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Schelmisch

Traum:
In einem kleinen gediegenen Gemeindesaal findet eine musikalische Veranstaltung statt. Sämtliche Stühle, die in mehreren Reihen einander gegenüber stehen, sind besetzt. Es ist so, als sei ich völlig unvorbereitet hierher versetzt. Ich hebe den Blick und schaue mich um. Der Raum ist voller Menschen im Rentenalter. Rechts und links von mir sitzen zwei väterliche Männer. Deutlich sehe ich ihre Feinstrickwesten. Es sind recht stattliche Erscheinungen und ich fühle mich schmal und klein zwischen ihnen. Mit einem Male – es scheint 20 Uhr und damit der Beginn der Veranstaltung zu sein – erheben sich alle applaudierend. Ich stehe mit auf und klatsche ebenfalls die Hände. Nur sehen kann ich nichts! Die Männer stehen vor mir und ich versuche irgendwie einen Blick zwischen ihnen hindurch zu erhaschen. Schließlich möchte ich sehen, um welchen Vortragenden es sich handelt. Der Applaus lässt nach, alle setzen sich. Hm, vielleicht waren alle davon ausgegangen, dass mit dem offiziellen Beginn auch der Akteur eintreten würde. Dem ist nicht so! Im nächsten Augenblick erheben sich wieder alle – applaudierend! Wieder lasse ich mich mitreißen! Und wieder bleibt die Fläche leer – dort, wo der Sänger oder Musikant eigentlich erscheinen sollte. So geschieht es noch ein drittes Mal und ich überlege erstaunt, warum sich alle immer wieder zu erneutem Applaus veranlasst sehen, wenn doch eh niemand auftritt??
Als sich die ganze Sache wiederholt, bleibe ich sitzen und erhasche rein zufällig einen vagen Blick auf ein Wesen mitten zwischen den Gästen. Schemenhaft nur, aber deutlich höre ich seine schalkhafte Stimme: „Aufstehn!!!“ Er muss ein Schelm sein, der sich einen Spaß daraus macht, alle Leute immer wieder in die Irre zu führen und hochzuscheuchen. Das ist lustig und ich beginne leise zu lachen; immer lauter dann. Schaue zu den Männern hoch, die doch sicherlich ebenfalls lachen werden, wenn sie erst bemerken, dass wir hier zum Narren gehalten werden. Aber so ist es nicht und ich unterdrücke mein Lachen, um nicht wieder wegen schlechten Benehmens abgelehnt zu werden.

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