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Freude am Schattendasein

Traum:
Seit unzähligen Stunden mit der Bahn unterwegs.
Es gibt einen Widersacher: listig.de – ein dunkelhaariger Mann mit dunkelroter Clownsnase.
Ich hoffe, bald am Ziel anzukommen. Dort verteilt eine Frau einen Teil ihrer Klamotten, die sie nicht mehr gebrauchen kann. Inzwischen sah ich einige Reisende mit einer weißen Plastiktüte herumlaufen. Es war sofort zu erkennen, dass sie bereits einen Teil der Klamotten geschenkt bekamen. Vielleicht ist gar nichts mehr übrig, wenn ich ankomme. Der weitere Weg führt einen langen halbdunklen Gang entlang. Ziemlich am Ende sehe ich die Frau, mit Hausarbeit beschäftigt, am rechten Rand stehen. Sie trägt eine milchigbraune Breitcordhose. Bei diesem Anblick stellt sich Ernüchterung ein, denn es ist offensichtlich, dass mir ihre Klamotten zu groß sind. Zumindest diese Hose gefällt mir auch gar nicht.

Ankommen. Tatsächlich ist nicht mehr viel da. Aber es gibt noch Hüte, die meine Begeisterung wecken. Zwei namenlose Frauen schauen zu, als ich die Mütze aufsetze. Ein Häkelmützchen aus seidigem Bast mit schwarz-roten Häkelblüten. Im Nacken eine Verlängerung, wie eine gehäkelte moosgrüne Fischflosse. Diese Häkelmützen haben mir noch nie gestanden und so ist es auch mit dieser. Sie liegen eng am Kopf an und die Haare wuchern hervor und legen sich unangenehm über die Augen. Es sieht einfach bescheuert aus. Aber mir gefällt diese Mütze! Ja, und ich bin heute so gut gelaunt, dass es mir ziemlich schnurz ist, ob das gut ausschaut oder nicht. Ich werde diese Mütze nehmen. Als nächstes probiere ich einen Strohhut auf. Oh wow, was hat der für eine irrsinnig breite Krempe! Ich kann kaum noch etwas sehen, die Krempe reicht vorn und hinten viel weiter, als mein Arm reichen kann! Hängt durch das Gewicht auch etwas herunter. Ich muss über dieses verrückte Stück leise lachen und überlege, dass dieser Hut bestens für ein Schattendasein geeignet ist. Ob ich eines führen sollte? Es wäre verlockend. Und ja, ich erinnere mich vage, vor langer Zeit von einem ähnlichen Hut geträumt zu haben – von einem großen Sombrero. Toll, diesen Sonnenhut nehme ich! Die beiden Frauen schauen amüsiert und entgeistert zugleich. Auch das macht mir Spaß.

Eine kleine Verkaufshalle. Ein Haufen mit schönen afrikanischen Stoffen liegt auf dem Boden. Ein paar Frauen begutachten die Auswahl. Ganz besonders gefällt mir ein turboblauer Stoff, der mit regenbogenförmigen Seefahrerflaggen gemustert ist. Davon ist auch noch reichlich vorhanden. Eine dralle Afrikanerin geht vorbei. Sie trägt ein buntes Kopftuch und einen bodenlangen Rock, der meinem favorisiertem Stoff etwas ähnelt. Der Rocksaum streift beim Vorübergehen den Stoff. Vielleicht ist das der Auslöser, denn ich nehme den Stoff nun hoch und überlege, einen solchen Rock daraus zu nähen. Soll ich es tun? Soll ich den Stoff kaufen? Unentschlossen lege ich den Stoff zurück.
Nach einer Weile kehre ich zurück um den Stoff zu kaufen. Wieder geht die schwarze Mama vor den Stoffen vorüber, und wieder streift der Rocksaum den Stoff. Als ich ihn aufnehme, ist zu sehen, dass bereits einige Stücke abgeschnitten wurden. Nun wäre es eher knapp bemessen, wenn ich einen solchen langen Rock daraus nähen wollte. Hmm, was tun? Vielleicht reicht es nicht mehr? Unentschlossen lege ich den Stoff zurück.
Wenig später gehe ich zurück. Es ist entschieden, ich nehme den Stoff! In der Eile komme ich einer Verkäuferin in die Quere und laufe ihr vor die Füße. Patzig fährt sie mich an: „Was soll das? Passen Sie doch auf!“ „Sie haben Recht!“, rufe ich ihr zu und stehe wieder vor den Stoffen. Doch oje, inzwischen wurden weitere Stücke von dem schönen Stoff abgetrennt und nun ist ganz klar: daraus lässt sich kein langer Rock mehr nähen.

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