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Braunbär an der Schwelle

Traum:
Nach vielen Monaten oder Jahren suche ich zum ersten Mal wieder diesen Bereich in der Unterwelt auf. Es ist ein vertrauter Ort. Hier fühle ich mich wohl und mit einem guten Gefühl erkenne ich, dass alles aufgeräumt ist und reibungslos funktioniert, obwohl ich so lange nicht mehr hier war. Eigentlich ist es einer meiner Verantwortungsbereiche – aber es läuft zum Glück auch ohne mich.

Hier ist der Übergangsbereich. Zwei lange gewundene Halbröhren verlaufen geschwungen – ähnlich flach verlaufenden Rutschen – von dieser Welt in jene Welt. Genau auf der Schwelle laufen die beiden Halbröhren zusammen in einem röhrenförmigen Tunnel, um im Jenseits wieder ins Freie zu gelangen. Es gab Zeiten, da reiste ich viel hin und her. Der Schwellenhüter ist ein kräftiger Braunbär, und ich überlege, wie es diesem Bären in der Zwischenzeit ergangen ist, da sich niemand um ihn kümmerte. Vielleicht entwickelte er inzwischen eine gewisse Menschenscheu, die ihn zum Angstbeißer machte? Oder er wird vor Schreck ganz wild, wenn jetzt ein Mensch über die Schwelle geht? Womöglich beißt er mich in den Nacken oder er greift mich unkontrolliert an, wenn ich über die Schwelle gleite??

'Schwellentunnel' von Traumzeit Ich hätte mich mehr um ihn kümmern sollen – ich hätte wenigstens in gewissen Abständen nach ihm schauen müssen. Bei all diesen Gedanken bekommen ich einen großen Schreck, der noch größer wird, als mir einfällt, dass jemand von der jenseitigen Seite die Bärenröhre verschlossen haben könnte! Vielleicht hat sich der Bär – beim Bemühen, den Tunnel auf der anderen Seite zu verlassen – an der Verschlossenheit totgelaufen? Die Vorstellung, ihn womöglich tot auf der Schwelle vorzufinden, ist meine allergrößte Furcht und es erschüttert mich geradezu körperlich und innerlich, so als könne ich diese Möglichkeit auf diese Weise von mir abschütteln. Lass den Bären nicht tot sein, bitte!!

Als ich über die Schwelle gleite, finde ich dort den Bären in vertrauter Weise vor. In all seinem Ernst und seiner Verantwortung wirkt er doch ein wenig verspielt und ganz offenbar weit davon entfernt, jemand angreifen zu wollen. Ich sehe einen ausgesprochen friedfertigen und gutmütigen Bären. Offenbar hat es ihm nicht geschadet, dass ich ihn so lange vernachlässigte. Auch die Röhre zeigt sich zu keiner Seite hin verschlossen. Ich bin erleichtert.

Der Bär verbringt hier seine Zeit, gleitet ständig im gesamten Schwellenbereich hin und her – ganz nach seinem Belieben – vom Beginn der diesseitigen Halbröhren, durch den Schwellentunnel hindurch bis zum Ende der jenseitigen Halbröhren. In dem Augenblick aber, da ein Mensch direkt die Schwelle passiert, ist der Bär zur Stelle und hält Wacht.

Immer wieder drängt sich das Bild eines Panthers auf, der dort an der Schwelle wacht. Aber wenn ich dann konzentriert und genau schaue, werde ich stets auf das Bild des Bären zurückgeworfen.

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