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Die Wende

Eine unruhige Nacht, was ich damit in Verbindung bringe, gestern zu viel mit Bildern gearbeitet zu haben. Bereits beim Einschlafen taumelte ich durch eine wahre Bilderflut, die mir leichte Übelkeit verursachte. Bei jedem Aufwachen erinnerte ich nur diese Bilder, wie in einem schlauchartigen Tunnel, durch den ich gewirbelt wurde. Am morgen kam dann doch noch ein Traumfetzen:

Ein Raum mit ein paar Tischen. Halbdunkel. Als ich ankomme, stehen bereits ein paar Leute herum. Heute beginnt ein Langzeit-Seminar. Es wird um Kreativität gehen – Theorie und Praxis. Zwei oder drei Frauen und ich stehen vor einem Tisch mit Blick aus dem Fenster, machen erste Überlegungen hinsichtlich der Umsetzung. In mir, wie immer bei einem Seminar, ist leichte Unsicherheit und ich bringe mich nur zurückhaltend ein. Wir werden uns bald einig, welcher Linie wir folgen müssen; warten nur noch auf ein paar Interessenten.

Wir drehen uns um, stehen nun mit dem Rücken zum Tisch, und blicken in den Raum. Einige Teilnehmer verabschieden sich, da sie feststellen, dieses Seminar ist doch nicht das, was sie sich vorstellen. Das fühlt sich gut und richtig an – bringt eine gewisse Klarheit mit sich. Vielleicht ist es gerade dieser Abschied von diesen Interesselosen, der eine kleine, aber bemerkenswerte innere Veränderung bewusst werden lässt: Ich habe ein für mich völlig neues Gefühl der Zugehörigkeit. So als sei ich mit dem Blickpunktwechsel in etwas hineingewachsen. Hineingewachsen in dem Sinne, dass ich mich den Anforderungen gewachsen fühle. Mit allen Fasern fühle ich mich hier und es hat etwas selbstverständliches. Keine Zweifel und keine Unsicherheit mehr. Ich fühle mich angekommen und angenommen.

Notiz:
Während ich den Traum erinnere, erscheint eine Szene vor meinem inneren Auge: Ich ziehe ein Kondom über den Kopf eines Straußenvogels (Henne). Es ist nicht einfach, das Kondom über den Hals hinabzustreifen, und ich muss mehrmals nachstreichen, ehe es gelingt.

Steckt ein Strauß nicht den Kopf in den Sand? Wen will ich vor meinen kreativen Ergüssen bewahren? Mich selbst?

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