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Apfelschorle

Traum
nur Bruchstücke blieben in Erinnerung:
Panoramabild. Betrachtung einer unbekannten Stadt, deren Anblick einladend wirkt. Ein Mann sieht etwas Falsches in dieses Stadtbild hinein. Ich versuche ihn darauf aufmerksam zu machen, damit er die Chance bekommt, seine Sicht von störenden Illusionen zu befreien.

Im Hinterzimmer sitzen einige Männer – gemütliches Beisammensein. Einer von ihnen möchte bereits jetzt gehen. Ich trete auf ihn zu und sage: „Wir könnten Dich jetzt bitten zu bleiben! Wir könnten auf dich einreden und auch betteln!“ Kurz demonstriere ich es mit theatralischer Inbrunst: „Ach bitte, so bleibe doch!!“ Dann schüttele ich mit dem Kopf und sage: „Davon halte ich gar nichts! Entweder bleibt jemand aus eigener Überzeugung oder er geht, ohne dass ich ihn daran hindern werde.“

So geht der Mann in ein weiteres Hinterzimmer, das sich vor dem Hinterausgang befindet. Dort halten sich männliche Gäste auf. Der Mann möchte Apfelschorle trinken. Die PET-Flasche mit der Schorle besteht aus zwei Kammern, die oben und unten eins werden. Ich gebe dem Mann noch mehr Apfelschorle, als er darum bittet. Überlege jedoch im Stillen, ob mein Tun wirklich förderlich ist. Ist allzu viel Apfelschorle nicht eher ungesund; zu süß? Die Hand, die in meiner linken Jackentasche steckt, fühlt eine selbstgedrehte Zigarette und ein Feuerzeug. Ich rauche nicht, auch die anderen Männer hier im Raum rauchen nicht. Ich weiß aber, dass alle eine Selbstgedrehte und ein Feuerzeug in ihren Jackentaschen haben – so wie ich. Langsam fingere ich die Zigarette heraus und werde sie gleich anstecken. Die anderen Männer sind nun ebenfalls im Begriff, es mir gleich zu tun. Diese Situation wird von dem unangenehmen Gefühl begleitet, ein Anstifter zu sein. Hätte ich die Zigarette nicht hervorgeholt, wären die Männer ebenfalls nicht auf diese Idee gekommen.

Das Kleinkind der quirligen Italienerin bettelt nach einer weiteren Flasche Apfelschorle. Gegen jede Vernunft fülle ich die Trinkflasche des Kindes mit dem gewünschten Getränk. Es ist mir unangenehm. Jeder wird erkennen, dass ich etwas tue, was nicht angebracht ist. Das Kind sollte Wasser trinken! Aber was mache ich… nun lege ich auch noch einen Mürbteigkringel mit Zuckerstreuseln in greifbare Nähe. Natürlich greift das Kind sofort zu.

Die lebensfrohe Russin wird heiraten. Das Brautpaar liegt vor meinen Füßen am Boden. Anfangs denke ich: „Nanu, ist sie lesbisch?“ Denn mir scheint, es läge eine Frau auf ihr drauf. Dann aber sehe ich, dass es ihr zukünftiger Mann ist, der dort leidenschaftlich mit ihr schmust: Mike.
In einem anderen Nebenzimmer angekommen. Die letzten Vorkehrungen werden getroffen. Die Braut trägt ein wunderschönes Kleid aus weißem Satin. Hier und da mit kleinen Satinröschen in dunklen Rot- und Lila-Tönen garniert. Befreundete Frauen stecken den Schleier in ihre hochgesteckten dunklen Haare; vereinzelt weiße und dunkle Satinrosen zwischen die Haarsträhnen. Ich schaue nach rechts und sehe dort ein paar Hochzeitsgäste sitzen. Junge Männer in schwarzen Anzügen. Einer von ihnen trägt die Haare zu einem Pferdeschwänzchen gebunden, das mitten auf dem Scheitel sitzt. Er schaut mich abschätzend an. Naja, dadurch wird mir bewusst, wie alt ich bin und dass meine ganze Erscheinung sicherlich einen lächerlichen, altmodischen/altmütterlichen Eindruck in den Augen dieser jungen Menschen macht.

Letztendlich dehnt sich Ernüchterung in mir aus und ich fühle mich allem müde.

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