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Nähe vor dem Tod

Traum:
Diese Tage liege ich in einem Krankenzimmer. Über meinem Bett ist ein Monitor angebracht. Als meine Eltern mich zu einer kleinen Unternehmung abholen, läuft noch ein Film und ich überlege, ihn an dieser Stelle zu stoppen, um ihn später weiter ansehen zu können. Dann schalte ich ihn aber doch ab?

Teresa O. – Mitte vierzig, dunkle, gewellte Haare – ist noch mal zu alter Form aufgelaufen, wie es scheint. Sie läuft vor mir her, flirtet mit Mike, der sich offensichtlich sehr stark von ihr angezogen fühlt. Ihre Waden, die unter dem wadenlangen schwarzen Rockstoff hervorschauen, sind wohlformend von schwarzen Netzstrümpfen umspannt. Ich spreche Mike an um etwas zu besprechen, aber seine Aufmerksamkeit richtet sich wie gebannt auf Teresa. Er bemerkt mich gar nicht. Mehrmalige Versuche, mit ihm Kontakt zu kommen oder ihn zu berühren, scheitern. Er ist Teresa auf den Fersen. Meine Worte gehen ins Leere. Einerseits fühle ich mich langsam gekränkt und dann scheint mir eine leise Ohnmacht den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Doch dann lasse ich ihn gehen.

In Begleitung meiner Eltern gehe ich weiter, dorthin wo meine tote Schwiegermutter lebend wirkt. Andere Gäste/Verwandte sind da. Mein verstorbener Ex-Schwiegervater ist auch da. Er sieht aus wie Sam. Er läuft hinter mir her, schiebt eine Hand unter meine Jacke und greift mit festem Griff meine Pobacke. Ich spüre deutlich seine warme Hand, denn der Stoff meines schwarzen Rockes ist nur dünn. Ich kriege große Augen, so unerwartet kommt das! Na, der hat ja Mut! Es ist, so stelle ich ebenso überraschend fest, sehr angenehm! Die Entschlossenheit und das feste Zupacken gefallen mir. Da greift er mir mit beiden Händen um die Taille und lässt sie mit festem Druck bis über die Hüfte hinunterfahren. Das ist verdammt angenehm! Aber nun ja, er ist mein Ex-Schwiegervater und eigentlich ist das doch unanständig!? Was meine Eltern wohl denken, wenn sie es sehen? Inzwischen stehen wir in enger Umarmung. Ich überlege… Alle wissen, dass er in den nächsten Tagen sterben wird. Gerade da ist es doch sehr schön, sich noch einmal richtig nahe zu sein?! Ja, ich habe mich entschieden, ich stehe dazu. Anfangs ist es mir unangenehm, aber dann spüre ich mich weicher werden und schmiege meine Wange an seinen grauen Stoppelbart.

Szenenwechsel im gleichen Raum: Meine verstorbene Schwiegermutter bewirtet hier die Gäste. Ich sitze mit ihnen am Boden nahe einem niedrigen Tisch. Neben mir stehen ein paar kleine Weinflaschen mit alkholhaltigen Getränken. Es ist auch eine große Weinflasche dabei, die einen Rest Schaumwein – es ist Bionade Lychee – enthält. Die Schwiegermutter fordert mich auf, ich solle den jungen Damen von allem abgeben. Also schenke ich ein und verteile. Allerdings klemme ich mir die große Schaumweinflasche zwischen die Schenkel. Der Flaschenhals hat eine nur kleine Öffnung, was durch einen dickeren Flaschenrand wieder ausgeglichen wird. Von diesem will ich nichts abgeben! Das will ich ganz für mich allein. Und ich hoffe, dass mich deshalb niemand rügt. Sam hockt mir gegenüber auf einem Schemel, schaut schmunzelnd zu mir her und nickt mir bekräftigend zu: Deins! Ich freue mich über sein Wohlwollen. Aber spüre ich hinter allem nicht doch und irgendwie ein unangenehmes Geifern???

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