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Eine Lebensstation

Traum:
Aus körperloser Distanz von außen betrachtet: Ein langer, schlauchförmiger Tunnel – lichtbraun, sich schlängelnd in diffusem Raum – führt durch die (Un)Endlichkeit: das Leben.

Innen. Der Schienenstrang einer schmalen Bahn, daneben ein schmaler Bahnsteig. Das Leben hält einige Stationen bereit. Mein Mann – ein 40jähriger mit schwarzen Haaren und breiten Schultern – und ich haben die mittlere Station bereits überschritten und kamen erst kürzlich an dieser Station an. Unserer Möbelstücke – drei bis fünf Teile – sind wie Koffer am Bahnsteig abgestellt. Klar, an jeder Station richtet man es sich einigermaßen behaglich ein, aber endgültig angekommen ist man ja nie. Aufgrund dieser wiederholten Erfahrungen besitzen wir nur noch wenige Dinge.
In den letzten Stunden habe ich einen Vorhang genäht. Aus leichtem Frotteegewebe – cremeweiß-grasgrünes Blockkaro, aufgelockert mit frisch orangegelben Pinselstrichen. Ich ziehe den Vorhang auf die Gardinenstange. Der Mann kommt mit etwas unzufriedenem Blick und schaut es verständnislos an. „Tja“, sage ich vergnügt, „das hättest Du wohl nicht gedacht?!“
Eigentlich hatte ich angenommen, nun sei alles für diese Station hergerichtet. Aber nein! Der ganze Tunnel ist von Natur aus nur punktuell beleuchtet. An diesem Punkt ist es mir zu dunkel. In den Nischen zwischen den Möbeln sind dunkle Schatten. Ich möchte sehen können, ob und was dort geschieht. Ich nehme eine abgelegte Saunamatte aus Buchenholz – uff, ziemlich schwer – lasse diese trichterförmig zusammenrutschen und lege eine Lichtquelle hinein. Diesen so entstanden großen Leuchtkörper platziere ich direkt neben der Bahnsteigkante und richte das Licht auf unseren derzeitigen Aufenthaltsort. Nun werde ich weitersehen, und kann besser beurteilen, was zu tun ist. Als wirklich zufriedenstellend erlebe ich die Lichtausbeute allerdings immer noch nicht.

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