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Egozentrik

Traum:
In Amys Wohnung. Eine Wohndiele mit großzügigem Panoramafenster. Ich liege unter einer Wolldecke auf der Couch. Amy macht sich auf den Weg zur Arbeit, schaut sich kurz um, als sie draußen am Fenster vorbei durch den Vorgarten geht. Mein linkes Bein ist aufgestellt und so verdeckt die Wolldecke den direkten Blick auf mich. Ich hoffe, sie sieht gar nicht, dass ich hier faul herumliege. Amy ist schon längst fort, da überlege ich immer noch angestrengt, ob ich heute zur Arbeit gehen muss. Ist mein Urlaub nicht längst vorüber? Arbeite ich am Donnerstag auch nachmittags? Ich kann das nicht klar erkennen. Unangenehm. Sicherlich hätte ich schon seit Montag arbeiten müssen. Nun muss ich all die Stunden nachholen und kriege zudem noch den Ärger, weil ich unentschuldigt gefehlt habe. Es ist zum Verzweifeln; am liebsten würde ich mich weiter verkriechen.

Später lümmele ich mich auf einer Couch. Der Bademantel hat sich über dem Bauch geöffnet. Meine Kolleginnen kommen und setzen sich links und rechts von mir, schauen sich grinsend an und meinen leise, sie wollten mir mal bessere Laune mache. Sie sind gut gelaunt und küssen – leise lachend und neckend – meinen Bauch. Immer wieder und wieder. Sie hören gar nicht mehr auf. Als meine Anspannung nachlässt, kann ich das sogar genießen. Dabei verliert sich auch ein wenig das schlechte Gefühl von vorhin.

Zu anderer Stunde wieder in der Wohndiele mit dem Panoramafenster. Carl sitzt an dem großen ovalen Esstisch aus dunklen Holz. Ich stehe daneben, trage eine offene schwarze Plüschfelljacke auf nackter Haut. Immer wieder drehe ich mich um die eigene Achse; beginne schon zu torkeln. Wenn ich nicht bald damit aufhöre, werde ich mir die Beckenknochen ganz arg am Tisch stoßen oder womöglich schmerzhaft stürzen. Ehe das geschieht, setze ich mich zu den Frauen an einem anderen Tisch. Die Frauen kommen aus Amerika und sind hier zu Besuch. Sie schauen mich neugierig an, wissen noch nicht, was sie von mir halten sollen.

Carl sagt erklärend, ich sei crazy. Die Ursachen dafür seien aber unbedenklich. Schließlich sei auch ich nur auf dem Weg zu mir selbst – so wie wir alle. Ich will es den Frauen mit eigenen Worten erklären, aber weiß nicht, wie Individuation auf amerikanisch heißt. So beginne ich gestenreich einige Sätze. Ich spüre, dass mir dieses auffällige Verhalten nicht unbedingt die Sympathien der Frauen einträgt.

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