kräftig gearbeitet wird, wird das überschüssige Wasser zu diesem Weg hin abgeleitet. Im Augenblick arbeitet die Mühle sicherlich auf Hochtouren, so viel Wasser kommt heruntergerauscht. Es ist ein herrlicher Anblick. Mike ist inzwischen zurückgekehrt, steht an meiner Seite und ich erzähle: „Wir können den Weg jetzt nicht nehmen.“ Wir müssten bis zu den Knien durch das Wasser waten und würden Gefahr laufen, auf dem naturbelassenen Untergrund den Halt zu verlieren. Wir beschließen, es einfach abzuwarten – uns drängt eh nichts zum Aufbruch.

Mein Vater trifft ein. Wir wollen im hinteren Bereich der Hütte arbeiten; die Substanz kräftigen und gegebenenfalls erweitern. Die Arbeit erfordert auf angenehme Weise Kraft und Konzentration, wenn wir effektiv arbeiten wollen. Das klappt alles gut, und ein paar Bekannte packen auch mit an.

Später, in einem anderen Bereich der Hütte. Arbeiter und Frauen sitzen an einem langen Tisch. Rechts von mir sitzt mein Mann; es ist Günter Jauch. Es ist zwar tatsächlich Günter Jauch, aber er ist einfach nur mein Mann; kein Prominenter oder so. Es ist nicht das erste Mal, dass wir so nebeneinander am Tisch sitzen und Zärtlichkeiten austauschen. Zärtlichkeiten, die uns mehr und mehr zueinander hinziehen, uns aneinander schmiegen lassen, auch körperlich zusammenbringen und letztlich zu einem tiefen Gefühl der Verschmelzung führen, das mich nachhaltig befriedigt und glücklich sein lässt.

Nun stehe ich einige Schritte von dem langen Tisch entfernt, sehe meinen Mann dort sitzen, mit dem Rücken zu mir. Am Rande bekomme ich mit, dass meine Mutter nach seinem Alter fragt und er mit „39“ antwortet. Was?? Ich bin verblüfft! Warum bemerkte ich bisher nicht, dass er zehn Jahre jünger ist, als ich es bin? Günter Jauch murmelt etwas im Sinne von: „Man ist so alt/jung wie man sich fühlt – das biologische Alter spielt nur eine nebensächliche Rolle.“ Ja, aber passen wir denn überhaupt zusammen? Wollte ich einen so jungen Mann? Was verbindet uns denn? Ist es Liebe? Hat er überhaupt jemals etwas davon gesagt, dass er mich liebt? Ich könnte mich nicht daran erinnern. Wie soll ich also daran glauben? Ist unsere Beziehung überhaupt von Bestand? Okay, wenn ich an unser Zusammensein denke… dann gibt es überhaupt keinerlei Zweifel. Je mehr ich nur darüber nachdenke, umso weniger Sinn scheint darin zu liegen, darüber nachzugrübeln. Es liegt auch nicht jedem, Gefühle der Liebe in Worte zu fassen und es ist auch gar nicht notwendig, wenn man einander so verbunden fühlt, wie wir es empfinden.

Draußen – vielleicht vor der Hütte – finden einige Vorbereitungen statt. Es wird eine Hochzeit in kleinem Kreis stattfinden. Ich stehe vor einem Tisch. Neben mir Angehörige. Wir sortieren gerade die Brautsträuße für die Braut und/oder die Brautjungfern. Wobei ich nichts darüber weiß, ob ich Braut, Brautjungfer oder auch gar nichts von allem bin. Es sind hübsche kleine Sträußen mit Wildblumen, wie in der Natur gepflückt. Meist sind es zwei Blumen, mit jeweils mehreren Blüten von unterschiedlicher Größe – eine ganz junge Zarte, eine von mittlerer Größe und eine ganz üppige Blüte. In der Hand halte ich gerade eine orangerote Rose mit zwei kleinen Rosenblüten an einem weiteren Stängel. Dazu könnte ich jetzt eine Wiesenblume stecken. Es ist alles so zart und riecht so gut nach Grün und Blütenduft; und nach Papier. Die Blumen stecken in einer braunen Papiermanschette; wie vom Gärtner. Und es klebt an jeder Manschette noch ein weiteres, ein kleineres Extratütchen. Das ist eine nette kleine Aufmerksamkeit, deren Funktion ich allerdings noch nicht erkenne.

Zwischendurch suche ich ein kleines Lädchen auf, um noch schnell eine Besorgung zu machen. Der Laden ist klein (etwa 10qm²) und die wenigen Wartenden vor der Kasse füllen die Gänge. Dennoch kann ich mir das Angebot ansehen. Es gibt nicht viel. Ich suche eigentlich eine Glückwunschkarte, finde aber nur gebrannte Tontafeln. Also, es sind schon Glückwunschkarten, allerdings doch eher sperrig und nicht so leicht mit der Post zu versenden. Aber es ist nicht schlimm, denn ich kann die Karte ja auch direkt überreichen. So wähle ich eine Tonkarte und finde auch ein passendes Geschenktütchen dazu. Die Tonkarte passt gerade so hinein. Ganz sicher bin ich mit dieser Entscheidung aber nicht, denn es ist nach wie vor etwas schwer und sperrig für ein einfache Glückwunschkarte. Ein bisschen stören mich auch die möglichen Blicke der anderen. Die Situation drängt mich zu einer schnellen Entscheidung.

Ein neuer Tag, und wir erreichen wieder den Innenhof vor der Hütte. Eine Freundin von mir lenkt gerade den riesigen Truck rückwärts vor einen kleinen Rundbogen, vielleicht ein Hofeingang. Wow, die kann vielleicht fahren – toll! Mein Vater trifft ein, Mike ist auch schon da, und ein weiterer Helfer. Na, dann mal ran an die Arbeit. Ich bin noch gar nicht umgezogen! Ich gehe in eine Ecke und streife mir eine Arbeitshose über und stelle dabei fest, dass ich eine knappe Retro-Shorts – schwarz, mit weißem Aufdruck am linken Oberschenkel – trage. Ungewöhnlich, so was trage ich sonst nicht. Und nun könnten die anderen es auch gesehen haben?! Ach, wurscht, ich streife schnell die Blauhose drüber und dann an die Arbeit.

Ich trete als erste in den hinteren Bereich der Hütte und sehe zum ersten Mal den Stand der Arbeiten. Uih, wir sind schon viel weiter gekommen, als ich vermutet habe! Ja, wir sind ja fast fertig?! Mein Blick geht nach oben zur Dachluke. Sie ist komplett fertig gezimmert. Das Holz ist mit frischem Lack überzogen. Es glänzt ganz frisch. Allerdings befürchte ich, dass wir aus diesem Grund hier nicht weiterarbeiten können; eben weil der Lack noch zu frisch ist. Das übrige Holz rundum dieser Luke ist mit einer natürlichen Holzschutzlasur bestrichen, die bereits vom Holz aufgenommen wurde inzwischen trocknete. Tja, aber das noch feuchte Holz an der Luke… Was machen wir denn jetzt?

Verwandter Traum:
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