Home » Traumtagebuch » An die Wand gemalt

An die Wand gemalt

Nur bruchstückhafte Traumerinnerungen:

Vor wenigen Minuten betrat ich einen großen, quadratisch angelegtem Bau. Ein Gang führt innen an den Außenwänden entlang. Zu dem Innenbereich führen, so weit ich das erkennen kann, keine Türen. Etwa in der Mitte dieser Seite angekommen, quert ein schmaler Bach – ganz still stehend – den Weg. Er schwebt etwas über dem Erdboden und enthält einige meiner Reiseutensilien. Ich bin auf dem Weg zum Mittelmeer und freue mich, dass mir noch rechtzeitig einfällt, meinen Fotoapparat mitzunehmen, der hier vom Bach geborgen wird. Ein Blick auf den Zustand des Akkus erinnert mich daran, dass ich wieder vergessen habe, ihn aufzuladen – er ist fast leer. Mit etwas Glück reicht es noch für ein paar Aufnahmen!

Eine Frau kommt hinzu und sagt, sie überlege ebenfalls zum Mittelmeer zu gehen, nur kenne sie den Weg nicht genau und wisse nicht, ob das heute noch zu erreichen sei. Vor meinen Augen entfaltet sich ein Plan. Ein weißes Blatt Papier; darauf sind mit schwarzer Farbe die Meere eingezeichnet – die Skizze lässt an eine Seenplatte denken. Das Mittelmeer liegt – von unserem Blickpunkt aus – in der Ecke oben rechts. Davor liegt noch ein anderes Meer, das zu umgehen ist. Wenn wir das Mittelmeer noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wollen – und das ist dringend empfohlen – , müssen wir uns beeilen! Ich freue mich so auf ein Bad im Meer!

Irgendwann gelange ich an die gegenüberliegende Seite des Baus. Dort treffe ich auf einen neutral wirkenden Mann, der mich vom Aussehen her an Sam erinnert. Er ermuntert mich: „Male es an die Wand!!!“
Mit weißer Kreide beginne ich auf der rauen grauen Steinoberfläche zu malen.
Den Hut und den Kopf, im Profil. Ein etwas offenes Oberhemd unter dem Jackett. „Es ist das erste Mal, dass ich meinen Großvater an die Wand male!“
Sam ermutigt mich weiterzumachen: „Male ruhig seine Hand!“
Oh, seine Hand… ich bin erstaunt, wie gut sie mir gelingt. Mit der Kreide auf dem unebenen Untergrund… Die Finger wirken schmal, lassen eher an einen Grafen denken, hängen entspannt nach unten. Auch Sam bemerkt, dass es gelungen ist.
Ja, die Hände, die Hände; vielsagend, doch ich verstehe nicht… dieses Gefühl – während ich es betrachte… mit dem Blick an den Händen kleben bleibe… so als sei die Erkenntnis schon da, aber ohne dass ich sie sähe.

Später an einer anderen Seite des Baues, den Gang entlang gehend, überlege ich, was ich am Mittelmeer brauche. Ich spüre deutlich, dass ich ein schwarz-weißes Pop-Art-Bikinihöschen trage. So spärlich bekleidet gehe ich ungern einen langen Weg. Zudem bin ich gerade bei Schlecker vorbeigekommen und bemerkte Dr. Schein darinnen. Gleich wird er den Laden verlassen und ich hoffe sehr, dass ich seinem Blick entkomme! Denn spürte ich seinen Blick von hinten, so wäre es mir außerordentlich unangenehm – ich fühlte mich wohl geradezu entblößt. Und jetzt muss ich mich wirklich sehr beeilen, wenn ich das Mittelmeer noch erreichen will. Es bleibt keine Zeit für weitere Überlegungen und Vorbereitungen.

Notiz:
Nachhaltig und wiederholt – vielleicht bereits im Traum, oder beim Aufwachen – drängt sich die Erinnerung an dieses Bild ins Bewusstsein:

'hinweis' von samuelschwaetzer

Tags: