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Waschkessel und wassergefüllter Luftballon

Traum:
Mit dem Auto durch abendliches Dunkel. Ich fahre einen kleinen Hügel hinauf. Die grasbewachsene Fahrspur ist mit erstem Schnee bedeckt, der inzwischen samt Grashalmen festgefroren ist. Der Untergrund ist etwas rutschig, das Auto beginnt leicht zu tänzeln, die Vorderreifen springen wie Flummis über den Boden, machen uns hüpfend. So ist kaum die Kontrolle über die Fahrt zu wahren. Je mehr ich mich dem oberen Punkt nähere, umso mehr Mühe macht es, das Fahrzeug in der Spur zu halten. Ehe ich einen Unfall verursache, kehre ich lieber um und nehme einen anderen Weg.
Der Weg führt nun am unteren Saum des Hügels entlang. Der Fahrweg ist schmal, und mir kommt ein Auto entgegen. Anfangs überlege ich meinem Impuls zu folgen und nach links auszuweichen, damit es zu keiner Konfrontation Kollision kommt. Laut Straßenverkehrsordnung gehöre ich aber auf die rechte Seite. Es kostet ein wenig Überwindung, quasi auf meinem Weg zu beharren – ich neige eher zum Ausweichen – und es sieht nach einem Zusammenprall aus. Immer allerletzten Augenblick aber weicht das entgegenkommende Fahrzeug aus –nichts geschieht!
Bald darauf parke ich das Auto auf dem Hof und mache mich auf dem Weg zum Gebäude.

Die weite Diele – ein alter Wirtschaftsraum – liegt in schemenhaftem Halbdunkel. Es riecht angenehm trocken, nach alter Zeit und luftig abgelagerten pflanzlichen Faserstoffen, die einen leicht holzig-würzigen Duft verströmen. Ich trete an die Waschmaschine(?), die direkt vor einer unverputzten grauen Wand steht. Es ist eine graue Metalltonne, weitgehend mit einer feinen Rostschicht überzogen. An ihrem oberen Ende geht das Abflussrohr – es gleicht einem Ofenrohr – nach oben und dort in die Wand. Ich will den Waschofen für eine Ladung Wäsche vorbereiten, recke mich und greife prüfend in das oben offene Rohr. Dort liegt etwas, das vorsorglich hineingelegt wurde, um eine Verstopfung zu vermeiden, die während der langen Zeiten der Nichtnutzung entstehen könnte. Ich ziehe es heraus: ein schlauchförmiger lila Luftballon, der mit Wasser gefüllt ist. Während ich ihn hinter mir her ziehe, über die Dielenbretter streife, um ihn beiseite zu legen, reißt die Ballonhaut ein – es ist ein Gefühl, wie wenn die Fruchtblase reißt und sich ihr warmes Fruchtwasser ergießt. So ziehe ich eine leicht gewundene Spur nassen braunen Laubes über den Dielenboden.

Das große Scheunentor öffnet sich – Licht fällt in den Raum, für einen Moment – und Angela tritt ein und schließt die Tür hinter sich. Sie will hier nach dem Rechten sehen, entdeckt sofort die frische Laubspur, fragt „Wer war das denn?“ und nimmt einen großen Besen, um es zusammenzukehren. Ich antworte, dass ich es gewesen bin und es gleich entfernen werde; nehme den Besen und beginne. Dieses Tun wird von einem wohligen Gefühl begleitet, wie sie erdende Arbeit mit natürlichen Materialien häufig mit sich bringt.

Notiz:
Kindheitserinnerungen… – an einen Waschkessel hatte ich seit Ewigkeiten nicht mehr gedacht.

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