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Hirn und Licht

Untertitel: Bitte vor dem Denken das Gehirn einschalten!

Traum:
Im Wohnraum der Lichtboten-Wohnung. Ich hocke neben einem Rechner mit grauem Gehäuse. Offenbar habe ich gerade einige Smileys aus dem Internet runtergeladen und informiere mich nun, was ich bei der Verwendung des Smileys zu beachten habe. Ein kleines graues Hinweisfenster mit dem Impressum öffnet sich: „Smiley und Consorten – glueck.de“
Alles klar, ich kopiere die Daten, damit ich sie im Impressum einfügen kann. Zwar beeile ich mich, werde dann aber doch abgelenkt, ehe ich den Vorgang beenden kann. Valerian kommt mich besuchen.

Wir machen dann einige Dinge zusammen. Ich erinnere davon nur, dass wir in einer halbdunklen Bücherecke sitzen. Er sitzt auf einem flachen Holzpodest und ich hocke vor ihm. Auf meinen Knien liegt ein großes Buch aufgeschlagen. In dem reich bebilderten Buch geht es um Gehirnforschung. Valerian erzählte mir gerade von den Problemen mit seiner jüngsten Liaison. Nun überlegen wir gemeinsam, wie es zu den Schwierigkeiten kommen konnte, die letztlich zu einer Trennung führten. Er kritisiert vor allem das fehlende Verständnis der Frau. So erzähle ich ihm von den neuesten Erkenntnissen, die mir beim Lesen dieses Buches gekommen sind, indem ich sie auf seine Situation anwende. Ich erkläre ihm, dass es vermutlich falsch sei, der Frau zu unterstellen, sie haben einfach nicht verstehen wollen. Vermutlich sei es so wie in diesem Buch beschrieben: Die „Schaltkreise“ sind bei jedem Menschen anders vernetzt und haben ganz individuelle Lücken. Angenommen, die Frau habe nun solch eine Lücke an dem Punkt, wo die Verbindung zu einem bestimmten Denkansatz wäre, der das Verständnis schließlich auslösen würde? Ja, dann wäre es ihr unmöglich zu verstehen und Verständnis zu zeigen. Ich meine, sie lässt es nicht absichtlich oder aus Bequemlichkeit an Verständnis mangeln, sondern es ist ihr einfach nicht zugänglich.
Valerian nickt nachdenklich, aber er wirkt noch zweifelnd. „Vielleicht möchtest Du mal dieses Buch lesen!?“, biete ich an und spüre dann: „Hm, ach so, Du interessierst Dich nicht für Hirnforschung, stimmts?“ Valerian nickt betreten und erleichtert zugleich. Er ist froh, dass ich es ihm abnahm und er es mir nicht sagen musste.

Es ist spät, wir sollten uns bettfertig machen. Valerian war bereits im Bad und ich könnte jetzt rein. Als ich jedoch den Lichtschalter betätige, bleibt es dunkel. Forschend blicke ich zur Decke und erkenne sofort die Ursache. Nach Valerians ausdauerndem Duschen steht warme Feuchtigkeit im Raum. Es lösen sich bereits die Tapeten von der Decke und geben die Verschalung preis. Und zwar einen Bereich in der Mitte des Raumes – gleich neben dem Licht – wo sich eine Naht in der Verschalung befindet. Es ist also ganz klar. Die Feuchtigkeit legte sich um die stromführende Leitung und verhindert das Zünden des Licht auslösenden Funken. Die Tür zum Bad sollte die ganze Nacht zur Belüftung geöffnet bleiben. Ich bitte Valerian, auch daran zu denken, falls er des nachts ins Bad muss.

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