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Tag der Industriekultur

Traum I:
Heute ist Tag der offenen Tür, den ich zur Besichtigung einer Industrieanlage nutze. In einer Lore, den Gleisen der Werksbahn folgend, werde ich quer über den Innenhof gefahren. Der Hof und die Werksgebäude wirken zwar belebt und so als seien sie in Betrieb; obwohl hier vermutlich seit langem keine Menschenseele am wirken war. Die gesamte Industrieanlage wirkt stillgelegt. Ja, es ist so, als sei hier noch Werk- oder Wirkkraft, ohne dass es Zeichen erkennbarer Produktion gäbe.

Dann erreiche ich das Ende des Werkshofes, fahre in ein Gebäude ein und gelange in unterirdische Werksräume. Hier ist der Bereich der Telefonanlage. Ich sehe viele Kabel; zu Bündeln geordnet, die zu großen Schlaufen gewunden neben den Geräten lagern. Besonders fällt mir ein üppiges Bündel zweiadriger, spaghettifeiner Kabel ins Auge. Die einst weiße Kabelummantelung ist vergilbt. Ein Durcheinander männlicher Beamtenstimmen strömt aus diesem Bündel. Die Stimmen tragen etwas Altertümliches und Gediegenes in den Raum, so als käme diese noch gemütliche Geschäftigkeit wie aus alten, stressärmeren Zeiten. Vor meinem Auge erscheinen dunkelrote Strickwesten, die nach warmer Wolle riechen. Wenn ich mich etwas anstrenge und konzentriere, gelingt es mir sogar, einzelne Gespräche zu verfolgen, so dass ich hier und da nach Belieben zuhören könnte, wenn ich wollte. Aber das nur nebenbei, denn was mich echt wundert ist, dass hier im Zeitalter der Schnurlosigkeit noch mit Kabeln gearbeitet wird!! Das ist ja echt wie in alten Zeiten hier!

Bald darauf gelange ich wieder an die Oberfläche und trete mit Moina auf einen weiter hinten liegenden Innenhof hinaus, der ebenfalls Teil der Industrieanlage ist. Unter den Dachvorsprüngen stehen Tische. Teils wurde darauf Infomaterial ausgelegt oder es wurden Speisen und Getränke angeboten. Der Tag der offenen Tür neigt sich nun dem Ende zu. Die Erwachsenen lassen alle Luftballons platzen, indem sie mit einer Nadel hineinstechen. Gelbe, grüne und weiße Ballons! Moina hätte so gerne einen davon. Aber jedes Mal, wenn sie kurz davor steht, einen Ballon zu fassen, sticht einer der Erwachsenen hinein. „Ach bitte, lassen Sie doch wenigstens einen Ballon für mein Kind!“ rufe ich aus. Aber niemand hört mich und Moina weint jedes Mal erneut auf – frustriert und enttäuscht – wenn ein Ballon zerplatzt. Das ist für mich mit einem etwas nagenden und quälenden Gefühl verbunden, zumal ich mir hier keine Stimme verleihen kann, die auf unseren Wunsch aufmerksam machte.

Notizen:
Der Traum erinnerte mich daran, dass an diesem Wochenende die „Tage der Industriekultur Rhein-Main 2007“ stattfinden.

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