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Ping Pong mit Hirnoperiertem

Traum:
In einem Raum – Anna-Küche – stehen zwei Tische, an denen je zwei Männer Tischtennis spielen. Die beiden Spieler in weißer Sportkleidung am Tischtennistisch fallen kaum auf, ich nehme sie vage im rechten Blickwinkel wahr. Die anderen beiden Spieler scheinen Freizeitkleidung zu tragen, spielen an unserem Küchentisch. Je nach Bedarf schieben sie den Tisch hin und her, damit der Ball noch die Platte treffen kann. So rutschen sie während des Spiels mit dem Tisch durch den Raum. Einmal kommt eine etwas ungeduldige Reaktion von einem der weißen Spieler, da der Küchentisch so nahe rückt, dass kaum mehr Freiraum für deren Spiel bleibt. Aber wir rücken eh weiter und ich versuche den nächsten Aufschlag. Ja, ich bin einer der Spieler in Freizeitkleidung, wie ich jetzt erst erkenne. Ich nehme den neongelben Tennisball und werfe ihn mit der Hand in Richtung Küchentisch – er prallt ab, zu mir zurück. Also ein weiterer Versuch, bei dem ich den Tisch nicht richtig treffe. Beim dritten oder vierten Fehlversuch – der Ball erreicht meinen Mitspieler wieder nicht – reagiert dieser erbost und brüllt, ich solle doch, verdammt noch mal, richtig treffen!!! Seine Wut hat etwas Herausforderndes, aber ehe ich mit gezielterem Einsatz loslegen kann, schleudert er seinen Schläger wutentbrannt durch die Luft und dieser bleibt, einem Wurfmesser gleich, im Holz der Küchenarbeitsplatte stecken. Der Schläger schwingt nach und bei genauerem Hinsehen erkenne ich, dass der Schläger eine Hornhautfeile ist – worüber ich mich nicht wundere.
Ein höhnischer Ruf von einem Mann kommt aus dem Zuschauerraum hinter meinem Rücken: „Du kannst ja gar nicht spielen! Dir fehlt ja Gehirn!!“ Damit ist der weiße Spieler gemeint, und ich schaue zu diesem hin. Alle verstummen, halten inne und schauen ihn an. Ich halte diesen Angriff des Zuschauers für nicht gerechtfertigt, denn gerade dieser Spieler hatte die ganze Zeit fair und unauffällig gespielt.

Nach anfänglichem Widerstreben und kurzem Zögern greift der weiße Spieler an seinen Kopf und löst langsam den weißen Stoffstreifen, der mehrfach um seine Stirn gewickelt ist. Oje! Ich mag kaum hinsehen, denn es wird sicherlich ein schrecklicher Anblick sein, wenn er seinen Kopf freilegt: Ein offenes Kind Gehirn, total zermetzelt und blutig. So stelle ich es mir vor. Aber da ist das weiße Band auch schon entfernt und es ist gar nicht schlimm. Der Zuschauer hatte Recht. Denn es fehlt ein Teil des Kopfes. Von der Stirn bis hin zum Scheitelpunkt fehlt das Gehirn samt der umgebenden Schädelknochen. Es ist aber alles mit gesunder Haut überzogen, auf der ein paar Haare sprießen. Der Kopf bildet dort eine Mulde. Vielleicht musste ein Tumor entfernt werden, wobei auch dieser Teil des Gehirns zum Opfer fiel.

Keiner sagt etwas. Der Spieler durchquert wortlos das Fernsehstudio in Richtung Ausgang/Kulissen, um diesen Ort zu verlassen. Der Fernsehreporter versucht noch Spieler und Zuschauer zu Reaktionen zu bewegen, aber vergeblich. Der Spieler geht und es berührt ihn nicht, als Verlierer zu gehen – … er hat längst weit mehr verloren als nur dieses Spiel.

Notiz:
Ein Traum, aus dem ich mit einem erleichterten Gefühl aufwachte – so, als sei mir eine Last genommen.

Link:
Geist und Gehirn (Unter anderem mit einem Video über ein Mädchen, dem eine Gehirnhälfte fehlt.)
Ping Pong (YouTube)

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