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Licht und Luft für den Garten

Traum vom 5. Dezember 2009

Als ich unseren Garten betrete – er liegt auf dem Vorplatz des älteren Hauses – neigt sich der Sommer längst dem Ende zu. Ebenso der heutige Tag, dessen dämmernder Himmel schwer und dunkelviolett, greifbar nahe über mir hängt. Den Blick auf die Gartenerde gerichtet, wird mir mit einem Male bewusst, dass ich mich den ganzen Sommer nicht um den Garten gekümmert hatte. Nicht ein einziges Mal war ich hier gewesen; hatte nie nachgesehen, was aus der ausgelegten Saat geworden ist. Schuldgefühle und ein Schreck, wegen einer solchen Vergesslichkeit, durchfahren mich.

Die Gartenerde ist locker und krümelig, unkrautfrei, gut durchlüftet und gesund. Man sieht, dass das Land gut gepflegt wird. Mike, zum Glück hat Mike sich die ganze Zeit darum gekümmert. Als ich mich mutig umzuschauen beginne, was überhaupt wächst, sehe ich all die Paprikapflanzen. Da die roten Schoten viel zu klein und zu früh von der Pflanze gefallen waren, hatte Mike an jeder Pflanze einen Plastiktopf mit Erde angebracht und jeweils eine Schote mit zum oberen Rand darin versenkt, auf dass die Paprikaschoten auf diese Weise doch noch zu voller Größe heranreifen können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas funktionieren kann. Aber ein näherer Blick zeigt: die Paprikaschoten sind groß und kräftig geworden. Wir können ernten. Ja, sogar alle Paprikaschoten sind ausgereift. Eine einzige weist einen grauen, etwa halben Zentimeter breiten Einschnitt auf – vielleicht ein Wachstumsring, Zeichen eines vorübergegangenen Pilzbefalls oder einer überstandenen Krankheit.

Ich sehe aber auch freie Stellen im Gartenland und bedauere, dass wir ihn nicht bestellt haben. Was hätte hier alles wachsen und reifen können! Was hätten wir alles ernten können! Doch nun ist es zu spät. Der Winter naht. Uih, nanu, was sehe ich da? Einige Erbsenpflanzen treiben über den Boden, haben bereits zarte weiße Blüten entwickelt. Mit etwas Glück werden die Erbsen noch vor Frosteinbruch reif! Das wäre wunderbar! Der Sonnenschirm – mit naturfarbenem Leinen bespannt – wirft viel zu viel Schatten auf das Land. Ich entspanne ihn, damit Licht und Luft auf das Gartenland können. Als der Schirm in sich zusammenfällt, entsteht kurz ein Gefühl des Ausgeliefertseins, gewisser Schutzlosigkeit. Aber ich glaube, man wird sich schnell an diese Situation gewöhnen, so dass man bald gar nicht mehr daran denkt.

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