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Die Beschneidung seiner Lippen

Traum:
Mike und ich sitzen auf dem Boden. Zwischen uns liegt unser Baby. Seit fast einer Stunde massieren wir es mit Öl. Zwei Mädchen (etwas sechs bis acht Jahre alt), die am Fußende des Babys sitzen, schauen still und neugierig zu. Ich träufele ein wenig von dem goldgelben Öl in die Handmulde, verreibe es ein wenig zwischen den Händen und trage es langsam auf die Fußsohlen auf. Die Füßchen sind so klein, es muss ein Neugeborenes sein! Es ist so wunderbar warm, innig und nah; ich könnte noch ewig so weitermachen. Ja, währenddessen verfärbt sich die Haut der Fußsohlen wie von breiten rote-bete-roten Pinselstrichen. Es ist eine Reaktion, die durch die Verbindung des Johanniskrautöls mit der Haut, ausgelöst wird. Ich erkläre es den Mädchen, die sich darüber wundern. Erzähle ihnen, dass diese Färbung ein Indikator dafür ist, dass sich die schützende Funktion des Öls entfaltet. Nach und nach verfärbt sich also der ganze Babykörper. Ich schaue ein wenig nach links, ihm ins Gesicht. Der Plüschhase, gleichzeitig ist und bleibt es körperlich nach wie vor mein Neugeborenes, sitzt aufrecht da. Sein Gesicht ist menschlich. Mit einer kurzen Handbewegung stutze ich ihm die Plüschlippen – schneide oder rupfe sie ab. Kurz bin ich erschrocken über meine unbedachte Handlung, und vergewissere mich, dass der Anblick nicht gar so schlimm ist. Aber nein, ganz im Gegenteil: der Gesichtsausdruck hat nun etwas Zurückhaltendes und Zartes. Zwar wäre jetzt prinzipiell die Sicht auf die Mundhöhle etwas frei, aber es ist ja mit Plüsch ummantelt und es gibt keine Öffnung. Da kommt ganz sicher kein Wort heraus, das irgendein Geheimnis verraten könnte. Gut so, gut so.

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